19.30 Uhr, Eissporthalle

Wiedersehen der besonderen Art: Huskies-Trainer Rico empfängt heute Ex-Klub Bayreuth

Da hatte er noch Haare: Diese Aufnahme entstand Anfang September 2001. Der damalige Bayreuth-Trainer Rico Rossi (rechts) im Gespräch mit Vaclav Drobny. Foto: Mularczyk

Kassel. Es ist ja so eine Sache, wenn es um Wiedersehen mit einer alten Liebe geht. Sie können nostalgisch schön sein, sie können aber auch schmerzen. Für Huskies-Trainer Rico Rossi steht so ein Wiedersehen heute Abend auf dem Programm.

Denn die Kasseler empfangen ab 19.30 Uhr Aufsteiger Bayreuth und damit jenen Klub, den Rossi 2001/2002 trainierte. Es könnte ein durch und durch schönes Wiedersehen geben für Rossi. Sportlich gesehen gehen seine Kasseler als Favorit in die Partie, auch wenn der Coach warnt: „Die Bayreuther spielen wie ein Aufsteiger spielt: Hart, mit viel Leidenschaft und Herz.“

Auch persönlich freut er sich auf das Wiedersehen. Kam in Gesprächen das Thema auf die Tigers, äußerte er sich stets positiv. Die Drähte nach Oberfranken sind bis heute nicht abgerissen. Mit Teammanager Dietmar Habnitt ist er befreundet. „Er ist ein super Mensch. Er hat mich damals nach Bayreuth geholt. Wir haben schon in den ersten Gesprächen gemerkt, dass wir auf einer Wellenlänge liegen“, blickt Rossi zurück.

Wir übertragen das Spiel per Radio und Ticker.

Im Sommer 2001 war das. Der junge Trainer hatte nach zwei Jahren als Coach in der Alpenliga in Mailand und drei weiteren in der Oberliga beim EV Duisburg eine neue Herausforderung gesucht und beim Oberligisten in Bayreuth gefunden.

Das Engagement allerdings endete deutlich früher als geplant. „Ich musste nach vier, fünf Monaten wieder gehen“, erinnert sich Rossi. Nicht wegen Erfolglosigkeit, sondern weil sich der Verein finanziell übernommen hatte beim Versuch, die Profimannschaft in eine GmbH auszugliedern.

Gut möglich, dass die Familie Rossi sonst länger geblieben wäre. Denn als Coach steht Rossi für Kontinuität – etwas, das es im Eishockey-Geschäft mittlerweile eher selten gibt. In Heilbronn arbeitete er zehn Jahre, bei den Huskies hat seine dritte Saison begonnen.

Die Erinnerungen an die Monate in Bayreuth aber sind noch lebhaft – sportlich wie persönlich. „Die Derbys gegen Selb waren großartig. Zu meinen Spielern damals zählte übrigens auch Larry Mitchell“, erklärt Rossi. Mitchell trainiert derzeit das DEL-Team der Straubing Tigers. „Die Eishalle in Bayreuth ist speziell. Sie ist recht alt, hat kleine Kabinen. Die Fans machen viel Lärm. Es wird für viele Teams nicht einfach, dort zu bestehen.“

In die ersten Wochen fiel ein weltpolitisches Ereignis: 9/11, die Anschläge auf das World Trade Center in New York. „Eigentlich hatten wir Training, aber dann erzählte jemand, was gerade passierte. An Eishockey war natürlich nicht mehr zu denken und wir haben nur noch vor dem Fernseher das Geschehen verfolgt.“ Und dann lacht er, als ihm ein anderes Ereignis einfällt: „Mein Sohn Rico Junior ist dort in den Kindergarten gekommen. Er war drei Jahre alt und hat am Anfang nur geweint, weil er nicht dorthin wollte. Wir haben direkt neben dem Kindergarten gewohnt und meine Frau hat den ganzen Vormittag immer durchs Fenster geschaut, weil sie ihn trösten wollte. Nach einem Monat war das aber Gott sei Dank vorbei, und er ist immer voller Begeisterung in den Kindergarten gegangen.“ Doch so lebhaft die Erinnerungen noch sind – heute zählt nur Kassel. Rossi sagt: „Hier ist meine Heimat.“

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