Nach Penalty-Schießen

Huskies siegen nach Penalty-Schießen 5:4 gegen Frankfurt

Kassel. Die Halle war ausverkauft. Es war das Wer-wird-Erster-Derby in der Oberliga West. Es war die perfekte Konstellation – und wurde ein Eishockey-Festtag für die Kassel Huskies, die bereits geschlagen schienen, aber triumphal zurückkamen.

Mit 5:4 (2:2, 1:2, 1:0 - 1:0) bezwangen sie die Löwen Frankfurt im Penaltyschießen, werden die Zwischenrunde auf Platz eins abschließen. Den entscheidenden Penalty verwandelte Petr Sikora.

Was aber war das für ein dramatisches Spiel, was gleich für ein erstes Drittel. Spektakulär und packend für die Zuschauer, phasenweise wahrscheinlich zum Haareraufen für die Trainer.

Uli Egen musste ansehen, wie die Gäste voller Elan loslegten. Ja, die Huskies wurden überrumpelt. Allein in den ersten 90 Sekunden musste Benjamin Finkenrath drei Großtaten zeigen, um den Rückstand zu verhindern. In der 3. Minute war aber auch er machtlos gegen den Schuss von Landon Gare. Ja, man musste sich schon in dieser Anfangsphase Sorgen machen um die Huskies, die ohne Alexander Heinrich und Ales Kreuzer antraten. Es war ihr Torhüter, der sie im Spiel hielt. So in der 5. Minute, als Roland Mayr dreimal (!) frei vor ihm auftauchte.

Dann aber halfen die Gäste den Huskies, endlich ins Spiel zu kommen. In der 7. Minute kassierten sie gleich zwei Strafminuten - und ganz schnell stand es 1:1. Kyle Doyle traf zum Ausgleich (8.). Von nun an ging es munter hin und her, rauf und runter. Die Löwen waren spielerisch überlegen, die Huskies zeichnete aus, dass sie immer wieder zurückkamen.

Jakub Rumpel brachte Frankfurt in Überzahl 2:1 in Führung (12.), doch Manuel Klinge glich ruckzuck aus. So ging es weiter.

Auch im zweiten Durchgang, als die Gastgeber den Beginn wieder verschliefen. Zehn Sekunden dauerte es, da nutzte Michael Schmerda die Schlafmützigkeit zum 2:3. Schocken aber ließen sich die Huskies nicht. Keine zwei Minuten später marschierte Verteidiger Semen Glusanok über die linke Seite vor und traf mit einem satten Schuss zum 3:3.

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Jetzt endlich nahmen die Gastgeber das Heft in die Hand, hatten vor allem durch den von der Strafbank kommenden Doyle die Chance zur Führung (35.). Die aber erzielten erneut die Löwen. Erneut in Überzahl, diesmal durch Mayr. Ärgerlich in dieser Phase, dass die zahlreichen Attacken gegen Finkenrath nie geahndet wurden, obwohl die Schiedsrichter ansonsten kleinlich pfiffen und Strafen in Serie verhängten. Noch ärgerlicher aber, dass Kassel wieder hinterherlaufen musste. Das fiel ihnen schwer. Die Löwen standen nun auch defensiv gut.

Unerbittlich tickte die Zeit herunter. Nichts schien mehr zu gehen. Bis, ja bis Michi Christ sich 90 Sekunden vor der Sirene den Puck entschlossen ins Netz jagte und die Verlängerung rettet. Die Halle kochte. Sie musste die dramatische Verlängerung durchleben, die entscheidenden Penalties. Dann traf Sikora, dann parierte Finkenrath dreimal - und die Derbysieger-Partie begann.

Von Frank Ziemke

SR: Seckler (München)/Schmidt
Zuschauer: 6100 (ausverkauft) 
Tore: 0:1 (2:14) Gare (Fiedler), 1:1 (7:11) Doyle (Schwab, Willaschek - 5:4), 1:2 (11:39) Rumpel (Liesegang, Kreuzmann - 5:4), 2:2 (13:03) Klinge (Valenti, Sikora - 5:4), 2:3 (20:10) Schmerda, 3:3 (21:51) Glusanok, 3:4 (39:10) Mayr (Schoofs, Gare - 5:4), 4:4 (58:33) Christ (Klinge, Valenti),
Strafminuten: Kassel 20 + 10 Christ + 10 Willaschek, Frankfurt 22 + 10 Rumpel.

Bilder aus der Eishalle

Huskies gewinnen gegen Löwen

Das Live-Video

Hier können Sie sich das Spiel noch einmal in voller Länge ansehen.

Der Ticker zum Nachlesen

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Icefighter
(0)(0)

"Wir sind raus" Zitat ende"!

Wir waren doch nie richtig drin!

Sid AmosAntwort
(0)(0)

Ist ja geschehen.. "Wir sind raus" Zitat ende
Und das noch vor der Veranstaltung wo ja angeblich die Weichen gestellt werden sollten und nach der ja die guten Nachrichten kommen sollten. Oder?

Icefighter
(0)(0)

Ergänzung zu meinem Vorkommentar:

Kein Zweitligist hat die bis zum 15. Februar geforderte Bürgschaft von 100.000 Euro bei der DEL hinterlegt. Dies bestätigte Bietigheims Geschäftsführer Volker Schnabel auf Eishockey NEWS-Nachfrage am Freitag nachmittag. Nachdem vorher Bremerhaven, Landshut und Schwenningen bereits abgewunken haben, blieben am Ende nur noch die Steelers übrig, die vor einigen Wochen noch verkündeten, als Tabellenführer die Summe aufbringen zu wollen. "Nein, wir haben die Summe nicht hinterlegt und kein anderer Zweitligist auch nicht", so Schnabel.

Sollte also ein DEL-Club nach der Saison ausscheiden oder keine Lizenz erhalten, so kann für ihn nach derzeitigem Stand kein Zweitligist nachrücken, da neben der sportlichen Qualifikation (mindestens Halbfinal-Teilnahme) auch die Hinterlegung der Bürgschaft bis 15. Februar nötig gewesen wäre. Ein sportliches Aufstiegsrecht für den Meister gibt es ohnehin nicht.

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