Nur noch drei Einheimische im Huskies-Kader, aber andere könnten nachrücken

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Die verbliebenen Einheimischen im Huskies-Kader: Michi Christ, Manuel Klinge und Alex Heinrich.

Kassel. Sie waren da, als das Eishockey in Nordhessen einst am Boden lag und führten es stetig wieder nach oben.

Und sie haben nicht zuletzt in den vergangenen Playoffs zum Beispiel gegen Frankfurts Legionäre nicht nur sportlich, sondern vor allem auch emotional den Unterschied ausgemacht: Die Kasseler Jungs.

Angeführt von Kapitän Manuel Klinge waren die Einheimischen Michi Christ, Alex Heinrich und Adriano Carciola sowie der „eingebürgerte“ Sven Valenti die Leithunde bei den Kassel Huskies und Identifikationsfiguren für die Region. Nun aber sind es nur noch drei – Klinge, Heinrich und Christ –, nachdem Carciola (nach Ravensburg zu Bruder Fabio) sowie Valenti (Karriereende) ausgeschieden sind. Ist das Kasseler Modell also ein Auslaufmodell?

Was sagt Mokros?

„Nein, das muss es nicht sein“, sagt Milan Mokros. Und der 58-Jährige, der seit Jahren die Talentschmiede der Eishockey-Jugend Kassel auf Kurs hält, weiß es besser als jeder andere. „Wir haben zwar nach Yannik Valenti im November auch jetzt wieder mit Paul Kranz nach Mannheim und Ruben Weitzer nach Regensburg zwei tolle Talente des Jahrgangs 2001 verloren, weil sie dort mehr Eiszeiten und noch bessere Förderung erhoffen. Aber im Jahrgang 98/99 haben wir auch mindestens fünf Jungs von 16, 17 Jahren, die es bei guter Förderung weit bringen können“, sagt Mokros.

Wer ist auf dem Sprung?

Tim-Luca Krüger

Die Stürmer Tim-Luca Krüger, Louis Trattner, Lasse Bödefeld und Leonardo Ewald sowie Verteidiger Nico Schnell haben in der Deutschen Nachwuchs-Liga des jüngeren Jahrgangs (DNL2) mit dem EJK-Team das Halbfinale der deutschen Meisterschaft erreicht und sind nur knapp an Meister Iserlohn gescheitert. „Diese Jungs haben größte Chancen, wenn sie mental nicht abheben“, urteilt Mokros. „Sie würde ich in ihrer Entwicklung jetzt durchaus auf eine Stufe stellen mit den jungen Michi Christ und Alex Heinrich damals.“

Was sagt Rico Rossi?

Talente, die auch bei den Huskies-Verantwortlichen im Visier sind. Krüger und Ewald haben bereits bei den Profis des DEL2-Teams mittrainiert und dürfen zur Vorbereitung im Sommer ebenso wiederkommen wie die Torhüter Felix Michel (18) und Lars Bernhofen (18). „Wir haben diese Burschen immer im Auge und arbeiten gern mit jungen Leuten“, erklärte Trainer Rico Rossi. Denn: „Für die Mannschaft sind Kasseler Jungs wichtig. Sie bringen Ehrgeiz und Chararkter hinein, schaffen Verbundenheit mit der Region“, sagt Rossi. Und: „Sie geben unseren externen Spielern das Gefühl von Heimat, vermitteln ihnen unseren Stolz und Ehrgefühl.“

Wer spielt in der DEL?

Derek Dinger

Weitere Kasseler sind in anderen Ligen und an anderen Orten unterwegs. Allen voran Verteidiger Derek Dinger bei den Panthern in Augsburg. „Wenn die Huskies in die DEL aufsteigen, dann komme ich zurück“, sagte der 29-Jährige im März in der Eishalle. Eine Rückkehr von Moritz Müller (29) aus Köln dagegen erscheint viel unwahrscheinlicher. Torwart Mirko Pantkowski (18) wird aus Mannheim zunächst nach Nordamerika gehen, könnte aber später als Förderlizenzler der Adler wieder in Kassel spielen.

Wer ist noch unterwegs?

Jan-Luca Sennhenn

Ältere Ex-Huskies wie Tobi Schwab (31), Artjom Kostyrev (34), Alex Engel (33) und Semen Glusanok (28) sowie Florian Böhm (25) und Fabian Pyszynski (23) bilden das Korsett von Oberligist Braunlage. Jüngere wie Jan-Luca Sennhenn (15) und Erik Betzold (16) sind bei den Junghaien im Kölner Talentschuppen aktiv. Mit Leuten wie NHL-Jungstar Leon Draisaitl als „Vorfahren“. Justin Schütz (15) lernt in Salzburg.

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