Was ist denn da los?

DEL 2: Tilburg darf nicht aufsteigen, Bayreuth kann vielleicht nicht

Im siebten Spiel gescheitert: Fabian Dahlem, hier noch als Coach in Llubljana (Slowenien), konnte mit den Heilbronner Falken den Abstieg aus der DEL 2 nicht vermeiden. Archivfoto:  dpa

Kassel. Die Heilbronner Falken hat es wieder erwischt: Zum zweiten Mal hintereinander sind die Puckjäger vom Neckar sportlich aus der zweiten Eishockey-Liga abgestiegen.

Auch Interimstrainer Fabian Dahlem konnte das Team nicht retten, knapp mit 2:4 wurde das finale siebte Playdown-Duell beim ESV Kaufbeuren mit Trainer Toni Krinner verloren.

Das ist der Fakt. Und dennoch muss angesichts einmal mehr kurioser Entwicklungen rund um Ab- und Aufstieg gefragt werden: Was ist denn da los?

Denn: Abgesehen von der DEL gibt es im deutschen Eishockey tatsächlich noch die Verzahnung zwischen den Ligen. Und wo ein Absteiger ist, nämlich Heilbronn, da wird auch ein Aufsteiger aus der Oberliga gesucht. Und jetzt wird’s interessant: Der ist mit den Tigers aus Bayreuth schon gefunden. Vor dem Finale!

Denn Endspielgegner der Franken sind nach ihrem Triumph gegen Peiting sensationell die Tilburg Trappers mit ihrem tschechischen Trainer Bo Subr. Erstmals überhaupt in einer deutschen Liga dabei, gilt die Ausnahmeregelung für den niederländischen Klub aber nur für den Bereich des Deutschen Eishockey-Bundes, in die DEL 2 darf er nicht aufsteigen. „Und es gibt auch keinerlei Diskussion darüber, das vielleicht sogar nachträglich noch zu ändern“, sagt René Rudorisch, Geschäftsführer der DEL 2.

Okay, diese Regelung ist nachvollziehbar. Diskutiert aber wird dennoch: in und über Bayreuth. Will der Klub tatsächlich aufsteigen, kann er sich die zweite Liga finanziell leisten? „Wenn wir die Zweitklassigkeit irgendwie stemmen können, dann werden wir den Aufstieg auch wahrnehmen“, erklärte der Tigers-Vorsitzende Matthias Wendel, lässt aber auch keine Zweifel daran, dass ein finanzielles Risiko nicht eingegangen werde. Bisher seien auch noch kaum Gespräche geführt worden. Zwar kamen 8671 Zuschauer zu den beiden Halbfinals gegen Favorit Regensburg, doch für die DEL 2 muss der Etat um zirka 700 000 Euro aufgestockt werden.

Sollten die Bayreuther auf den Aufstieg verzichten, dann bekäme Absteiger Heilbronn wohl erneut die Chance zum Zweitliga-Verbleib. Wie schon vor einem Jahr, als der sportliche Absteiger vom finanziellen Aus des EV Landshut profitierte. Eine Perspektive, die ebenfalls wieder kurios ist. Schließlich haben sich die Falken für 2018 als Kandidat für einen Sprung in die DEL beworben.

In der Oberliga indes war Top-Favorit Duisburg als Hauptrundensieger sensationell schon im Viertelfinale mit 1:3 Siegen an Leipzig (8.) gescheitert. Dem Team von Ex-Husky Brad Snetsinger (29), um den es Hochzeitsgerüchte mit seiner nordhessischen Freundin gibt. Mit dem vierfachen DEL-Meistertrainer Lance Nethery als Coach und Sportlichem Leiter wollen die Füchse nun einen neuen Anlauf zum Zweitliga-Aufstieg starten.

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