Alle Infos zu den Folgen des Spiels

Prügelskandal wird teuer: Geldstrafen für Huskies und Pinguine

Kassel. Die hessischen Eishockey-Fans haben das Derby zwischen den Kassel Huskies und den Löwen Frankfurt am Freitag (19.30 Uhr, Eissporthalle) im Visier.

Für noch mehr Gesprächsstoff aber sorgen die Folgen des Prügelskandals am 1. November im Spiel gegen Bremerhaven (2:5): Zunächst wurden die Faustkampf-Rivalen Dorian Saeftel (Kassel) und Andrew McPherson (Bremerhaven) aufgrund ihrer Matchstrafen für jeweils ein Spiel gesperrt. Dann hagelte es kräftige Geldstrafen für beide Seiten.

DIE STRAFEN

• Huskies und Pinguine: Jeweils 5000 Euro wegen grob unsportlichen Verhaltens, von denen je 2000 zunächst zur Bewährung ausgesetzt werden.

Hinzu kommen weitere (zunächst nicht bezifferte) Geldbußen für beide Seiten:

• Huskies: Für das Werfen von Gegenständen durch Zuschauer auf die Spielerbank der Gäste und für grob unsportliches Verhaltens eines Offiziellen gegenüber einem Schiedsrichter.

• Pinguine: Trainer Benoit Doucet für das Nassspritzen von Zuschauern; Stürmer Andi Mc-Pherson wegen provozierender Gesten gegenüber Zuschauern.

DIE BEGRÜNDUNG

„Die spontanen Rangeleien in der Hektik des Spiels wie zwischen Daoust und Havel sowie Proft und Guentzel sind nicht unser Problem, das passiert beim Eishockey“, sagt DEL2-Geschäftsführer René Rudorisch. „Aber überhaupt nicht zu tolerieren ist die Eskalation am Ende eines entschiedenen Spiels mit offenkundig organisierten Prügelszenen“, begründet er das rigide Durchgreifen.

Mehr noch als die Spieler werden daher die Verantwortlichen in die Pflicht genommen: „Zum einen wäre es falsch, das Geschehen allein Bremerhaven anzulasten, den Schaden fürs Ansehen des Eishockeys haben beide Seiten verbockt. Wir erwarten von allen Verantwortlichen und vor allem von den Trainern, dass sie klare Ansagen machen und Einfluss nehmen, um zu deeskalieren, zu beruhigen. Auf beiden Seiten war davon nichts zu spüren.“

DAS LETZTE RÄTSEL

Ein Strafmaß aber verwundert aus Kasseler Sicht: Jung-Husky Saeftel wird ebenso ein Spiel gesperrt wie Rauhbein McPherson, der sich schon Minuten zuvor durch Ausziehen des Ellbogenschutzes auf einen Kampf vorbereitet hatte. Rudorischs Erklärung: „Diesen Vorsatz hätten die Schiedsrichter schon mit einer Zeitstrafe ahnden müssen, er hätte gegen Saftel gar nicht mehr auf dem Eis sein dürfen.“ Da das aber eine Tatsachenentscheidung der Schiri gewesen sei, „können wir das im Nachhinein jetzt nicht mehr bewerten“.

DIE REAKTION

„Diese Entscheidungen sind bitter für uns“, erklärte Manager Joe Gibbs gestern. Zur Höhe der Strafen wollte er sich - wie Rudorisch - nicht äußern. „Ob wir gegen das Urteil vorgehen wissen wir noch nicht, das muss intern noch besprochen werden.“ Zwei Tage nur bleiben Zeit für einen Einspruch.

DIE FOLGEN

Gegen Frankfurt gehen den Huskies die Spieler aus. In der Abwehr fehlen neben Saeftel auch Mathias Müller, der nach seiner dritten Disziplinarstrafe automatisch einmal gesperrt ist, sowie die verletzten Marco Müller (Knie) und Eric Stephan (Leiste). Auch Stürmer Thomas Merl (Hand) ist noch nicht fit.

Fotos von dem Spiel

Bilder des Spiels: Huskies gegen Bremerhaven

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Rubriklistenbild: © HNA

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