Aufholjäger stehen vor dem Titel

Overtime-Huskies! Doyle entscheidet Playoff für Kassel

Kassel. Der Wahnsinn ist immer weiter steigerbar: In Kassels Eishalle grüßt täglich das Playoff-Murmeltier. Und dieses Murmeltier trägt ein Huskies-Trikot. Denn sie haben es wieder getan.

Sie haben wieder zurückgelegen. Sie haben wieder ausgeglichen. Sie sind wieder in die Verlängerung gegangen. Und die unglaublichen Aufholjäger der Kassel Huskies haben im Playoff-Finale der Eishockey-Oberliga auch das zweite Heimspiel gegen Bad Nauheim in der Verlängerung gewonnen. 3:2 (0:0, 0:1, 2:1 - 1:0) diesmal. Nach dem fünften Overtime-Heimsieg in Folge haben sie nun am Freitag den ersten Titel-Matchball.

Trainer Uli Egen hatte sich etwas einfallen lassen, personell einiges verändert. Alex Heinrich spielte Stürmer – an der Seite von Michi Christ und Petr Sikora. Manuel Klinge rückte neben Brad Snetsinger und Kyle Doyle. In der Verteidigung spielte Jan Loboda.

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Hier können Sie das komplette Spiel der Kassel Huskies gegen Bad Nauheim noch einmal in der Wiederholung ansehen.

Sie machten dann auch Druck von Beginn an. Und die Fans, sie taten alles, ihr Team zu unterstützen. Standen immer wieder, statt zu sitzen. Klatschten und sangen ununterbrochen ihr „EC Kassel, ole“. Gute Chancen, die gab es auch. Von Heinrich, der nach Thomas Owers Fehler den freiliegenden Puck nicht erwischte (7.). Durch Alexander Engels Schüsse (11. und 15.). Und vor allem bei Brad Snetsingers Konter in der Schlussminute, als Ower Riesenglück hatte, dass der Puck an seinen Helm klatschte statt ins Tor. Es wäre ein unfassbarer Treffer gewesen, denn die Huskies waren zu diesem Zeitpunkt zwei Mann weniger auf dem Eis.

Allerdings: Die Gäste waren mit ihren Kontern brandgefährlich, hatten durch Strauch (2.), Lang (5.) und später Maaßen (11.) klare Möglichkeiten. Und sie hatten das Glück, dass die Gastgeber mit Beginn des Mitteldrittels umstrittene Strafen kassierten. Eine davon nutzte Daniel Oppolzer in der 25. Minute zum 0:1. Drei weitere Herausstellungen überstanden die Huskies, hatten durch Doyle und Heinrich sogar eine Doppelchance (28.).

Trotzdem:Das kostete Kraft. Das kostete Konzentration. Und das war zu spüren bei der verzweifelten Jagd nach dem Ausgleich. Trotzdem hätte Petr Sikora zweimal das 1:1 erzielen können: bei einem Alleingang, und als er kurz vor der zweiten Pause einen Querpass Heinrichs verpasste. Doch die Sache mit der Unterzahl, die setzte sich fort, machte es immer schwerer.

Huskies gegen Nauheim: Fotos

Eishockey: Kassel Huskies gegen Bad Nauheim

„Auf geht’s Kassel, kämpfen und siegen“, sangen die Fans- und wurden durch ein Wechselbad der Gefühle gejagt. Grenzenloser Jubel, als Artjom Kostyrev gelang, was man eben tun muss, wenn man permanent einen Spieler weniger auf dem Eis hat: ein Unterzahltor schießen. Der Jubel über seinen tollen Sololauf zum 1:1 (44.) aber, der war noch nicht verklungen, da lagen sie schon wieder hinten. Alexander Baum nutzte dieselbe Überzahl zum 2:1.

Wieder mussten die Huskies einen Schock verdauen. Wieder mussten sie hinterherlaufen. Sie taten das mit dem Mut der Verzweiflung. Ihnen fehlte etwas Kraft, Konzentration. Doch sie hatten die Leidenschaft. Und sie hatten Artjom Kostyrev. Der schoss aus der Drehung. Aus spitzem Winkel – und mitten hinein ins Glück, denn die Scheibe trudelte am verdutzten Ower vorbei ins Netz. Wieder ging es in die Verlängerung. Und nach Kostyrev wurde einmal mehr Kyle Doyle zum Helden. Fuhr einen Konter, nahm Maß, traf und machte den erneuten Playoff-Wahnsinn der Huskies-Murmeltiere perfekt.

SR: Daniels (Gelsenkirchen), Z: 6100 (ausverkauft), Tore: 0:1 (24:07) Oppolzer (Baum - 5:4), 1:1 (43:54) Kostyrev (Valenti - 4:5), 1:2 (44:30) Baum (5:4), 2:2 (54:54) Kostyrev (Valenti), 3:2 (64:19) Doyle, Strafminuten Kassel 16 - Nauheim 10.

Die Pressekonferenz

Der Liveticker zum Nachlesen:

Von Frank Ziemke

Rubriklistenbild: © HNA/Schachtschneider

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