Kassel schlägt Bietigheim mit 5:2

Meisterfeier der Huskies - Partynacht der Selfies

Kassel. Auch als weit nach Mitternacht die Sportlerhymne „YouLll never walk alone“ zum x-ten Male durch die Eissporthalle dröhnt, sind Trainer Rico Rossi in Badelatschen, Verteidiger Mike Little und andere Spieler in voller Montur immer noch unterwegs auf dem immer weicher werdenden Eis.

In der Nacht von tausenden Selfies werden sie nicht müde, jedem Fan den Wunsch nach dem ganz persönlichen Erinnerungsfoto zu ermöglichen. „Diese unglaublichen Playoff-Wochen, dieser Abend, diese Nacht und diese großartigen Fans werde ich nie, nie, nie in meinem Leben vergessen“, gibt der glückstrahlende Coach, der zuvor schon sein eigenes, ganz persönliches Video gedreht hatte, zwischen den unzähligen Glückwünschen und Umarmungen zu Protokoll.

Auch HNA-Redakteur Jens Nähler nutzte die Gelegenheit, um ein Foto mit Huskies-Kapitän Manuel Klinge zu erhalten. Zuvor hatte er mit Steffen König vom Medienteam der Huskies das Playoff-Finale auf Sprade.tv übertragen.

„Großartig und unbeschreiblich“, so formuliert Little mehr als zwei Stunden nach der Schlusssirene seine Eindrücke und genießt das Bad in der Menge in vollen Zügen. In Iserlohn hatten sie ihn im vergangenen Sommer getestet, aber für die DEL als zu schwach bewertet. Nach 17 Alpenliga-Spielen für Graz (Österreich) war der 28 Jahre alte Amerikaner im Herbst dann nach Kassel gekommen – und erklärt nun: „Ich könnte jetzt an keinem anderen Ort auf dieser Welt glücklicher sein als hier.“ Trotz immens viel Eiszeit sei er niemals müde geworden, sagt der laufstarke Blueliner, „denn diese Fans und die Siege haben uns immer weiter getragen, immer weiter“.

Markus Keller (Torwart und als wertvollster Spieler der DEL2-Playoffs ausgezeichnet): „Es war im Sommer genau der richtige Schritt, aus der DEL nach Kassel zu gehen. Hier habe ich viel gespielt – und bin jetzt Meister. Großartig, oder!? Nach dem 0:2, als der Puck noch abgefälscht war, sah es schlecht für uns aus, wir waren viel zu aufgeregt. Aber dann haben wir uns als Team zusammengerauft und unser konditionelles Plus noch ausgespielt.“

Kevin Gaudet (Trainer Bietigheim): „Wir hatten kein Glück in dieser Serie. Null. Das habe ich in 26 Jahren noch nie erlebt. Verletzungen ohne Ende, wie schon über die Saison hinweg, Pech mit den Schiedsrichtern, Strafzeiten, nicht gegebene Tore wie in Kassel im zweiten Spiel am letzten Sonntag. Zählt das Tor, steht es 1:1 in der Serie und alles kann ganz anders laufen. Es zählt nicht, wir verlieren – das war wie ein K.o-Schlag. 

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Ich bin stolz auf meine Jungs. Aber auf der anderen Seite haben die Huskies mit unglaublich viel Mut und Herz gespielt. Sie haben so viele Schüsse von uns geblockt, das war auch entscheidend. Sie haben eine perfekte Mischung zu einem Topteam gemacht und aus der perfekten Ausgangslage von Platz vier aus ohne Druck auch das perfekte Ergebnis gemacht. Ohne vier Stammspieler können wir diese Kasseler nicht schlagen, zumal Markus Keller unglaublich gehalten hat. Er ist verdient der MVP.“

Sebastian Alt (Ex-Husky, nun Steelers-Verteidiger): „Der Verlust von Dominic Auger und die drei Zeitstrafen nach 53 Minuten haben uns umgebracht. Mit nur noch drei gelernten Verteidigern ging am Ende physisch nichts mehr.“

Joe Gibbs (Geschäftsführer Huskies): „Jetzt ist das Wunder perfekt, zu 100 Prozent. Vor 20 Monaten erst haben wir angefangen in der DEL2, bei Null damals. Zu Saisonbeginn 2014 hatten wir kein Eis, nicht einmal genug Spieler. Und jetzt sind wir Meister, weil wir alle immer daran geglaubt haben. Wir haben nie gewackelt, auch nicht als Fans unruhig geworden sind in der Hauptrunde.“

Simon Kimm (Halleneigentümer): „Wir haben Vieles richtig gemacht und wir hatten das nötige Glück. Wir haben viele Prämien gezahlt fürs Weiterkommen, aber dieser wunderbare Erfolg war es absolut wert. Ein großartiger Abend.“

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Taylor Carnevale (Stürmer): „Es hat sich zu 100 Prozent gelohnt, auf diesen einen Abend zu warten. Ich habe bis zu meiner Verletzung eine gute Saison gespielt in den Spielen, in denen ich eingesetzt wurde. Ich werde meinem Vater jetzt eine Nachricht senden, der als Trainer 2013 hier mit Bad Nauheim Oberliga-Meister geworden ist. Ich war Zuschauer damals.“

Austin Wycisk (Stürmer): „Die Hauptrunde war sicher nicht optimal. Aber in den Playoffs dann gegen Frankfurt hat es plötzlich plop gemacht und es hat alles gepasst. Absolut alles, das habe ich so noch nie erlebt. Jeder hatte seine Rolle im Team, wir hatten eine perfekte Mischung.“

Adriano Carciola (Stürmer): „In der Hauptrunde hatte ich die Seuche am Schläger. Dann kam Rico Rossi zu mir und hat gesagt, ich soll das mit den Toren abhaken, Gas geben und mir keinen Kopf machen. Dass wir gegen Frankfurt ran mussten war zunächst ein Schock. Aber dann war auch klar: Wer Meister werden will, der muss alle schlagen. Und so war der Sweep gegen die Löwen für uns der Dosenöffner zum Titel.“

Rubriklistenbild: © Nähler

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