30.000 sahen das Hessenderby in der Commerzbank Arena

5:4 nach Verlängerung: Kassel Huskies gewinnen Summergame gegen Frankfurt

Frankfurt. Es war in der Tat ein Summergame. Eine Hitzeschlacht auf Eis. Es gab Palmen in der Commerzbankarena. Viele Menschen trugen Hawaiihemden.

Die Temperaturen lagen um die 30 Grad bei dem Derby, mit dem die Saison der zweiten deutschen Eishockey-Liga eröffnet wurde. Die Kassel Huskies bei den Löwen Frankfurt. Im Fußball-Stadion. Vor 30 000 Zuschauern, darunter rund 8000 aus Nordhessen. Es war ein ungewöhnliches Eishockey-Erlebnis. Ein ungeheuer stimmungsvolles. Und vor allem: es war ein dramatisches Spiel, das die Huskies gewannen, als sie es schon fast verloren hatten. 5:4 (2:1, 1:2, 1:1 - 1:0) nach Verlängerung hieß es für die Gäste.

Die Huskies, sie legen in diesem Derby auch los wie die Feuerwehr. Es dauert gerade 57 Sekunden, das erzielt Thomas Merl das 1:0. Eiskalt vor dem Tor. Ins Tor. Das ist ein wahrhaft meisterlicher Start. Kassels Fans singen: "Frankurt, es geht schon wieder los." Die Gäste sind auch das bessere Team, doch sie kassieren einen Ausgleich, der nicht fallen darf. Denn die Huskies sind in Überzahl, als sie den Puck an der Blauen Linie verlieren. Richard Mueller stürmt auf und davon, ist mit seinem Tempo und überwindet auch Markus Keller im Tor.

So sollte Überzahl nicht gehen. Es geht aber auch anders. Das zeigen die Kasseler vier Minuten später. Diesmal nutzen sie den Platz, spielen Carter Proft vor dem Tor frei - und es steht 2:1 (12.). Am Ende des ersten Drittels, hinter der Westtribüne geht die Sonne unter, ist das durchaus verdient.

Summergame in Frankfurt: Huskies gewinnen dramatisches Spiel

Im Team von Trainer Rico Rossi steht auch Esa Lehikoinen. Der Finne, erst am Vortag verpflichtet, verteidigt an der Seite von Corey Mapes. Die Führung aber könnten die Gäste nicht verteidigen. In doppelter Unterzahl müssen sie den Treffer durch Matthew Pistilli hinnehmen (23.).

Es gibt danach viel Kampf auf dem Eis und wenige Chancen. Es gibt einen Show-Boxkampf der Maskottchen. Und vor allem gibt es ein großartiges Gesangsduell auf den Rängen. Die Stimmung ist fantastisch, die 8000 Anhänger der Huskies haben daran ein Löwen-Anteil. Allerdings müssen sie kurz vor der Pause das Frankfurter Führungstor mit ansehen. Dennis Reimer trifft zu einem Zeitpunkt, als die Kontrahenten sich zu neutralisieren scheinen.

Doch die Huskies sind nicht lange geschockt. Sie starten auch im Schlussdrittel furios. In Überzahl gleicht Toni Ritter aus. Gerade eine Minute ist da gespielt. Und es wird nun ein echter Kraftakt, den die Wintersportler im Sommer leisten müssen. Die Huskies erhalten unglaubliche Unterstützung durch ihre Anhänger. Dann leistet sich ausgerechnet der Ex-Kasseler Eric Stephan ein übles Foul an Feodor Boiarchinov, der blutend vom Eis muss. Für Stephan ist der Abend beendet: Spieldauer!

Was die Huskies dann mit der fünfminütigen, phasenweise sogar doppelten Überzahl machen, das aber ist ganz, ganz schwach. Sie spielen keine Chance heraus. Und sie sind anfällig gegen Konter, die sie nur mit Fouls stoppen können. Auch Lehikoinen muss auf die Strafbank. Und als Patrick Jarrett durch ist und gestoppt wird, da gibt es Penalty. Jarrett scheitert - doch das Glück der Huskies scheint aufgebraucht. In der 59. Minute stochert Lukas Laub den Puck reaktionsschnell über die Linie. 4:3 für die Löwen. Das war's doch, oder?

Denkste! Die Huskies haben ja ihren Kapitän. Sie nehmen den Torhüter heraus. Sie gewinnen ein Bully - und dann ist Manuel Klinge da und trifft 34 Sekunden vor der Schlusssirene doch noch zum Ausgleich. Es geht in die Verlängerung. Drei gegen Drei, ein Novum. Markus Keller rettet einmal, zweimal. Dann tritt Braden Pimm an, zieht ins Löwen-Drittel, bedient Jack Downing - und der Neuzugang trifft. Die Huskies-Kurve explodiert. Derbysieg im Summergame - schöner kann eine Saison nicht beginnen.

SR: Müns/Sicorschi 

Zuschauer: 30.000 

Tore: 0:1 (0:57) Merl (Klinge, Pimm), 1:1 (8:38) Mueller (Jarrett - 4:5), 1:2 (12:50) Proft (Ritter, Pimm - 5:4), 2:2 (22:20) Pistilli (Keussen - 5:3), 3:2 (37:57) Reimer (Card), 3:3 (31:01) Ritter (Proft, Pimm), 4:3 (58:28) Laub (Pistilli), 4:4 (59:26) Klinge (Pimm, Proft), 5:4 (62:41) Downing (Pimm)

Besonderheiten: Jarrett (Frankfurt) scheitert mit Penalty (55.)

Strafminuten: Frankfurt 10 + 5 + Spieldauer Stephan - Kassel 10

Der Ticker zum Nachlesen 

Live Blog DEL2: Löwen Frankfurt - EC Kassel Huskies
 

Rubriklistenbild: © Klement

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