Spielpraxis ist das Ziel: Eishockeyjugend setzt auf Kooperationen mit anderen Klubs

Heute hier, morgen dort

Zwei, die nicht nur für das DNLII-Team im Einsatz sind, sondern auch bei anderen Mannschaften aushelfen: Torhüter Lars Bernhofen (links) und Bastian Schirmacher (rechts). Foto: Schachtschneider

Kassel. Spielpraxis, Spielpraxis und noch mal Spielpraxis: Wenn es nach Jürgen Trattner, Trainer der Eishockeyjugend Kassel (EJK) geht, ist Wettkampferfahrung das A und O im Nachwuchsbereich. „Ein Spiel bringt mehr als eine Woche Training“, ist der ehemalige Eishockey-Profi überzeugt. Zu Saisonbeginn hat die EJK deshalb gleich mehrere Kooperationen mit anderen Klubs eingefädelt.

Die stärksten Spieler aus dem DNLII-Team helfen regelmäßig bei den Hannover Scorpions in der Oberliga aus. Außerdem kooperieren die Nordhessen mit den Luchsen Lauterbach. Von Torhüter Lars Bernhofen über Nils Bergk, Daniel Mack, Daniel Knieling, Bastian Schirmacher bis hin zu DNLII-Kapitän Tim Lucca Krüger sind bislang sechs Jugendliche der EJK für die Osthessen in der Regionalliga West aufgelaufen – bei den Senioren versteht sich. „Die zusätzlichen Einsätze dort bringen uns viel Spielpraxis“, berichtet Krüger. Zwar sei das Tempo in der DNLII höher, aber es sei immer etwas anderes, gegen Erwachsene zu spielen. „Jedes Spiel bringt uns ein Stückchen weiter“, ist er sicher.

Dafür nehmen die Jungs die große Belastung gern in Kauf. „Mindestens zwei, oftmals aber auch drei Spiele pro Wochenende stehen bei uns auf dem Programm“, erklärt Krüger. Die Mehrfach-Förderlizenz-Regelung des Deutschen Eishockeybundes macht es möglich. „Am Sonntag gehen die Jungs schon manchmal auf dem Zahnfleisch“, weiß Trattner, der dann das Trainings-Pensum in der Woche anpasst. „Unser Ziel ist es, dass unsere älteren Spieler 60 bis 70 Spiele pro Saison absolvieren und sich damit einen Vorsprung gegenüber anderen Nachwuchsspielern mit weniger Wettkampf-Erfahrung erarbeiten.“

Krüger schätzt auch die Zusammenarbeit mit anderen Spielern und Trainern. Luchse-Coach Arno Lörsch ist voll des Lobes über die Kasseler Jungs: „Die bringen uns weiter, setzten sich immer voll ein und sind sehr diszipliniert“, berichtet er. Franz Spachtholz, Vorsitzender der EJK, hat nicht nur die Leistungssportler im Blick, sondern denkt an alle Aktiven: „Als Verein wollen wir unseren Spielern eine ganzheitliche Perspektive anbieten“, sagt er. Die Kooperation mit Lauterbach, für die kein zusätzliches Vertragswerk aufgesetzt wurde, sei da ein Baustein. „Hier haben auch Spieler, die es später nicht in die Top-Ligen schaffen, im Seniorenbereich eine Zukunft und können den Einstieg schaffen.“ Einen Austausch zwischen beiden Vereinen gibt es auch bei den Kleinschülern und Knaben: „Wir suchen die besten Talente der Luchse und geben ihnen auf NRW-Ebene Spielpraxis. Das gehört zu unserer Talentförderung“, sagt Spachtholz. Mit den Kooperationen wolle man die Nachteile, die Kassel als kleiner Eishockeystandort ohne Internat, zweite Eisfläche und weitere Eishockeyvereine in der Nähe, kompensieren. „Und das gelingt bislang sehr gut“, ist Spachtholz überzeugt. „Die Kooperation ist ein Geben und Nehmen.“

Von Carina Wagener

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