Trainer Gentges verhilft dem nächsten Gegner zu neuem Schwung

Königsborn: Frischer Wind dank hartem Hund

Starker Mann in Königsborn: Frank Gentges Foto: Fischer

Kassel. Mit dem Königsborner JEC treffen die Kassel Huskies morgen (19.30 Uhr, Kasseler Eissporthalle) auf einen Gegner, der vor der Saison als Geheimfavorit gehandelt wurde. Bislang stimmt die Bilanz: Die Bulldogs finden sich trotz der 3:4-Niederlage am Sonntag in Essen auf dem vierten Tabellenplatz wieder.

Dabei hätte der Verein seine Mannschaft vor der Saison beinahe vom Spielbetrieb in der Oberliga abgemeldet. Bis mit Frank Gentges (48) ein neuer Trainer und Sportmanager nach Unna kam.

Zum Hintergrund: Gentges gilt als exzellenter Eishockey-Coach, war schon mal Trainer des Jahres in der Oberliga, betreute unter anderem erfolgreich Dortmund, Frankfurt und Krefeld. Gentges ist ein Trainer, der alles von seinen Spielern abverlangt. Beispiel gefällig? Als er noch Trainer in Frankfurt war, führte seine Mannschaft haushoch. Doch er gab sich mit dem Spielstand nicht zufrieden und raunzte seine Spieler an, sie sollten mehr Gas geben. Mit Gentges’ impulsiver Art kam nicht jeder Spieler klar. Hinter den Kulissen rumorte es, die Presse berichtete darüber, hinzu kam ein persönlicher Schicksalschlag in der Familie – Gentges kapitulierte und ging im Februar vorzeitig. Seine sportliche Bilanz mit den Löwen: 36 Spiele ohne Niederlage nach regulärer Spielzeit.

In Königsborn geht’s zwar geruhsamer zu, seine markige Art hat sich der 48-Jährige aber bewahrt. Beim 8:1-Sieg der Bulldogs gegen Ratingen Anfang Oktober erkannte der Coach „ein Aufmerksamkeitsdefizit“ bei einigen Spielern. „Dieses ständige spielen an der Konsole und am Handy vernebelt einigen wohl den Blick aufs Wesentliche“, sagte er.

Mit der aktuellen Situation könnte der neue starke Mann bei den Bulldogs zufrieden sein. Zufrieden? Dieses Wort kommt dem Cheftrainer und Sportmanager Frank Gentges sicher nicht über die Lippen. Klar ist, wo Gentges ist, gibt’s nur Vollgas. Noch ein Beispiel? „Ich wünsche mir ab und zu mal eine Schlägerei im Training“, sagte Gentges mal in einem Interview mit der Bild-Zeitung. Der Mann lebt Eishockey und verlangt dieselbe Einstellung von seinen Spielern.

Wäre Gentges nicht gekommen, wären zumindest in der Oberliga die Lichter für den Eishockeysport in Unna ausgegangen. In der Vergangenheit bewies Gentges bereits, dass er aus wenigen Mitteln das Maximale aus seinen Mannschaften herausholen kann. Der Eishockeysport in Unna hat nur eine Chance, wenn er auch von den Zuschauern angenommen wird – das machte der Vorstand vor Saisonbeginn klar. Vergangene Saison kamen im Schnitt 200 Zuschauer, jetzt sind es fast doppelt so viele. Der Gentges-Faktor macht’s möglich.

Von Daniel Schneider

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