Torwart Paar hält bravourös, doch Baunataler Minikader unterliegt Nieder-Roden 19:23

Pleite trotz Paraden: Baunataler Minikader unterliegt Nieder-Roden

Kein Durchkommen: Die Baunataler Paul Gbur (hinten) und Daniel Botte (Mitte) kommen gegen die Nieder-Rodener Philippe Kohl-strung (links) und Alexander Heß (rechts) nicht zum Zug. Foto: Fischer

Baunatal. Wenn selbst 20 Paraden des überragenden Torwarts Conny Paar nicht zum Sieg gegen die HSG Nieder-Roden reichen, dann kann der Trainer nicht zufrieden sein.

Dementsprechend fiel das Fazit von Mirko Jaissle nach dem 19:23 (10:14) seiner Baunataler Eintracht aus: „Mit 24 Fehlwürfen und 16 technischen Fehlern kannst du in der dritten Liga kein Spiel gewinnen.“ Ein Abend zum Vergessen also für die Großenritter? Mitnichten. Denn nicht nur Tausendsassa Paar, der die Eintracht ein ums andere Mal mit seinen Paraden im Spiel gehalten hatte, verdiente sich ein dickes Lob, auch seine sieben Vorderleute. „Die Jungs haben bis zum Umfallen gekämpft und großartigen Charakter gezeigt“, bilanzierte Jaissle und trauerte später umso mehr der verpassten Chance nach: „Schade, heute hätten wir trotz aller personellen Engpässe die Gelegenheit gehabt, zwei ganz wichtige Punkte im Kampf gegen den Abstieg zu holen.“

Denn das ist für den Baunataler Coach gewiss angesichts von nur zwei Zählern Plus auf den ersten Abstiegsplatz sowie den Langzeit-Ausfällen von Dennis Weinrich und Phil Räbiger: „Wir sind noch lange nicht auf der sicheren Seite und werden wohl bis zum Saisonende im Schlamassel stecken.“

Zwei Punkte also sind flöten, weil eben nur sieben Mann ihren starken Auftritt der ersten 20 Minuten nicht durchhalten konnten. Weil nach dem 7:6 durch Daniel Botte die Gäste aus dem Rodgau kein Erbarmen kannten und keineswegs monoton, sondern flink und abgezockt die nun rapide steigende Fehlerquote der Hausherren zur Wende nutzten. Mehr noch: Gestützt auf den ebenfalls großartigen Torwart Marco Rhein, der nun seinen Kasten förmlich vernagelte, zogen die Gäste binnen neun Minuten auf vier Tore Differenz davon. Ein Vorsprung, von dem sie ganz ausgebufft bis zum bitteren Baunataler Ende zehrten.

„Wir hatten keine personellen Alternativen, konnten kaum Luft holen. Dann schwindet erst die Konzentration und dann geht einem die Luft aus“, brachte Niklas Plümacher die Situation auf den Punkt. Gleichwohl war der 21 Jahre junge Linkshänder im rechten Rückraum neben Paar der beste Baunataler. Vier Treffer hat er erzielt, ebenso wie Daniel Botte am Kreis und der Halblinke Justin Brand, und es hätten mit etwas mehr Biss und Selbstvertrauen noch mehr sein können.

In der Abwehr bildete Plümacher mit Paul Gbur zunächst einen starken Innenblock, im weiteren Verlauf aber bekam das Duo nicht die nötige Unterstützung auf den Halbpositionen. „Wir haben nicht mehr gut verschoben, die nötige Kompaktheit verloren - und darauf hat Nieder-Roden nur gewartet“, erklärte Jaissle.

Was für ihn einherging „mit einer unterirdischen Wurfquote“. Felix Geßner überwand Torwart Rhein erst im sechsten Versuch, bei Paul Gbur lagen offensiv diesmal Welten zwischen Anspruch und Leistung.

Das Spiel in der Statistik

Eintracht Baunatal - Rodgau Nieder-Roden 19:23 (10:14)

Baunatal: Paar 20/1 Paraden, 22 Gegentore, 50. - 53. Horn 1/1, Klocke n.e. - Gbur 1 Tor, Hujer 1, Schade 2/1, Botte 4, Schütz n.e., Käse n.e., Plümacher 4, Geßner 3, Brand 4

Nieder-Roden: Rhein (17 Paraden), Hoppenstedt n.e. - Weber 4 Tore, Schmid 3, Zutic n.e., Feldmann n.e., Kohlstrung 2/1, Stenger, Christoffel 1, Heß, Setnikar, Weidinger 5, Kaiser 6/1, Keller 2

Schiedsrichter: Große/Kreutz (Nordhausen). Zuschauer: 250

Siebenmeter: 1/1 : 2/4. Strafen: 4:4 Minuten

Spielverlauf: 0:1 (2.), 3:2 (9.), 3:4 (12., 7:6 (20.), 7:10 (25.), 9:13 (29.), 10:14 - 11:15 (32.), 13:15 (36.), 13:17 (39.), 16:19 (51.), 16:22 (57.), 18:22 (59.), 19:23.

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