Löwen Frankfurt haben vor dem DEL2-Start am Freitag in Kassel personelle Sorgen, aber viel vor

Huskies gegen Frankfurt: Derby als Test für Titelaspiranten

Auf ein Neues: Husky Carter Proft (rechts) gegen Frankfurts Topstürmer Nick Mazzolini, der in der vergangenen Saison 35 Treffer erzielte. Noch erfolgreicher war nur Richie Mueller mit 45 Toren. Foto:  Fischer/nh

Frankfurt. In ihrer ersten DEL2-Saison waren die Ziele der Löwen Frankfurt bescheiden. Ein Playoff-Platz sollte es sein. Mit dem Halbfinale waren die Südhessen dann zufrieden.

„Für einen Neuling war es eine erfolgreiche Saison. Dieses Ergebnis gilt es nun zu verbessern“, sagt Trainer Tim Kehler, und hofft auf einen perfekten Start beim Gastspiel am Freitag in Kassel (19.30 Uhr, Eissporthalle).

Obwohl viele Eishockey-Experten warnen, dass die zweite Saison für einen Aufsteiger schwerer ist als die erste, wird am Main offen von der Meisterschaft gesprochen. Denn: Der ohnehin schon starke Kader wurde noch einmal gezielt verstärkt. Im Tor vertrauen die Frankfurter weiter dem bewährten Finnen Antti Ore. Auf allen anderen Positionen haben sie sich verbessert.

Den Offensivpart in der Abwehr übernahm vom behäbigen Ungarn Márton Vas der Amerikaner Matt Tomassoni. Auch der aus Crimmitschau geholte Mike Card, ebenfalls einst ein Kasseler, und der Ex-Garmischer Felix Thomas sind stärker einzuschätzen als ihre Vorgänger Thomas Ziolkowski und Lukas Gärtner.

Im Angriff waren Richie Mueller und Nick Mazzolini die Torgaranten, auch Clarke Breitkreuz, Norman Martens und Nils Liesegang sammelten fleißig Scorerpunkte. Sie alle sind geblieben. Am Ratsweg gehen mussten Kyle Ostrow und Lanny Gare sowie Spieler, die um einen Platz in der vierten Reihe wetteiferten. Weh tut indes der Verlust der Nürnberger Förderlizenzler Marco Pfleger und David Elsner, die blendend eingeschlagen hatten, nun aber flügge geworden sind für die DEL.

Hinweis:

Beim Saisonauftakt am Freitag gegen Frankfurt sind wir live dabei: Wir übertragen die Partie ab 19.30 Uhr in voller Länge bei Radio HNA, außerdem gibt es einen Liveticker.

Die Neuen aber verheißen Klasse. Der Ex-Dresdner Kris Sparre mischte im Herbst 2014 die DEL2 mächtig auf, hat dann in Düsseldorf ebenso DEL gespielt wie Brett Breitkreuz (Augsburg), Clarkes älterer Bruder. Mit jungen Nordamerikanern, die deutsche Vorfahren haben und daher als Deutsche spielen dürfen, hat Manager Rich Chernomaz bisher nur gute Erfahrungen gemacht. Auch Lukas Laub (21), der aus Rosenheim nach Übersee ging, ist ein guter Fang. Last-Minute-Einkauf David Birne (Kanada) muss sich erst einleben, hat sich aber in Italien bereits an die europäischen Eisflächen gewöhnt. „Wir haben viel Geschwindigkeit, mehr Durchschlagskraft und Zähigkeit hinzu bekommen“, urteilt Trainer Kehler nach der Vorbereitung. Nach Niederlagen in Nauheim (4:5) und Kassel (5:6 nP) gab es starke Leistungen gegen die DEL-Teams Augsburg (4:5 nV) und Nürnberg (3:5).

Und das trotz großen Verletzungspechs. Fünf Leistungsträger fallen mittel- bis langfristig aus. Die Stürmer Kris Sparre und Brett Breitkreuz sowie die Verteidiger Patrik Vogl, David Cespiva (Rippe angebrochen) und Felix Thomas. Die Lücken sollen junge Burschen aus Nürnberg und dem eigenen Lager schließen.

Und so sehen die Löwen den Start in Kassel durchaus positiv: Denn wo könnten sie besser testen, inwieweit die personell gebeutelte Mannschaft konkurrenzfähig ist, als im ewig jungen Derby bei den Huskies?!

Von Michael Löffler

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