Viel Licht, wenig Schatten

Halbzeit in der DEL 2: Huskies mit positiver Zwischenbilanz

Kassel. Halbzeit in der zweiten Eishockey-Liga, 26 von 52 Hauptrunden-Spieltagen sind absolviert. Zeit für eine Zwischenbilanz.

Die ziehen wir zusammen mit Trainer Rico Rossi und Geschäftsführer Joe Gibbs.

POSITION 

Als Tabellenvierter sind die Huskies voll im Soll. „Wir entwickeln uns in Kassel als Team und als Standort weiter, es geht voran“, sagt Manager Gibbs zufrieden. Auch aus Sicht von Trainer Rossi läuft die Runde „weitgehend so, wie erwartet und erhofft“. Zwei Ziele seien erreicht worden: „Wir haben zwar nicht mehr einzelne Topleute wie Mike Collins und Mika Järvinen, aber wir sind in der Breite viel besser aufgestellt und ausgeglichen gut besetzt“, urteilt Rossi. „Wir wollten mit den Besten mitspielen und in der Lage sein, sie zu schlagen. Das gelingt noch nicht in jedem Spiel, aber wird sind auf dem richtigen Weg.“

LICHT 

Die Huskies sind taktisch variabler geworden, können neben Powerhockey nun auch auf Konterspiel setzen. Das Prunkstück: Das mit 88,7 Prozent Erfolgsquote beste Unterzahlspiel der Liga. „Austin Wycisk leistet als Führungsspieler Außergewöhnliches, ist der Turm in der Schlacht“, lobt Rossi den 35-Jährigen. Er stehe beispielhaft dafür, dass jeder im Team seine Rolle und Aufgabe rundherum akzeptiere und Neid kein Thema sei.

SCHATTEN 

Die Kasseler kassieren deutlich mehr Gegentore als im Vorjahr. „Im Defensivverhalten müssen wir unbedingt besser werden, und wir dürfen den Puck im Aufbau nicht so schnell wieder hergeben“, mahnt Rossi an. Wissend, dass sein junges, neu formiertes Team gerade in diesem Bereich Zeit braucht, hat er mit ersten Erfolgen die Taktik verändert. „Priorität hat nicht mehr der erste öffnende Pass, sondern das konsequente Klären im eigenen Drittel. Wir haben uns zu viele Probleme selbst bereitet“, sagt Rossi.

ÜBERRASCHUNGEN

Bei den Huskies gibt es bis auf Sören Sturm keine individuellen Ausreißer nach oben. Mit sechs Toren und 22 Vorlagen avancierte er neben Dominic Auger (Bietigheim) zur Nummer eins der Offensivverteidiger Liga - aber das hatte Trainer Rossi so vorhergesagt. Das Ausländerquartett, durch Mike Little zum starken Quintett ergänzt, erfüllt die Erwartungen. Die Mannschaft funktioniert als Team, das macht den neuerlichen Erfolg aus.

„Die größte Überraschung in der Liga ist für mich, dass es keine echten Überraschungen gibt, sondern die DEL 2 sehr viel ausgeglichener und spannender ist. Es gibt keine leichten Spiele mehr“, sagt Manager Gibbs. Weil Teams wie Bad Nauheim und Kaufbeuren sich deutlich gesteigert haben, weil gerade in den letzten Wochen auch Heilbronn und Freiburg stärker geworden sind. Weil die Trainer-Debütanten Ben Doucet (Bremerhaven) und Tim Regan (Riessersee) auf Anhieb erfolgreich sind.

ENTTÄUSCHUNGEN 

Gibt es bei den Huskies nun wirklich nicht. In Weißwasser dagegen sind die Füchse auf beängstigender Talfahrt, auch Dresden (Sonntag zu Gast in Kassel) war deutlich stärker erwartet worden und hat nur drei der letzten elf Spiele gewonnen. „Der größte Schatten über dieser Liga ist und bleibt aber die fehlende Aufstiegsmöglichkeit“, so Trainer Rossi.

PERSPEKTIVE 

„Über Platzierungen als unsere Ziele sprechen wir nicht. Wir wollen die Playoffs erreichen und dann unser bestes Eishockey spielen.“ Hat Rico Rossi vor der Saison gesagt, und das sagt der Huskies-Trainer auch jetzt. „Auf dem Weg dahin sind wir.“

DEL2 in Zahlen  

1 Trainer erst wurde entlassen - gestern. Dirk Rohrbach wurde nach sechs Jahren von den Füchsen in Weißwasser freigestellt - nach 15 Niederlagen in den letzten 17 Spielen.

6,74 Tore sind gefallen im Schnitt pro Spiel, damit ist die Trefferzahl zum zweiten Mal in Folge gestiegen. Im Vorjahr waren es 6,54. Insgesamt 1240 Tore in 184 Spielen wurden erzielt, davon 661 (53%) von den Heimmannschaften.

32,9 Strafminuten pro Spiel wurden ausgesprochen, insgesamt 6049.

111 Volltreffer: Die Ravensburg Towerstars bieten das größte Offensivspektakel, gefolgt von Bremerhaven (105) und den Huskies (102).

254 Strafminuten gab’s beim Duell der Huskies gegen Bremerhaven (2:5) am 1. November. Der Negativrekord.

2422 Zuschauer sahen im Schnitt die Spiele der DEL 2. In der Saison 2014/15 waren es 2464. Die Kasseler liegen mit 3192 Besucher im Schnitt deutlich darüber. (sam/Eishockey-News)

Rubriklistenbild: © HNA/Andreas Fischer

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