Vertrag für zwei Monate

Huskies haben neuen Torwart: Frazee kommt für Nielsen

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Kassel. Die Kassel Huskies haben einen neuen Torwart: Nach der Verletzung von Mika Järvinen, der noch bis in den Januar ausfällt, wurde nun der Amerikaner Jeff Frazee (Bild) verpflichtet.

Akrobatisch spiele er und athletisch, er sei beweglich und fokussiert. Das steht im Eishockey-Almanach Eliteprospects geschrieben über den Amerikaner Jeff Frazee. Und dieser Mann soll schon am Freitag im Gastspiel beim SC Riessersee und am Sonntag auf eigenem Eis gegen Heilbronn (17 Uhr) im Tor der Kassel Huskies sein Können zeigen.

„Wir brauchen dringend diese Absicherung“, begründete Manager Joe Gibbs die Verpflichtung des 27-Jährigen, der einen Vertrag bis zum 19. Januar erhielt. Mika Järvinen, die Nummer eins im Kasseler Kasten, wird aufgrund seiner Verletzung bis in den Januar rund 20 Spiele fehlen. „Sollte sich, was keiner sich wünscht, nun auch noch Kai Kristian verletzen, wäre das eine Katastrophe für uns“, erläutert Gibbs.

Frazee gilt also als Lebensversicherung der Huskies, die nun ein ganzes Maßnahmenpaket schnürten. Denn neben Frazee wird auch das Kasseler Eigengewächs Tobias Arndt (20) lizensiert. „Seit zwei Wochen trainiert Tobi abends bei uns mit, wir wollen ihn an das Profiteam heranführen“, erklärt Trainer Rico Rossi. Dazu gehört, dass Arndt zukünftig als Ersatzmann bei den Spielen auf der Bank sitzen soll.

Kai Kristian (23) indes, bislang tadelloser zweiter Mann, solle weiterhin mit den Huskies trainieren, aber auch möglichst viel Spielpraxis sammeln. Bei einem Oberligisten. Rossi: „Kai hat das Zeug zu einem Toptorwart. Es bringt ihm nichts, auf der Bank zu sitzen. Aber wir dürfen ihn auch nicht verheizen, ihm die große Verantwortung aufbürden.“ Das aktuelle Vorgehen sei daher „keine Entscheidung gegen Kai, sondern für die Huskies“, wie Manager Gibbs erläuterte.

An einem Kooperationsvertrag mit einem Oberligisten „und mittelfristiger Perspektive“ (Rossi) werde intensiv gearbeitet. Denn: Auch für die anderen jungen Spieler Alt, Habermann, Patocka, Kunce und Stephan werde nach Möglichkeiten einer optimalen Förderung gesucht.

Für Simon Nielsen (28) indes endet die Zeit in Kassel. Der dänische Torwart, der nur die beiden ersten Saisonspiele bestritt und keine Sicherheit ausstrahlte, spielt keine Rolle mehr in den Huskies-Planungen und hat die Freigabe aus seinem bis Saisonende datierten Vertrag erhalten. Die Kasseler wollen ihm nun helfen (wohl auch aus finanziellen Gründen), einen neuen Verein zu finden. Ein Wechsel nach Sonderjyske aber - im Tausch mit Frazee - klappt nicht. Die Dänen haben als Tabellenführer (!) Frazee ausgebootet, um Pasi Häkkinen (37) aus Landshut zu holen. Aber mit dem Finnen im Tor gab’s nun eine 1:8-Heimpleite gegen Herning.

Artikel aktualisiert um 17.50 Uhr

Darüber schüttelt Jeff Frazee gestern nach dem Training mit den Huskies nur kurz den Kopf. „Das Thema ist durch. Jetzt bin ich hier und blicke nur nach vorn“, erklärt der Sohn eines Franzosen, dessen Name darum Frasé ausgesprochen wird. Vor zwei Jahren habe er erstmals von Ex-Husky Adam Hauser gehört, welch tolle Eishockeystadt Kassel sei. Als nun vor einer Woche die ersten Kontakte geknüpft wurde, hätten andere Kollegen diesen guten Ruf bestätigt.

„Und nun bin ich gespannt, wie es wirklich ist“, sagt Frazee. Er werde alles geben, „irgendwie die Pucks zu stoppen, die auf mich zufliegen“. Ja, und das könne auch schon mal ein wenig spektakulär sein.

Zur Person: Jeff Frazee (27), 88 kg, 183 cm, stammt aus Edina (Minnesota). Der Amerikaner durchlief die Junioren-Nationalteams U 17 bis U 20, holte mit der U 18 WM-Silber (2003/04) und war ein Jahr später Weltmeister – als bester Torwart der WM mit nur 1,33 Gegentoren pro Spiel. Frazee trug das Trikot der Uni Minnesota, bestritt 187 AHL-Spiele für die Lowell Devils und die Albany Devils sowie 2013 ein NHL-Spiel für New Jersey. Mit Ehefrau Jenna und Tochter Quinn (19 Monate) kam der Golfer (Handicap 9) am Donnerstag nach Kassel.

Von Gerald Schaumburg 

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