Dresdner Eislöwen gegen Huskies

Kaugummi-Bill Stewart - ein Trainer steht im Fokus

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Ein legendäres Foto: Der heutige Dresdener Bill Stewart als Trainer der Adler Mannheim am 9. Januar 2003.

Kassel. Seine Blasen mit Kaugummis sind legendär, ebenso seine Auftritte am Spielfeldrand und nach den Spielen: Mit Bill Stewart steht nun eine schillernde Figur als Trainer an der Bande der Dresdner Eislöwen, die an diesem Sonntag um 17 Uhr bei den Huskies in der Kasseler Eissporthalle gastieren.

Der 58 Jahre alte Italo-.Kanadier stammt wie die Kasseler Verantwortlichen Rico Rossi und Joe Gibbs aus Toronto. Als Verteidiger bestritt er 273 NHL-Spiele für die heimischen Maple Leafs, Buffalo, St. Louis und Minnesota. Via Italien und Österreich kam er 2000 nach Mannheim. Mit den Adlern holte er vom 27. November 2001 bis zum 18. Januar 2002 15 Siege in Folge (bis heute DEL-Rekord) und 2003 auch den Titel. Er arbeitete später auch in Krefeld, Hamburg und Köln.

Viele Geschichten ranken sich um Stewart. Als Coach der Barrie Colts versuchte er 2000, den ukrainischen Nachwuchsspieler Wladimir Schernenko im Kofferraum des Mannschaftsbusses über die kanadische Grenze in die Vereinigten Staaten zu schmuggeln. Beide wurden erwischt, Stewart durfte sechs Jahre lang nicht in die USA einreisen und erhielt ein zwischenzeitliches Berufsverbot.

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Im März 2001 stürmte Stewart als Mannheimer Coach im Viertelfinale auf sein Pendant Pavel Gross (heute Wolfsburg) von den Berlin Capitals los und fügte ihm per Faustschlag eine Platzwunde am Kopf zu. Stewart wurde eine Zeit lang gesperrt, stand aber schon am 20. April im Finale gegen die München Barons erneut im Fokus: Adler-Stürmer Jan Alston hatte Probleme mit den Schlittschuhen. Prompt simulierte der Coach auf der Bank eine Kreislaufschwäche und ließ sich behandeln. Die Unterbrechung des Spiels dauerte lang genug, um Alstons Ausrüstung zu reparieren.

Bill Stewart hat in Dresden Thomas Popiesch (50) ersetzt, der am Silvestertag entlassen wurde und nun in Bremerhaven tätig ist. „Ich bin hart, aber fair“, sagt Kaugummi-Bill über sich und ist erfolgreich mit den Eislöwen: Fünf der ersten sieben Spiele wurden gewonnen und immerhin 17 von 21 Punkten geholt auf dem Weg in die Playoffs.

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