Derbysieg nach Aufholjagd

Huskies gewinnen 3:2 nach Verlängerung in Bad Nauheim

Bad Nauheim. Was für ein Derby, was für eine Aufholjagd der Kassel Huskies und welch toller Auftakt ins Eishockey-Jahr 2015:

0:2 lag der Tabellenzweite der DEL2 in Bad Nauheim schon zurück, bevor er dank eines bärenstarken Schlussdrittels noch einmal zurückkam und am Ende nach Verlängerung als Derbysieger das Eis verließ: 19 Sekunden vor dem Ende traf Matt Tomassoni zum verdienten 3:2 (0:2, 0:0, 2:0, 1:0) für die Huskies.

Bei den Huskies fehlten die verletzten Michi Christ, Matthias Bergmann und Daniel Kunce. Immerhin: Marco Habermann hatte seine Sperre abgesessen und stand erstmals nach fünf Spielen wieder auf dem Eis, sodass die Huskies vier Sturmreihen aufs Eis schicken konnten.

Das jedoch half zunächst nichts. Denn die Kasseler legten einen klassischen Fehlstart hin. Keine drei Minuten waren gespielt, als Jens Meilleur auf die Strafbank musste. Die Gastgeber bestraften das eiskalt: Mit einem satten Schlagschluss von Höhe des Bullypunktes beförderte Dusan Frosch den Puck ins rechte Eck des Huskies-Tores. Jeff Frazee hatte die Fanghand zu spät oben. Keine fünf Minuten später entstand eine nahezu identische Situation. Wieder landete der Puck am linken Bullykreis bei einem Nauheimer, wieder schlug die Scheibe im rechten Eck hinter Frazee ein. Einziger Unterschied zum ersten Treffer: Diesmal war Tim May der Torschütze, und diesmal waren die Huskies zu fünft auf dem Eis. 0:2 nach acht Minuten – das hatten sich die Kasseler sicherlich anders vorgestellt. Erst ab Mitte des ersten Drittels fanden sie besser in die Partie.

Kassel Huskies gegen Bad Nauheim

Doch auch im zweiten Drittel warteten die 500 mitgereisten Kasseler Fans vergebens auf Tore ihrer Mannschaft. Stattdessen bestimmten die Roten Teufel das Geschehen. Es sei eine Mannschaft, die ihr Glück in der Offensive suche, hatte Huskies-Trainer Rico Rossi im Vorfeld des Derbys gesagt.

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Spielbericht der Roten Teufel

Und genau das taten die Gastgeber auch. Immer wieder fanden sie die Lücken in den Kasseler Reihen. Doch Dusan Frosch scheiterte an Frazee, Max Campbell jagte die Scheibe über das leere Tor, als Frazee schon geschlagen am Boden lag, Kyle Helms’ Versuch kratzten die Huskies im letzten Moment von der Linie. Und die Kasseler? Die fanden in dieser Phase selten ein Mittel gegen das druckvolle Forechecking der Hausherren. Mal scheiterte Alex Heinrich nach tollem Solo in Unterzahl, ein anderes Mal blieb die Scheibe im Gewühl vor Jan Guryca im Kasten der Roten Teufel hängen.

Und so ging’s in den letzten Spielabschnitt, den besten der Huskies. Sie waren nun präsenter, aggressiver, bissiger. Und so klappte es endlich auch mit dem Toreschießen: Daniel Schmölz bediente an der Mittellinie Sebastian Alt, der Verteidiger tanzte mustergültig mit der Scheibe an der Kelle zwei Nauheimer aus, und vom rechten Innenpfosten rutschte die Scheibe hinter Guryca ins Tor. 1:2 – noch neun Minuten zu spielen. Die Huskies wollten das 2:2. Und Kapitän Manuel Klinge belohnte sein Team mit dem Ausgleich (56.). Verlängerung. Es geht hoch her: Die Huskies spielen 1:39 Minuten in Überzahl, dann klärt Frazee in höchster Not, dann Guryca gegen Carciola. Und dann schlenzt Matt Tomassoni die Scheibe ins Eck und krönt die Aufholjagd. Und die Huskies-Fans singen am Ende wieder mal „Auswärtssieg.“

SR: Hertrich (Bergkamen), Z: 4217; Tore: 1:0 (2:53) Frosch (Ringwald, Helms - 5:4), 2:0 (7:02) May (Strauch, Pantic), 2:1 (50:37) Alt (Schmölz), 2:2 (55:21) Klinge (Schmölz); 3:2 (64:41) Tomassoni. Strafminuten: Bad Nauheim 4, Kassel 12

Von Michaela Streuff

Rubriklistenbild: © Pressefotografie Storch, Bad Hg.

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