Tempo und Tore

Nach dem 7:2 gegen Ravensburg: Huskies waren jung, hungrig und bissig

Ausgehebelt: So wie hier Adriano Carciola (links) gegen Hans Detsch brachten die Huskies ihre Ravensburger Gäste häufig aus dem Gleichgewicht. Foto:  Fischer

Kassel. Am Ende eines denkwürdigen Eishockey-Abends war selbst der Trainer ein wenig platt: „Fünf Tore in zehn Minuten. Das ist nicht normal“, wunderte sich Rico Rossi. Ein Rückblick auf das Wochenend-Spiel.

Um dann schnell lachend hinterherzuschieben: „Wir nehmen das aber gerne.“ In diesen begeisternden, mitreißenden zehn Minuten des Mitteldrittels legten seine Kassel Huskies den Grundstock zum 7:2 (0:0, 6:0, 1:2)-Sieg gegen Ravensburg, der dem Aufsteiger das erste Sechs-Punkte-Wochenende in der DEL 2 bescherte.

3000 Zuschauer feierten ihre Huskies und vor allem den neuen Torhüter Mika Järvinen. Schon während des Spiels und nach der Sirene, als sei die Saison bereits in den Playoffs angelangt. Dabei war dies erst das zweite Wochenende der jungen Runde. Doch ihre Mannschaft hatte die angesichts von drei Siegen in drei Spielen favorisierten Gäste im Mitteldrittel überrannt, sich die Begeisterungsstürme verdient. Die Huskies spielten so, wie ihr Trainer sie charakterisiert: „Sie sind jung, hungrig und bereit.“

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„Und schnell“, möchte man noch hinzufügen. Denn dass die im ersten Drittel gleichwertigen Ravensburger nach der ersten Pause so unter die Räder gerieten, das hatte vor allem auch mit dem Höllentempo zu tun, das die Huskies vorlegten. Als Beispiele zu nennen sind vor allem die unwiderstehlichen Antritte von Conor Morrison und Adriano Carciola auf dem rechten Flügel, die zu den Treffern eins und sieben führten.

Ebenfalls auffällig: Die erfolgreiche Forechecking-Taktik, die in etwa mit dem Pressing von Borussia Dortmund im Fußball vergleichbar ist. Fast schon überfallartig wird der Gegner in seiner Verteidigungszone attackiert. „Wir wollen keinen Puck verloren geben. Auch nicht in den Ecken des Gegners“, sagt Rossi. Auch das führte zu zwei Toren, weil die Ravensburger zunächst in Kasseler Unterzahl (!) und danach mit fünf gegen fünf zu vielen Fehlern provoziert wurden. „Es war ja schon immer schwer, in Kassel zu spielen, aber heute waren diese Huskies so bissig, so laufstark und so mutig“, sinnierte Gästetrainer Daniel Naud.

„Unser Forechecking hat sich ziemlich gelohnt“, bilanzierte Michi Christ derweil grinsend. „Ja, es war riskant, wie wir zu Beginn des zweiten Drittels in Unterzahl nach vorn marschiert sind und Ravensburg überrumpelt haben. Aber wir hatten das Glück und dann hat’s so richtig plopp gemacht und der Knoten ist geplatzt.“

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Ein Garant dafür sei einer, der nicht auf Torejagd geht, sondern sie verhindert: Mika Järvinen, der Neue. Christ: „Das ist ein richtig toller, geiler Typ. Nett, sympathisch und ein Riesentorwart, der noch viel mehr kann. Er gibt uns ganz viel Sicherheit.“ Der Finne hat einen Vertrag nur bis Ende Oktober. Nach diesem auch für ihn denkwürdigen Abend aber sagt er: „Warum sollte ich nicht länger bleiben?“

Von Frank Ziemke und Gerald Schaumburg

Video: Huskies gegen Ravensburg

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