Video-Szenen

Das war kurios: Puck rutscht langsam zum Eigentor - Huskies freuen sich

Kassel. Die kurioseste Szene in der Zweiten Deutschen Eishockey-Liga seit Langem: Das Eigentor im Spiel der Kassel Huskies gegen Kaufbeuren am Dienstagabend machte Spieler und Fans kurz sprachlos. Wir zeigen die Szenen im Video:

Es war ein Spiel, das Eishockey-Fans rasch vergessen würden. Eigentlich. 5:4 hatte Favorit Kassel gegen Außenseiter Kaufbeuren gewonnen, nach furiosem Auftakt (3:0/10.), mächtigem Durchhänger und dann Bangen bis zum Schluss. Selbst Huskies-Trainer Rico Rossi sagte später: „Es gibt in dieser Phase der Saison keinen Schönheitspreis zu gewinnen. Wer war gut? Egal. Wer hat die Tore geschossen? Auch egal. Nur der Sieg zählt, die drei Punkte.“ Dass dieses Dienstag-Duell dennoch lange im Gedächtnis bleiben wird, das beruht auf den Szenen um die 50. Minute und einer der größten Raritäten dieses Sports: Einem echten Eigentor. 

Die Situation: Eben hat Jean-Michel Daoust das 4:3 erzielt, da blasen die Allgäuer zur Attacke. Austin Wycisk ist als letzter Kasseler am Puck, eine Strafe gegen Husky Mike Little ist angezeigt. Kaufbeurens Torwart Stefan Vajs verlässt das Eis, ein sechster Feldspieler kommt. Kann ja nichts passieren, denn das Spiel wird unterbrochen, sobald ein Kasseler die Scheibe kontrolliert (nicht nur berührt). Der Puck läuft rund ums Kasseler Tor mit Jimmy Hertel. 

Er kommt hinterm Kasten zu Max Schmidle - und da passiert es: Mitch Versteeg und Matthias Bergmann sind uneins, Schmidles Rückpass zur Blauen Linie rutscht durch und nichts und niemand hält ihn noch auf. Ganz langsam überquert der Puck auf der anderen Seite der Eisfläche die Kaufbeurer Torlinie. Das 5:3 für die Huskies, ein Eigentor und die Entscheidung, auch wenn Kronthaler noch auf 4:5 verkürzt. Da es in den Eishockey-Regeln kein Eigentor gibt, wird zunächst Hertel als Torschütze genannt. 

Doch die Videos beweisen: Der Torwart war nicht mehr dran am Puck, sondern Austin Wycisk. Dem wird der Treffer nun gutgeschrieben. „In Kassel nach einem 0:3 noch so stark zurückzukommen, aber dann so unglücklich zu verlieren, das ist ganz bitter“, bilanzierte ESV-Trainer Mike Muller blass. In den ersten zehn Minuten „von der großartigen Kasseler Kreativität“ noch förmlich überrollt, hatten seine Mannen den Favoriten mit Burnells 1:3 nur 23 Sekunden vor der ersten Pause aus dem Konzept gebracht. 

„Wir haben eine junge Truppe, da kann es solche Schwankungen geben“, versuchte Trainer Rico Rossi den krassen Abfall zu erklären. Statt den Gegner weiterhin unter Druck zu setzen, habe seine Truppe auf Abwarten gespielt und förmlich auf Gegentore gewartet. Die kamen prompt bis zum 3:3 (36.). Weil Förderlizenzler Jimmy Hertel im Kasten keine Sicherheit ausstrahlte, weil es ihm seine fahrig und fahrlässig verteidigenden Vorderleute schwer machten, wie Rossi befand. Aber zum Glück traf ja Schmidle – ins eigene Tor.

Rubriklistenbild: © Kolbe

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