Torwart Frazee und der erste Block beeindrucken

Kassel Huskies gewinnen 4:1 gegen Heilbronner Falken

Kassel. 47 Minuten und drei Sekunden lang war die Heimpremiere von Jeff Frazee makellos. Dann kassierte der neue Torwart der Huskies bei einem Heilbronner Konter einen Gegentreffer durch Dustin Cameron.

Mehr aber ließ der Zerberus nicht zu - und war so beim 4:1 (3:0, 1:0, 0:1) gegen die Falken auf Anhieb ein maßgeblicher Garant für den sechsten Heimsieg der Kasseler Cracks in der zweiten Eishockey-Liga.

Dabei rückte der Amerikaner schon früh in den Fokus. Denn Frazees Vorderleute begannen pomadig und ließen die Gäste gewähren. Was ins Auge hätte gehen können, denn Ackermann traf das Gestänge, bei Camerons Schlagschuss und Sergej Janzens Versuch war Frazee gefordert.

Sein Gegenüber Philipp Lehr indes bekam zunächst nichts zu tun, gar nichts – und dann ruck, zuck die Kiste voll. Aus den ersten fünf Torchancen machten die Kasseler eiskalt drei Tore, geradezu eingeladen „von dem Chaos in unserer Defensive“, wie Gästetrainer Igor Pavlov befand. Jens Meilleur brach nach einem Fehlpass der Falken mit filigranem Rückhand-Schlenzer den Bann nach sieben Minuten. Dann eroberten die Huskies an der Blauen Linie den Puck, und Mike Collins versenkte das Hartgummi per Handgelenksschuss im kurzen Eck (9.). Adriano Carciola krönte schließlich einen perfekten Konter über die rechte Seite aus dem Halbfeld mit dem 3:0 (18.).

Ein klarer Vorsprung der Huskies, die aber schon jetzt nur mit ihrer Effektivität beeindruckten. „Nein, einen Schönheitspreis hätten wir heute nicht gewonnen“, bilanzierte Trainer Rico Rossi. Denn auch im zweiten Drittel stand Jeff Frazee mehr unter Beschuss als erwartet. Doch der Zerberus hielt die Null und seinen Kasten sauer. Seine größte Tat bescherte ihm nach 25 Minuten donnernden Applaus: Als die Kasseler Feldspieler ungeordnet durchwechselten wie eine Bambini-Truppe, da stürmten gleich zwei Heilbronner mutterseelenallein auf Frazee zu. Das musste das 1:3 sein! Doch der US-Boy fischte Sergej Janzen und Conor O’Donell großartig die Scheibe weg.

Weil auf der anderen Seite Adriano Carciola mustergültig freigespielt ein endlich mal perfektes Powerplay des ersten Blocks mit dem 4:0 und dritten Treffer dieses Trios krönte (30.), steuerten die Kasseler nach dem zweiten Drittel ihrem sechsten Heimsieg entgegen. Doch ein mögliches Schützenfest blieb aus, weil die Gastgeber vorn immer mehr an Zielstrebigkeit einbüßten und hinten bei einem Heilbronner Konter nicht im Bilde waren. Cameron hatte freie Bahn zum Ehrentor, und die Heimpremiere des machtlosen Frazee war eben nur fast perfekt.

„Das ist kein Drama“, sagt der Neue später lachend. „Wir haben die drei Punkte. Und ich hatte trotzdem meinen Spaß mit diesen Fans hier. Das ist ja wirklich sensationell.“ Und mit seinen Vorderleuten ging er nicht hart ins Gericht. „Nach den schnellen Toren war es nicht leicht, weiter konzentriert zu spielen. Aber sie haben mir Platz gelassen, die Pucks kommen zu sehen.“

DEL2: Kassel Huskies gegen Heilbronner Falken

SR: Fischer (Osterode). Z: 3019 Tore: 1:0 (6:58) Meilleur (Christ), 2.0 (8:45) Collins (Zeiler), 3:0 (17:26) Carciola (Collins, Zeiler), 4:0 (29:15) Carciola, Collins, Zeiler - 5:4), 4:1 (47:03) Cameron (O’Donelll)

Strafminuten: Kassel 10, Heilbronn 13 plus Spieldauer Cameron

Von Gerald Schaumburg

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