0:8-Niederlage gegen Bietigheim

Kassel Huskies: Plötzliches Ende der Partyzeit nach Heimspiel-Pleite

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Frustriert neben seinem Tor: Huskies-Keeper Markus Keller kassierte gegen Bietigheim fünf Gegentore, bevor er seinen Platz für Mirko Pantkowski räumte.

Kassel. Es war der berühmte Sturz von Wolke sieben. Eben noch im größtmöglichen Wohlfühlmodus, schwebend im Glücksgefühl. Und dann das: eine deftige Pleite.

Lange Gesichter. Ratlosigkeit. Und deutliche Worte. Nach dem Sieg im Summergame von Frankfurt, diesem Derbysieg auf den letzten Drücker, schien es ja, als könne sich der Rausch der Meisterschaft dauerhaft fortsetzen bei den Kassel Huskies. 8000 Eishockey-Fans bejubelten den Sieg ihres Teams nicht weit weniger frenetisch als den Titelgewinn in der DEL 2 vor wenigen Monaten.

Im ersten Heimspiel der Saison aber war die Partyzeit beendet. Sehr plötzlich. Und sehr schmerzhaft. 0:8 gegen Bietigheim. Null zu acht! Gegen die Mannschaft, die die Huskies im Finale im Durchmarsch von nur vier Spielen furios bezwungen hatten. Und nun das: Ein schwarzer Abend, an dem nichts, aber auch gar nichts klappte. Bietigheim, obwohl ersatzgeschwächt, war in allen Belangen besser. Immer einen Schritt voraus. Gedanklich schneller. Technisch besser. Und im deutlichen Willen, eine Revanche zu schaffen, den Huskies in puncto Arbeitswillen weit voraus.

Während es auf den Rängen nach der Pleite erstaunlich ruhig blieb – den Meisterbonus werden die Huskies-Fans ihrer Mannschaft so schnell nicht nehmen – sprach später zumindest eins für die Gastgeber: Sie nahmen kein Blatt vor den Mund. „Wir haben nichts umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten. Nichts hat geklappt. Ich habe keine Erklärung für diesen Auftritt. Auch nicht für meinen eigenen“, sagte Verteidiger Alexander Heinrich. Kapitän Manuel Klinge wurde noch deutlicher. „Wir haben nicht gearbeitet. Das war kollektives Versagen. Ich bin frustriert und enttäuscht. Wenn wir als Huskies etwas erreichen wollen, dann müssen wir Tag für Tag Charakter zeigen. Im Training wie im Spiel. Heute war das nicht der Fall.“

Sehr ähnlich klang das beim Trainer: „Wer etwas erreichen will, der muss dafür arbeiten. Wir haben heute zugeschaut. Gegen solch einen starken Gegner können wir nicht denken, wir spielen mal mit. Wir stellen unser Team bewusst so zusammen: als hart arbeitende Mannschaft. Wir werden in den nächsten Wochen also noch härter arbeiten im Training“, sagt Rico Rossi. Was durchaus als Drohung an die Mannschaft zu verstehen sein dürfte.

Bei der klappte über 60 Minuten nahezu nichts. Deutlich wird das am Beispiel Braden Pimm. Eine Woche zuvor war der Stürmer Mann des Spiels in Frankfurt, diesmal versprangen ihm die Pucks, misslangen die Zuspiele, verpuffte jede Torgefahr. Richtig bitter für die Gastgeber waren vor allem die letzten fünf Minuten, als sie mit drei weiteren Treffern regelrecht gedemütigt wurden.

Huskies empfangen die Bietigheim Steelers

Am kommenden Wochenende spielen die Huskies in Kaufbeuren und gegen Rosenheim. Der Meister wird dann die richtige Reaktion zeigen müssen.

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