Mit Tattoos, Hunden und Gitarren

Indianer mit Eishockey-Elfe: Philipp Schlager über seine Rückkehr zu den Huskies

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Geht wieder mit der Rückennummer 62 aufs Eis: Philipp Schlager.

Kassel. Er hält es mit Zocker und Loki, dem Gott des Schabernacks. Genauer gesagt: Er hält sie. Zocker ist eine Französische Bulldogge, Loki ein Mischling, kaum größer. Die beiden Vierbeiner begleiten Philipp Schlager und seine Frau Mecida durchs Leben.

Nicht nur in Schwenningen, wo der 30-Jährige zuletzt auf Torejagd ging, sondern auch in Kassel. Bei den Wild Wings zählte er zu den Publikumslieblingen. Doch die Schwaben waren eher im Tabellenkeller als in Playoff-Regionen zu finden. „Nur zu verlieren ist nicht einfach. Der Faktor, in welcher Liga ich spiele, war nicht so entscheidend für mich“, gesteht Schlager.

Und so kehrt der Stürmer nach sechs Jahren bei den Wild Wings in der DEL nun zu jenem Klub zurück, den er 2010 verlassen hatte, um nach Schwenningen zu wechseln. „Kassel ist ein erfolgreicher und guter Eishockey-Standort. Trainer Rico Rossi arbeitet hier, den ich aus Heilbronner Zeiten kenne. Und der Klub ist für mich eine gute Möglichkeit, eine andere Rolle mit mehr Verantwortung zu übernehmen“, begründet er seine Entscheidung, zum Zweitliga-Meister zu wechseln.

Würde der Fantasy-Fan ein Buch über seine Karriere schreiben, es könnte also gut den Titel „Zurück in die Zukunft“ tragen. Denn so manches ist ihm aus den beiden ersten Spielzeiten in Kassel noch vertraut. Die Trattoria Pippo beispielsweise, die von den Eltern seines ehemaligen Mitspielers Fabio Carciola betrieben wird. „Da werde ich bestimmt noch öfter hingehen“, kündigt Schlager an. Nicht viel verändert habe sich auch in der Kabine der Huskies.

Verändert aber hat sich der Mensch Schlager. Seit anderthalb Jahren ist er verheiratet. Und: „Ich bin ein anderer Spieler geworden. Damals war ich einer der Jüngsten im Team, jetzt bin ich nach Austin und Manu der Drittälteste. Mich konnte man schnell aus der Fassung bringen. Heute bin ich gelassener, spiele mit mehr Köpfchen“, erklärt er. Allerdings sei er noch derselbe Kämpfertyp. „Ich gehe gern in die Ecke, hole mir dort die Scheibe und spiele dann einen guten Pass.“ Davon dürften in der neuen Saison Thomas Merl und Manuel Klinge profitieren, mit denen er eine Reihe bildet. „Manu muss spuren“, sagt Schlager in breitem Bayrisch und lacht. „Merle und ich kommen beide aus der Nähe von Bad Tölz. Wir sind ,zwoa Oberlandler’ wie es bei uns heißt.“

Auch optisch hat sich einiges getan. Von der wilden Lockenmähne, die ihm zu Hochzeiten lang auf den Rücken fiel, hat er sich zugunsten eines Kurzhaarschnittes im Sommer getrennt. Viele Tattoos zieren mittlerweile seinen Körper und erzählen Kapitel seiner Geschichte. Aus dem Indianertotem auf dem Oberschenkel spricht die Liebe zu Pferden, die die Familie im heimischen Reichenbeuern hält. Zum Bild passt, dass Schlager privat auch Federn sammelt. Die Eishockey-Elfe auf dem rechten Unterarm, die mit einem Schläger in der Hand niederkniet, zeige seine Ehrfurcht vor dem Eishockey. Auf Elbisch, der Sprache aus „Herr der Ringe“, steht auf dem Unterarm geschrieben: Sei wie du bist.

Fehlt eigentlich noch eine Gitarre, die Schlager so gern spielt. Bei den Huskies jedenfalls gehört er zu jenen, die den spielerischen Rhythmus vorgeben sollen.

Steckbrief: Philipp Schlager

Position: Sturm

Rückennummer: 62

Bisherige Vereine: Mannheim (DEL), Bietigheim (2. Liga), Heilbronn (2. Liga), Kassel (DEL), Schwenningen (DEL und 2. Liga).

Familienstand: verheiratet mit Mecida

Hobby: Gitarren, Akkordeon, Tiere

Leibgericht: Bulgur mit eingelegten Hähnchenschenkeln

Außer Eishockey: Fachabitur

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