Ex-Huskies-Torhüter beendet Karriere vorzeitig

Kassel Huskies: Finkenrath macht Schluss

So kennen ihn die Fans: Benjamin Finkenrath. Foto: Fischer

Kassel. Es war Mitte des Schlussdrittels am Freitagabend, als es ein bisschen so war wie früher: Da begrüßte Sven Breiter übers Hallenmikrofon in der Eissporthalle Benjamin Finkenrath.

Da schallten „Finke, Finke“-Sprechchöre vom Heuboden. Finke aber stand diesmal nicht für die Kassel Huskies zwischen den Pfosten. Der ehemalige Publikumsliebling saß auf der Haupttribüne und genoss noch einmal die Zuneigung der Fans. „Das war ein schönes Gefühl. Gerade das Kasseler Publikum ist ein besonderes und mir ans Herz gewachsen“, sagte er später.

Nun muss der Torhüter die Schlittschuhe an den Nagel hängen. Er beendet seine Karriere als Eishockey-Profi vorzeitig – mit gerade einmal 29 Jahren. „Eigentlich war mein Plan immer, bis 36, 37 Eishockey zu spielen. Aber nachdem im Sommer meine alte Hüftverletzung wieder aufgebrochen ist, war irgendwann klar: Das war’s. Es macht keinen Sinn mehr.“ Die Entscheidung sei ihm nicht leichtgefallen. „Ich habe Eishockey gespielt, seitdem ich sieben bin. Wenn es dann plötzlich von heute auf morgen zu Ende geht, ist das kein schönes Gefühl.“

In der Oberliga-Saison 2012/13 war Finke einer der Erfolgsgaranten der Huskies. „Für mich sind die Playoff-Finalspiele gegen Bad Nauheim die letzten richtigen“, sagt er heute. Denn in der Vorbereitung zur Saison 2013/14 verletzte er sich an der Hüfte. Nach langer Reha trug er im Januar noch dreimal das Huskies-Trikot. Dann streikte die Hüfte wieder. Ebenso wie im Sommer nach wenigen Tagen Eistraining in Köln. Bei den neuen Huskies-Betreibern hatte er keinen Anschlussvertrag erhalten. „Ich hatte noch zwei gute Angebote aus der DEL 2. Aber wenn du schon beim Radfahren Schmerzen in der Hüfte hast, weißt du: Es ist besser aufzuhören.“

Das hat er nun getan. „Klar, erst war es ein Riesenschock. Aber jetzt ist alles okay, so wie es ist. Es gibt andere, die schlimmere Schicksalsschläge erleben“, erkärt er. Derzeit plant er mit´hilfe der Berufsgenossenschaft eine Umschulung. „Es wird was im kaufmännischen Bereich werden“, sagt Finkenrath. In den nächsten drei Jahren heißt es: Berufsschule und Ausbildung statt Eishockeytraining. „Dem Eishockey aber werde ich immer verbunden bleiben“, sagt er.

Die schönste Ablenkung hat er ohnehin seit Anfang Januar: Da brachte Freundin Franziska Sohn Till auf die Welt. Die kleine Familie lebt in Gummersbach. Und zu den Huskies hält er weiterhin engen Kontakt. Zu den Playoffs will er wiederkommen. „Es ist toll zu sehen, was da passiert. Da ist wirklich gute Arbeit geleistet worden. Für diese Huskies kann es in den Playoffs ganz weit gehen.“

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