Drittes Duell steht bevor

Warum die Huskies die Playoffs gegen Frankfurt bisher dominieren

Ihm steht die Freude ins Gesicht geschrieben: Jean-Michel Daoust trägt erstmals den Goldhelm des Topscorers. Im Hintergrund: (von links) Thomas Merl, Sven Valenti und Kapitän Manuel Klinge. Zwei Fotos:  Storch

Frankfurt. Der Start in die Playoffs ist gelungen. Wobei das fast schon untertrieben ist. Es ist ein Traumstart, den die Kassel Huskies da hingelegt haben.

Ein souveränes 5:2 im Heimspiel am letzten Freitag, ein ebenso umkämpftes wie triumphales 6:4 am Sonntag auf dem Eis des Gegners: In der Viertelfinalserie gegen den Erzrivalen Löwen Frankfurt liegen Kassels Eishockeyspieler nun 2:0 in Front. Sie haben alle Trümpfe in der Hand. Und können heute (19.30 Uhr) den nächsten Schritt tun. Das sind die Gründe, warum die Huskies gegen die leicht favorisierten Löwen bisher die Nase vorn haben:

DIE DISZIPLIN

Wir berichten im Ticker und bei Radio HNA live und in voller Länge von der Partie.

Zwischenstände der Partie finden Sie auf www.kassel-live.de.

„Der Strafbank fern bleiben.“ Diese Forderung klingt so einfach, ist aber in der Hitze der Auseinandersetzung oft nicht leicht umzusetzen. Ab dem zweiten Drittel in Frankfurt kassierten nur noch zwei Huskies Strafen – Sören Sturm nach einem Faustkampf mit Matt Tomassoni allerdings 2+2+10 Minuten. Trotzdem: Die Huskies lernten schneller als Frankfurt, dass Zurückhaltung geboten ist. „Wir müssen uns darauf einstellen, dass die Schiedsrichter nun kleinlich pfeifen. Disziplin ist ein großes Thema in der Serie“, sagt Trainer Rico Rossi.

DIE AUSGEGLICHENHEIT

Angesprochen auf seinen Kapitän gerät Rossi derzeit ins Schwärmen: „Manuel Klinge ist DER Playoff-Mann. Absolut.“ Dann hält er kurz inne – und schiebt noch die anderen Namen der Reihe nach. Thomas Merl. Jean-Michel Daoust, in Frankfurt Träger des Goldhelms. Rossi spricht über Adriano Carciola, der die erhoffte Leistungssteigerung zeigt, in Frankfurt sein vielleicht bestes Saisonspiel lieferte. Und dann ist da ja noch Austin Wycisk, der fast nur in Unterzahl spielt, aber das so zuverlässig tut, der nahezu jedes Bully gewinnt. Und Rossi spricht über sechs Tore und sechs Torschützen. Sechs! Zusammengefasst: Die Huskies haben bisher eine neue Ausgeglichenheit gezeigt, mit ungeheurer Effektivität in der zweiten und gewaltiger Steigerung in der dritten Reihe.

DAS VERTRAUEN

Es gab etwas, das wirklich misslang in Frankfurt: der Auftakt! Nach 28 Sekunden stand es 0:1. Rossi hatte die vierte Reihe auf das Eis gestellt. Ein Puckverlust im Mitteldrittel und Fehlverhalten beim Wechsel – schon war es passiert. Risiko wurde also bestraft – und doch zeigt die Begründung des Trainers, einiges darüber, wie sie ticken bei den Huskies: „Es war ein Signal. Ich wollte der Mannschaft zeigen, dass ich ihr vertraue. Auch denen, die derzeit wenig Eiszeit bekommen“, sagt Rossi. Ging erst einmal schief. Doch Vertrauen in diese Mannschaft, das zeigte sich dann, kann der Trainer haben.

DIE SCHLÜSSELSZENEN

Natürlich gilt es immer wieder, den unermüdlichen Kampfgeist der Huskies zu loben, die eben auch nach einem 1:3 zurückkommen. Fast wichtiger derzeit aber: Die Schlüsselszenen der Partie gehen derzeit an die Huskies. In Frankfurt war es das 2:3 durch Carter Proft am Ende des ersten Drittels, das Frankfurt klar dominiert hatte, das die Partie ins Kippen brachte. Plötzlich war der Glaube zurück bei den Kasselern, plötzlich geriet Frankfurt ins Grübeln.

Und: In beiden Partien legten die Huskies immer noch zu, als die Löwen am Drücker waren. Am Freitag nach dem Anschlusstreffer zum 2:3, als die Gastgeber nicht etwa wackelten, sondern nach und nach den Druck erhöhten – und schließlich die beiden entscheidenden Tore erzielten. In Frankfurt warf die Huskies auch das Unterzahltor zum 3:4 durch Mueller nicht aus der Bahn. Im Gegenteil: Kurze Zeit später führten die Gäste 5:4. 

DER RÜCKHALT

Da bedarf es nicht vieler Worte. Markus Keller hat im Torhüterduell mit Tyler Plante bisher die Nase vorn. Trainer Rossi sagt: „Er hält fantastisch.“

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