Ein Interview über die Playoffs mit Frankfurt gegen Kassel

Ex-Husky Matt Tomassoni: „Ist kein normales Spiel für mich“

Da war er noch ein Kasseler: Matt Tomassoni im Januar 2015. Im Sommer wechselte er dann nach Frankfurt. Foto: Fischer

Es ist eine Rückkehr der besonderen Art: Wenn die Kassel Huskies den Viertelfinal-Knüller der DEL2-Playoffs gegen Frankfurt eröffnen, steht einer ganz besonders im Blickpunkt.

Und zwar: Matt Tomassoni, offensivstarker Verteidiger im Kader der Löwen. Denn in der vergangenen Saison war er selbst noch ein Husky. Im Interview spricht der 26-jährige US-Amerikaner über das emotionale Wiedersehen mit dem Ex-Klub.

Herr Tomassoni, freuen Sie sich, dass es ausgerechnet gegen ihren Ex-Verein geht? 

Wir berichten am Freitag ab 19.30 Uhr im Ticker und bei Radio HNA live und in voller Länge von der Partie.

Zwischenstände der Partie finden Sie auf www.kassel-live.de.

Matt Tomassoni: Eigentlich schon. Es ist für mich kein normales Spiel. Auf dem Eis wird es sicher sehr intensiv zugehen. Da gibt es keine Freundschaften mit den Gegnern, das wird ein schöner Kampf. Nach dem Spiel werde ich aber sicher mit alten Freunden schwatzen. Vor allem mit den Spielern, die schon vorige Saison in Kassel waren, pflege ich Kontakt, besonders mit Adriano Carciola und Michi Christ. Nach dem letzten Spiel der Huskies in Frankfurt haben wir uns über die Möglichkeit, in den Play-offs gegeneinander zu spielen, schon mal vage unterhalten.

Was wird das Duell ihrer Meinung nach entscheiden?

Tomassoni: Die Emotionen werden sicher hoch kochen. Daher wird ein großes Thema die Disziplin sein. Die entscheidende Rolle könnte den Über- und Unterzahl-Formationen zufallen.

Was glauben Sie: Wie werden Sie von den Kasseler Fans empfangen? 

Tomassoni: Ich denke schon, dass es vor dem Spiel und während des Matches Pfiffe gegen mich geben wird. Das gehört zur Derby-Atmosphäre. Aber nach dem Spiel verstehen wir uns wieder. Bei den beiden Spielen, die wir während der Runde am Auestadion absolvierten, waren die Fans hinterher stets fair und freundlich.

Gibt es Unterschiede zwischen den Fans der Huskies und der Löwen? 

Tomassoni: Sie sind sich sehr ähnlich. Beide sind sehr leidenschaftlich. Ich merke da keinen Unterschied.

Bleiben wir mal beim Stichwort Unterschiede: Ist das Training in Frankfurt anders als in Kassel? 

Tomassoni: Generell sind die Abläufe sehr ähnlich. Beide Trainer legen mal Schwerpunkt auf die Taktik, dann wiederum auf die Zweikämpfe. In Kassel wurde zweimal täglich bis Dezember trainiert, in Frankfurt nur bis November. Auch in der Dauer der Einheiten gibt es kleine Unterschiede. In Kassel verbringt man mehr Zeit auf dem Eis.

Wo sehen Sie denn die Vorteile der Huskies? 

Tomassoni: Die Huskies sind eine physisch sehr starke Mannschaft, sehr stabil in der Offensive, mit gefährlichen Stürmern wie Jamie MacQueen, Braden Pimm oder Verteidiger Sören Sturm. Spielt Kassel Powerplay, muss man besonders auf Manuel Klinge achten. Und auf Verteidiger Mike Little, der ist sehr offensivstark.

Und was zeichnet die Löwen aus? 

Tomassoni: Wir sind physisch auch stark. Für uns spricht die aktuelle Form und die Statistik. Wir haben die Huskies in der laufenden Saison dreimal geschlagen. Daraus ziehen wir Selbstbewusstsein. Das ist ein mentales Thema: Wir wissen, dass wir sie schlagen können.

Vergleichen wir weiter. Sie haben in beiden Städten gelebt. Wo gefällt es Ihnen besser? 

Tomassoni: Kassel und Frankfurt könnten nicht unterschiedlicher sein. Aber ich habe mich in Kassel wohlgefühlt und tue es jetzt auch in Frankfurt. In Kassel warst du näher an allem dran, es ist eine schöne Stadt. Frankfurt ist eine Großstadt. Hier hat man wiederum mehr Möglichkeiten, etwas zu unternehmen.

Warum haben Sie sich eigentlich für Frankfurt entschieden? 

Tomassoni: Wir hatten ein starkes Team in Kassel, die Fans waren zu mir großartig. Aber nachdem ich seit 2012 stets nach jeder Saison wieder umziehen musste, will ich in Frankfurt langfristig bleiben, hier mit dem Team etwas aufbauen.

Blicken wir auf die Serie. Wagen Sie einen Tipp? 

Tomassoni: Es gibt keinen Favoriten. Jeder hofft natürlich, in vier Spielen gewinnen zu können. Aber das ist nicht realistisch. Ich möchte mich nicht festlegen, denke aber auf jeden Fall, dass es ein enges Duell sein wird. Wir müssen mindestens einmal in Kassel gewinnen, das macht es für uns nicht einfacher.

Matt Tomassoni (26), 2014/15 bei den Kassel Huskies unter Vertrag, gehörte mit elf Toren und 31 Vorlagen in 52 Spielen zu den fünf punktbesten Verteidigern in der DEL2. Im Sommer 2015 wechselte er zu den Löwen Frankfurt. Kurios: In den bisherigen 52 Einsätzen für die Löwen brachte er es ebenfalls auf elf Tore und 31 Vorlagen. Der US-Amerikaner ist ledig.

Von Michael Löffler

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