Eine Reportage vom unvergessenen Abend

Huskies fegen Frankfurt vom Eis: Die Playoff-Raupe ins Glück

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Freude nach dem 4:0: Die Huskies (von links) Manuel Klinge, Braden Pimm und Jamie MacQueen jubeln. Die Frankfurter sind bedient.

Kassel/Frankfurt. Humba, Tänzchen und pure Freude: So erlebten die Huskies ihren Halbfinal-Einzug beim Erzrivalen Frankfurt - eine Reportage vom unvergesslichen Abend.

Der Abend in Frankfurt dauerte dann noch ein bisschen länger. Etwas zu lang für die Mannschaft, die im Bus hockte und nichts mehr zu trinken hatte. Rico Rossi aber wollte die Stätte des Triumphes nicht verlassen. Er genoss sein Sieger-Bier. Die ganze Anspannung fiel ab vom Trainer der Kassel Huskies. Das war deutlich zu spüren in diesen Momenten.

„4:0 in der Serie. Damit habe ich nie gerechnet“, sagte der Trainer immer wieder. Und genauso fortwährend lobte er seine Mannschaft in höchsten Tönen für diesen Triumph in der Playoffserie gegen Frankfurt. Er lobte taktisch perfekte Auftritte. Die Disziplin. Den Zusammenhalt. Eben jenen Teamgeist, der seine Mannschaft durch diese unglaubliche Viertelfinal-Serie getragen hat.

Ausdruck dessen: all jene Szenen, die sich nach dem Spiel im Kabinentrakt und auf dem Eis zutrugen. Erst streiften die Spieler die neuen T-Shirts mit dem Aufdruck „Playoff-Derbysieg 2016“ über. Dann ging’s raus aufs Eis. Zur Humba mit 700 begeisterten Fans. Zur Raupe, dem Ausdruck höchsten Huskies-Jubels und der wohl ersten, die ein Kasseler Team je am Ratsweg veranstaltet hat. Zum abschließenden Tänzchen in schönster Sirtaki-Manier.

Und irgendwann danach fanden die Huskies auch ihre Sprache wieder und versuchten das, was sie da gerade vollbracht hatten, in Worte zu fassen. Kapitän Manuel Klinge formulierte es so: „Wir sind überglücklich und froh, dass wir jetzt zwei, drei Tage mal durchpusten können. Ein, zwei Bierchen dürfen wir heute noch trinken. Das haben wir uns erarbeitet und auch verdient.“

Torhüter Markus Keller, der erneut einen überraschend ereignisarmen Abend hinter sich hatte, sagte: „Das ist bisher der Höhepunkt meiner Huskies-Karriere. Aber wir hoffen natürlich, dass es noch weitergeht. Wir hätten nie gedacht, dass es in vier Spielen vorbei ist. Umso schöner ist es jetzt.“

Egal, welcher Huskies-Spieler: Sie alle einte das breite, stolze Grinsen im Gesicht. Bei Adriano Carciola konnte es selbst der bereits prächtige Rauschebart nicht verstecken: „Ein bisschen sprachlos bin ich schon. 8:1 bei den Löwen – großartig. Und das im letzten Spiel. Ein Derby-Sweep gegen Frankfurt - einfach super“, sagte er. Und kam kurz ins Stocken. Das wievielte Tor des Abends hatte er noch gleich geschossen? Na, bei acht Stück kann dann auch ein Husky mal den Überblick verlieren. „8:1 – da hätte mich jeder für verrückt gehalten, wenn ich das vorher gesagt hätte. Das ist heute einer der Höhepunkte meiner Eishockey-Karriere. Ich habe ja schon in der Oberliga viele gute Spiele gegen Frankfurt gespielt, aber heute 8:1 in Frankfurt, das ist einfach grandios“, schwärmte Alex Heinrich. Und weil er auf dem Eis nicht mithelfen kann, gibt der verletzte Michi Christ abseits des Eises den Motivator. „Großes Lob an die Jungs. Sie haben wahnsinniges Eishockey gespielt. So kann es weitergehen.“

Erst einmal aber kosteten sie jede Minute dieses Abends voll aus. Auch der Trainer wollte eigentlich gar nicht weg von der Party im Kabinentrakt. Musste dann aber zur Pressekonferenz, bei der er jenen Satz sprach: „Es ist mir egal, wer jetzt im Halbfinale kommt“, sagt Rico Rossi, „alles, was jetzt noch kommt, ist Bonus.“

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