Starker Heimsieg in der Vorbereitung: Huskies gewinnen gegen Mannheim 5:4

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Kassel. Mit einem überzeugenden Testspiel-Sieg gegen die Adler Mannheim haben die Kassel Huskies gleich im ersten Spiel auf eigenem Eis ein dickes Ausrufezeichen gesetzt. 

Schließlich sind die Adler nicht irgendwer. Sie sind der Deutsche Meister von 2015. Sie zählen zu den Topteams der Deutschen Eishockey-Liga – auch wenn sie in Kassel ohne fünf ihrer Nationalspieler und drei weitere Verletzte antraten. Die Leistung der Huskies soll das nicht schmälern. Im Gegenteil. Denn der nervösen Anfangsphase ließ der amtierende Meister der DEL 2 ein sensationelles zweites Drittel folgen und legte damit den Grundstein für den überzeugenden 5:4 (1:2, 4:0, 0:2)-Erfolg vor 3136 Zuschauern.

Danach jedoch hatte es zunächst nicht unbedingt ausgesehen. Die neuformierten Huskies, sie mussten sich erst einmal finden. Sie waren nervös, leisteten sich manchen Abspielfehler und ungenaue Pässe. Und so trat zunächst das ein, was wohl die meisten Fans erwartet hatten: Die Adler legten vor. Einen schnellen Konter schloss Christoph Ullmann zum 1:0 für die Gäste ab – gerade einmal fünf Minuten waren da gespielt. In der 16. Minute jagte Mathieu Carle die Scheibe in den linken Winkel und ließ Markus Keller im Huskies-Tor keine Chance. Doch immerhin: Die Hausherren kamen noch vor der ersten Pausensirene zurück, auch wenn bei diesem Treffer ein wenig Glück im Spiel war: Austin Wycisk zog von rechts ab, Juri Ziffzer ließ die Scheibe in den Slot prallen, dort rutschte sie Andre Gerartz an den Schlittschuh und von dort über die Linie. Weil der Neuzugang aus Hannover aber keine aktive Bewegung mit dem Schlittschuh gemacht hatte, zählte der Anschlusstreffer zum 1:2 (18.).

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(Kommentatoren: Michaela Streuff & Jens Nähler)

Huskies schlagen Adler aus Mannheim

Saisoneröffnung: 500 Fans empfangen die Kassel Huskies

Und dann kam das zweite Drittel, in denen die Huskies ihre Gäste gnadenlos an die Wand spielten: Den Anfang macht Manuel Klinge. Auf der linken Seite erkämpft er sich den Puck, zieht auf den rechten Flügel und jagt die Scheibe in den rechten Winkel (25.). Knapp zwei Minuten später bedient Toni Ritter mit einem feinen Querpass Brett Wysopal ebenfalls auf dem rechten Flügel und aus nahezu identischer Position wie kurz zuvor Klinge trifft der US-Amerikaner zum 3:2. 44 Sekunden später ist Klinge wieder dran. Und wie. Im Fallen befördert er aus kurzer Distanz den Puck über die Linie – 4:2. Die Zuschauer reiben sich die Augen. Ja tatsächlich, ihre Huskies führen mit zwei Toren gegen die Adler. Und drei Minuten später schallt schon wieder das Ramalamadingdong durch die Halle: In Überzahl ziehen die Huskies auf 5:2 davon - als Torschütze wird Braden Pimm genannt, da er als letzter Kasseler an der Scheibe war. Letztlich aber gehörte dieser Treffer eher in die Kategorie Eigentor (31.).

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Munter ging es auch im Schlussabschnitt weiter. Den Anfang machten die Gäste in Person von Daniel Sparre, der mit einem Drehschuss vom Bullykreis dem bärenstarken Keller beim 3:5 (46.) keine Chance ließ. Doch die Huskies schüttelten den Gegentreffer schnell ab. Sie blieben bissig, konzentriert, spielfreudig. Trafen durch den ebenfalls überragenden Klinge den Pfosten (51.). Dann machte es Jamie Tardif noch einmal spannend. 83 Sekunden vor dem Ende trifft er zum 4:5. Mannheim nimmt Auszeit und dann den Torhüter zugunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis.

Die Adler drücken noch einmal. Doch Keller ist auf dem Posten. Ryan MacMurchy kassiert eine Zehn-Minuten-Strafe. Dann nimmt Huskies-Coach Rico Rossi Auszeit. 14 Sekunden stehen noch auf der Uhr. Doch die Huskies bringen die Führung über die Zeit.

Die Generalprobe für den Auftakt in der DEL 2 ist gelungen. Die Huskies können selbstbewusst ins erste Saisonspiel am kommenden Samstag gehen. Dann, wenn sie im Summergame, im Hessenderby bei den Löwen Frankfurt antreten – nicht irgendwo, sondern im Fußballstadion Commerzbank-Arena. Ein Spektakel, für das die Huskies bestens gerüstet sind.

Verabredete Zugabe

Weil beide Teams aber vorab verabredet hatten, unabhängig vom Ergebnis nach drei Dritteln eine Overtime von fünf Minuten und ein Penaltyschießen auszutragen, gab es noch eine Zugabe, die aber in das offizielle Ergebnis nicht mehr mit einfloss. Zweimal trafen die Mannheimer durch Mirko Höflin (1:14) und Christoph Ullmann (3:16), einmal die Huskies durch Toni Ritter (3:54).

Penaltyschießen

Brent Raedeke vergibt, Toni Ritter scheitert an Ziffzer, Gerrit Festerling scheitert an Keller, Andre Gerartz vernascht mit der Rückhand Ziffzer, Jamie Tardif lupft über Kellers Tor, Philipp Schlager setzt als Letzter den Schlusspunkt.

Anhören auf Radio HNA: So war das 3. Drittel + OT + Penalty

Die Statistik

Schiedsrichter: Lenhart

Zuschauer: 3136

Tore: 0:1 (4:59) Ullmann, 0:2 (15:26) Carle (Ullmann), 1:2 (17:38) Gerartz (Wycisk), 2:2 (24:25) Klinge (Schlager), 3:2 (26:49) Wysopal (Ritter), 4:2 (27:33) Klinge, (Christ, Schlager), 5:2 (30:38) Pimm (5:4), 5:3 (45:51) D. Sparre (Richmond, Carle), 4:5 (58:37)

Strafminuten: Kassel 6 - Mannheim 12 + 10 MacMurchy

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