Plakate ohne Kasseler Spieler

Kuriose Werbung fürs Summergame: Wo sind denn die Huskies?

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Frankfurter Reklame in Kassel: Nur Löwen-Spieler Richard Mueller ist auf dem Plakat zu sehen, das auch im Stadtteil Harleshausen aufgehängt wurde.

Kassel. Man stelle sich mal vor, der BVB mache in Dortmund Werbung fürs Derby gegen Schalke – mit einem Plakat, auf dem nur ein Schalker, aber kein Borusse zu sehen ist. Unmöglich? Gut möglich. In Kassel aber geschieht gerade genau das.

Seit einigen Tagen hängt an mehreren Stellen in der Stadt Werbung für das Eishockey-Summergame zwischen den Kassel Huskies und den Löwen in der Frankfurter Commerzbank-Arena am 10. September. Doch auf den Plakaten zu sehen sind nicht etwa ein Kasseler und ein Frankfurter Spieler, oder nur ein Husky. Zu sehen ist ausschließlich ein Löwe. 

In ganz Kassel wirbt Richard Mueller für das Derbyspektaktel zum Saisonauftakt der DEL 2. Der Stürmer hat zumindest einen Hauch von Kassel-Bezug: Er gehörte 2010 zum Phantom-Team der Huskies, das im Sommer zwar trainierte, im Zuge der Insolvenz dann aber nie in der DEL antrat.

Auch wenn die Werbung in Kassel hängt – gespielt wird in Frankfurt. Dort sind die Huskies Gäste und hatten deshalb mit der Plakataktion nichts zu tun. Pressesprecher Max Seidenfaden sagt: „Auch wenn wir gern eine Kasseler Variante des Plakats gesehen hätten: Ziel des Spiels für uns und für das Eishockey im Allgemeinen muss es ja sein, die Hütte vollzubekommen. Vielleicht ist es etwas unglücklich, dass auch hier ein Frankfurter auf dem Plakat zu sehen ist. Dennoch aber macht die Werbung ja auf das Spiel aufmerksam. Und es wissen ohnehin alle, dass es ein besonderes Spiel ist.“

Bei den Fans allerdings stoßen die Plakate auf wenig Begeisterung: Basti Vaupel, Vorsitzender des Fanklubs Highlander, beispielsweise erklärt: „Das ist schon ein starkes Stück. Schlechter kannst du in Kassel keine Werbung machen. Normalerweise gehören ein Husky und ein Löwe auf solch ein Plakat. Oder nur Manuel Klinge, Michi Christ oder Alex Heinrich.“ Ähnlich sieht das der Kasseler Fanbeauftragte Sven Breiter. „Wenn es schon um die Huskies geht, dann sollten sie auch mit Bild darauf zu sehen sein.“

Wie also kommt die Werbung zu Stande? Ein Anruf in Frankfurt bringt Licht ins Dunkel. Verantwortlich ist die Stadion Frankfurt Management GmbH, Betreiberin der Commerzbank-Arena und Ausrichterin des Summergame.

Geschäftsführer Henning Enste räumt ein, dass die Auswahl des Motivs unglücklich ist. „Es wäre durchaus sinnvoll gewesen, einen Husky abzubilden. Die Einwände aus Kassel kann ich verstehen. Das ist unglücklich gelaufen. Dafür kann ich mich nur entschuldigen.“ Die Plakate seien schon vor längerer Zeit entworfen worden. Zu diesem Zeitpunkt habe urlaubsbedingt kein Kasseler Spieler zur Verfügung gestanden. Deshalb sei das Motiv gewählt worden, das vorlag. Die Werbung nun noch kurzfristig an Kassel anzupassen, das sei nicht mehr möglich. „Aber generell geht es ja um das Spiel“, ergänzt er.

Und immerhin: Das Huskies-Logo ist ja zu sehen.

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