Aufholjagden, Torfluten und auch mal fliegende Fäuste: Die Kassel Huskies haben richtig was zu bieten

Das Spektakel ist garantiert

Hier wird was geboten: Torjäger Jamie MacQueen (links) ist einer der Huskies, der die Fans so jubeln lässt wie auf dem Foto unten rechts. Gegen Bremerhaven (oben rechts) gab es nicht so viele Tore, aber ein Spiel bei dem die Fäuste flogen. Fotos: Fischer (2), Schachtschneider

Kassel. Nun schau sich einer diese Huskies an: Normal? Können sie fast nicht. Wer in dieser Saison Kassels Eishockeyspielern zuschaut, der kann fast sicher sein, dass er gute Nerven braucht. Spannung und Spektakel sind derzeit fast garantiert. Vier Tore hinten? Kein Problem Vier Tore vorn? Keinesfalls sicher. Weil es so schön ist, hier noch mal ein Überblick über die aufregendsten Spiele der bisherigen Saison. SO KANN MAN MAL AUFHOLEN

Sie sind die Aufholjäger. Die Stehaufmännchen. Die eben, die nie aufgeben. Rückstände machen die Huskies nicht kirre. Beispiele? Gegen Dresden steht es am 20. Dezember 0:2. Bis weit in das letzte Drittel hinein. Dann kommt Mike Little (47.), Dann kommt Thomas Merl (53.). Und schließlich Manuel Klinge (54.): 3:2, drei Punkte. Geht doch. Geht auch auswärts (4:3 nach 1:3 in Rosenheim, 11. Dezember). Und geht noch besser.

Gegen Heilbronn liegen die Huskies am 13. Dezember nach 21 Minuten 0:4 (!) hinten. Am Ende steht es 6:4. Wenn man so will: die Mutter aller Aufholjagden. Das macht Spaß. Und macht noch mehr Spaß im Derby. Deshalb: SO KANN MAN MAL DERBY

Oh wie ist das schön, wenn es gegen Frankfurt geht. Am Sonntag bejubelten die Kasseler Fans ein 6:7 bei den Löwen wie einen Sieg. Warum? Na darum: aus 2:6 wurde im Schlussdrittel noch 6:6. Vier Tore in nicht einmal zwölf Minuten machen aus schon geschlagenen Huskies auch ohne Sieg Derbyhelden. Genauso schön war es am 13. November in der heimischen Eishalle. „Wundersame Wende im Derby“ lautete der Titel unserer Zeitung, nachdem die Gastgeber aus einem 0:3 nach 30 Minuten ein 4:3 gemacht hatten. Braden Pimm, Little und Lennart Palausch bringen die Huskies in die Verlängerung. Am Ende verwandeln Taylor Carnevale und erneut Little zum Derbysieg. SO KANN MAN MAL ABGEBEN

Wer klar führt, gewinnt nicht immer. Das wissen aber nicht nur die Gegner der Huskies. Kassel kann das auch. Am 8. Januar des neuen Jahres reicht ein 4:0 (28.) gegen Ravensburg nicht zum Sieg. Die Gäste kommen noch im Mitteldrittel auf 4:3 heran, gleichen in der 58. Minute aus und gewinnen im Penaltyschießen. Kann mal passieren. Passiert zum Glück nicht immer. Beim 7:5 gegen Rosenheim (16. Oktober) führen die Gastgeber 4:0 und 5:1, lassen die Starbulls aber noch auf 6:5 (57.) herankommen. Erst in der Schlussphase beendet Carnevale das Zittern. SO KANN MAN MAL TREFFEN

Die Huskies 2015/16 können nicht nur knapp. Sie können auch ganz klar. Am 29. November bekommt das zunächst Kaufbeuren zu spüren. 7:0! Das war schon mal der höchste Sieg seit der DEL-2-Rückkehr. Blieb es aber nur bis zum 30. Dezember. Dann hieß es in Freiburg 9:0 für die Huskies. Liga-Rekord in dieser Saison – und das mit acht verschiedenen Torschützen.

Das war schon gut, doch am vergangenen Freitag setzte die Mannschaft von Rico Rossi noch einen drauf. Zwölf Schützen, 14 Treffer, 14:2 gegen Crimmitschau. Jetzt dürfen wir gespannt sein, was im Februar passiert, wenn die Huskies im Rhythmus bleiben. SO KANN ES AUCH MAL DAUERN

Einen Vorgeschmack gab es schon in der Vorbereitung: Prügelderby gegen Frankfurt. Beim 6:5 gibt es insgesamt 202 Strafminuten für die hessischen Kampfhähne.

Es folgt am 1. November das Duell mit Vizemeister Bremerhaven. Rein sportlich ist es ausnahmsweise wenig spannend. Beim 2:5 sind die Gastgeber mal chancenlos. Eine Verlängerung erfährt die Partie trotzdem – in Form von nicht enden wollenden Prügeleinlagen. Das Licht fällt aus, es hagelt Strafen – alles in allem 254 Minuten.

Merke: Das Spektakel ist in dieser Saison garantiert bei den Huskies. Manchmal mit Straf-, meist aber mit packenden, überraschenden Torfluten.

Von Frank Ziemke

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