Huskies feiern den Punktgewinn wie einen Sieg

Huskies nach dem Derby gegen Frankfurt: „Sie geben wirklich nie auf“

Kassel/Frankfurt. Verrückt, irre, packend: Die Beschreibungen des dritten Hessenderbys zwischen den Löwen Frankfurt und den Kassel Huskies hatten allesamt denselben Tenor: Solch ein Eishockey-Spiel in der DEL 2 gibt es nicht alle Tage.

Der zwischenzeitliche Vier-Tore-Rückstand der Gäste, der Ausgleich, der Gegentreffer in der Verlängerung zum 6:7, der eine Niederlage besiegelte, die sich letztlich eher anfühlte wie ein Sieg – der Rückblick auf einen Abend mit vielen Auffälligkeiten.

Aufholjagd und Reaktionen

Aktualisiert um 18.15 Uhr

Eigentlich kommen die Huskies in fremden Hallen nur dann noch mal aus der Kabine, wenn sie gewonnen haben – nämlich, um mit ihren Fans den Auswärtssieg zu feiern. Doch am Sonntagabend war das alles ein klein bisschen anders. 500 mitgereiste Fans forderten inbrünstig: „Wir wollen die Huskies sehen.“

Die Mannschaft folgte der Bitte und holte sich den verdienten Lohn für eine wieder mal denkwürdige Leistung ab – zumindest für die in der letzten Viertelstunde, über die die Trainer Folgendes sagten: „Sechs Tore zu Hause sind normalerweilse genug, um zu gewinnen. Heute haben sieben Tore nur für zwei Punkte gereicht. Die Huskies haben im letzten Drittel das Selbstvertrauen gehabt und als Männer gespielt. Wir waren in dieser Phase viel zu weich und haben Panik bekommen“, urteilte Frankfurts Trainer Rich Chernomaz. Das war den Spielern anzumerken – denn in dieser Phase verwandelten die Huskies ein 2:6 in ein 6:6. „Klar wäre es noch großartiger gewesen, wenn wir gewonnen hätten. Aber wir haben einen Punkt geholt. Danach sah es 15 Minuten vor dem Ende ja nicht aus. Ich bin riesig stolz auf diese junge Mannschaft. Sie überrascht mich immer wieder. Die Jungs geben wirklich nie auf. Sie glauben aneinander, sie glauben an den Sieg. Wie dieses Team spielt, ist riesig“, lobte Huskies-Cheftrainer Rico Rossi.

Vielleicht kitzelte er genau diesen entscheidenden Biss in der zweiten Drittelpause heraus. „Ich habe ihnen gesagt, dass jeder verlieren darf. Aber ich wollte, dass wir als Mannschaft Herz und Charakter zeigen.“ Und genau das tat sein Team dann auch.

Die Special Teams

13 Tore fielen im Derby – allein acht, als jeweils eine Mannschaft einen Mann mehr auf dem Eis hatte. Viermal trafen die Huskies in Überzahl, viermal allerdings musste auch Kassels Keeper Markus Keller bei einem Frankfurter Powerplay hinter sich greifen. Ein Stück weit verkehrte Huskies-Welt also. Denn: „Unser Unterzahlspiel ist normalerweise eine Bank“, sagte Rossi. Aber was war schon normal an diesem verrückten Derby-Abend. Denn „das Powerplay war dafür großartig“. Das half, die Patzer im Kasseler Spiel vor allem aus dem ersten Drittel auszugleichen. Denn die 140 Sekunden, in denen die Löwen auf 4:1 davonzogen, erinnerten nicht nur Rossi stark an jene Phase, als die Huskies unlängst gegen Ravensburg eine Vier-Tore-Führung verspielt und 4:5 nach Penaltyschießen verloren hatten.

Bleibt festzuhalten: Die Huskies können auch Powerplay. Von ihren 20 Toren aus den Spielen gegen Crimmitschau und Frankfurt an diesem Wochenende erzielten sie insgesamt sieben in Überzahl.

Das Lazarett

Während Huskies-Angreifer Justin Kirsch gegen die Löwen angeschlagen geschont wurde, schickt sich ein anderer Rückkehrer an, wieder aufzublühen: Der kanadische Angreifer Taylor Carnevale ließ in den ersten beiden Spielen nach seiner Verletzungspause mit drei Toren und zwei Vorlagen aufhorchen. Rossi sagt: „Er hat noch Luft, aber er kommt in Schwung.“

Bleibt Sören Sturm. Der Verteidiger wurde vom Frankfurter Brett Breitkreuz gegen Hals und Nacken gecheckt. Rossi sagte: „Er hat zwar noch zwei, drei Wechsel gespielt, dann aber Schwindel und keine Luft mehr bekommen.“ Auch am Montag plagten Sturm noch Kopfschmerzen. „Wir müssen abwarten. Es ist eher unwahrscheinlich, dass er am Wochenende spielen kann“, erklärte Huskies-Pressesprecher Max Seidenfaden am Montagabend.

 

Eishockey: Huskies gegen die Frankfurter Löwen

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren: Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.