Atemberaubender Sieg der Huskies

Party nach dem Summergame: Olé in Endlosschleife

Frankfurt. Das sollte jetzt eigentlich eine ganz normale Umfrage unter Fans der Kassel Huskies werden. Wie also haben Sie das Summergame gefunden?

Wie hat Ihnen die Stimmung gefallen? So was halt. Und dann das zehn Minuten nach dem atemberaubenden 5:4 der Huskies beim Summergame gegen die Löwen in der Frankfurter Commerzbankarena: Unter dem Dach der Osttribüne zwischen Block 18 und 19 entwickelt sich eine Party, die jede Umfrage nach Stimmung und Wohlbefinden hinfällig macht.

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Es ist jetzt knapp 22 Uhr an diesem 10. September, es sind immer noch 26 Grad, und die ersten Anhänger stimmen ein: „Ole, oleeee, ole,ole, oleeee, EC Kassel ole, EC Kassel ole, EC Kassel oleee.“ Und dann nochmal. Und nochmal. Und nochmal. Es kommen jetzt immer mehr, die Fans hüpfen, sie tanzen. Und es kommen immer mehr, die den Spätsommerabend in Südhessen zu einer beschwingten Hochsommerparty machen. „Ole, oleeee, ole, oleeee.“

Es sind jetzt weit mehr als hundert Fans, manche tragen noch Sonnerbrille, manche haben ihr letztes Hemd längst ausgezogen, die Polonaise läuft an. So muss es an der Copacabana nach dem dritten Caipirinha für alle sein. Nur halt mit Meer vor der Nase und nicht mit einer Betonschüssel. „Ole, oleeee, ole, oleeee.“

Das Ganze verselbstständigt sich. Die Fans, die am Rand stehen, zücken ihre Handys, machen Videos oder Fotos. Zwei Eisverkäuferinnen kommen mit ihrem Eiswagen vorbei, sie wippen im Takt dieses Oleoleeees, und es hätte wohl nicht gefehlt, dass sie noch ein Eis für alle geschmissen hätten. Mitten im Trubel tut sich eine Trommlerin auf, die auf die Trommel eindrischt als sei es ein Sandsack für Boxer. Immer lauter. Ole.

Summergame in Frankfurt: Huskies gewinnen dramatisches Spiel

Die Party ist eine, die gute Laune in Kübeln ausschüttet und alle ansteckt. Der Trommlerin geht fast die Kraft aus, sie muss die Sonnenbrille gegen eine normale Brille austauschen, aber auch sie macht immer weiter. Ole in Endlosschleife. Mehr braucht es nicht für diesen Moment, der sich verlängert und verlängert.

Mitten im Trubel: Diese Trommlerin gab den Takt des Fanjubels vor.

Um kurz vor halb elf schwenken die Huskies-Anhänger dann um auf andere Gesänge. Sie skandieren „Derbysieger“, sie gehen in die Knieund singen leise: „So geh’n die Frankfurter.“ Und dann strecken sie sich und brüllen: „So geh’n die Kasseler, die Kasseler, die geh’n so.“ Die Trommlerin trommelt immer noch, bis sie ein Mann antippt und ihr bedeutet, dass der Bus gleich abfährt. Es ist jetzt an der Zeit, abzuziehen von diesem Fleckchen zwischen Block 18 und 19 unter dem Dach der Osttribüne, das diese Kasseler zum Ort des kollektiven Frohsinns machten. Ein letztes Ole.

Rubriklistenbild: © Jan Huebner

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