Drastische Strafen sind wahrscheinlich

„Liga wird ein Zeichen setzen“: DEL2 ermittelt gegen Huskies und Pinguine

Kassel. Auch zwei Tage nach den skandalösen Szenen am Ende des Spiels zwischen den Huskies und Bremerhaven mit 254 Strafminuten liefen bei der Ligenleitung die Drähte heiß.

„Wir sichten alle vorliegenden Informationen, ermitteln in viele Richtungen und haben weitere Stellungnahmen und Videomaterial angefordert“, erklärte DEL2-Geschäftsführer René Rudorisch.

Zu analysieren sei dabei nicht nur das Geschehen auf dem Eis, sondern auch rund um das Spiel in der Halle. Die Szenen der Partie auch vor den Prügeleien am Ende, der Stromausfall ausgerechnet in der „heißen Phase“, die Pressekonferenz mit den Äußerungen der Trainer Rico Rossi und Benoit Doucet - „da gibt es eine Menge aufzuarbeiten, zu prüfen und schließlich zu bewerten“, erklärt Rudorisch.

So gehe es in den Ermittlungen auch um Becherwürfe auf die Eisfläche und auf die Bremerhavener Spielerbank, um Wasserspritzer von dort in die Zuschauer, um unbeteiligte Personen auf der Strafbank. Verantwortliche und Betroffene beider Klubs bekämen folgerichtig die Verpflichtung, aber auch die Chance sich zu erklären, auch der (umfangreiche) Bericht der Schiedsrichter sowie Videomaterial sei in Ruhe und konzentriert auszuwerten, um ein möglichst detalliertes Bild von den Ereignissenzu bekommen.

„Nach jetzigem Stand“, so Rudorisch, „sind Fehler auf beiden Seiten offenkundig“. Aber es gehe nicht zuletzt auch darum, die Ursachen und Auslöser der Prügelszenen herauszuarbeiten. „Das ist schwierig genug, aber die Basis, um alle Verfehlungen eindeutig benennen zu können.“

René Rudorisch

All das werde einige Zeit in Anspruch nehmen, Urteile noch in dieser Woche seien eher unwahrscheinlich, erläuterte Rudorisch. Eines aber machte der DEL2-Geschäftsführer schon deutlich: „Natürlich werden wir sehr genau im normalen Maß unseres Regelwerks bleiben. Aber es muss allen Beteiligten auch klar sein, dass die Liga ein Zeichen setzen wird für die Zukunft. Denn die Geschehnisse am Sonntag in Kassel sind weit entfernt von dem Stil, in dem wir uns die Abwicklung des Spielbetriebs im deutschen Eishockey wünschen.“

Bei der Bestrafung von Vereinen und Spielern sind nach den Verantwortlichen für den Spielbetrieb der DEL 2 dann der Ligenleiter Rudorisch selbst sowie der Disziplinarausschuss gefordert. Und es darf als sicher gelten, dass der vergangene Sonntag die Beteiligten auf beiden Seiten nicht nur ganz viel Renomee, sondern auch eine ordentliche Stange Geld kosten wird. Einzelnen Spielern drohen lange Sperren.

Huskies wie Pinguine halten sich derweil sehr zurück. Auf den Internet-Homepages verlieren beide Seiten kaum ein Wort über die Ereignisse des Sonntag. Die Fans indes diskutieren in den Foren sehr intensiv.

Auch Stephan fällt nun aus 

Derweil gehen den Huskies vor dem Hessenderby am 13. November gegen Frankfurt die Verteidiger aus. Marco Müller (Knie) fehlt schon länger, nun hat es auch Eric Stephan erwischt: Der 21-Jährige musste sich gestern einer Leistenoperation unterziehen und wird vier bis sechs Wochen ausfallen.

Gesperrt sein werden Mathias Müller nach seiner dritten Disziplinarstrafe und Dorian Saeftel nach seiner Matchstrafe gegen Bremerhaven.

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Rubriklistenbild: © Schachtschneider

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