Nach dem vierten Sieg im vierten Derby gegen Frankfurt gab es sogar Löwen-Lob für die Huskies

Löwen-Lob: Weil Kassel einfach besser war

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In Frankfurt jubelt es sich doch am schönsten: In dieser Szene freuen sich die Huskies (von links) Christoph Koziol, Marek Vorel, Danny Reiss und Stéphane Robitaille mit dem Torschützen Artjom Kostyrev (verdeckt).

Frankfurt. Rüdiger Storch ist sogar schon mal gesperrt worden. Für zwei Spiele wurde er von der Deutschen Eishockey-Liga auf Eis gelegt. Grund: Der Hallensprecher der Frankfurt Lions hatte die vorgeschriebene Neutralität nicht eingehalten.

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Tooooooooor! Der Derby-Sieg zum Anhören - vier Minuten Huskies-Jubel

Die Lions sind Geschichte. Sie heißen jetzt Löwen Frankfurt, spielen wie die Kassel Huskies in der Oberliga. Storch aber ist noch da. Auch am Sonntag, beim vierten Saisonderby zwischen den hessischen Rivalen begleitete er die Partie im gewohnten Ton. Einpeitschendes für die Gastgeber, Höhnisches für die Gäste. Den Brüller, dass es im Frankfurter Zoo keine Huskies gäbe, wiederholte er so häufig, dass es auch dem Zoodirektor irgendwann zu bunt wurde. Er entgegnete: „Zumindest werden wir demnächst wohl mehr Störche in unserem Zoo haben.“

Nach dem 6:4-Triumph der Kasseler in einer ebenso dramatischen wie abwechslungsreichen Partie aber sprach Storch einen bemerkenswerten Satz: „Es war ein großer Kampf, aber es hat nicht gereicht, weil Kassel einfach besser war.“

Es hat ihm niemand widersprochen. Schon gar nicht auf Seiten der Huskies. Die Zahlen sprechen ja auch eine eindeutige Sprache. 4:3, 7:4, 6:3, 6:4 - alle vier Derbys gingen an die Nordhessen. Seit der ersten DEL-Saison 1994 hat es das noch nie gegeben. Und wie in den drei Aufeinandertreffen zuvor waren die Huskies am Sonntag eben diesen einen Tick besser. Ausnahme: das katastrophale Mitteldrittel, in dem aus einer souveränen 3:1-Führung ein 3:4 wurde. „Wir schaffen es einfach nicht, drei gute Drittel zu spielen“, ärgerte sich Trainer Jamie Bartman über das unglaubliche Nachlassen. Auch seine frühe Auszeit nach dem Anschlusstreffer zum 2:3 konnte daran nichts ändern. „Frankfurt machte all das, was wir im ersten Drittel gemacht haben. Und wir haben völlig vergessen, mit Körpereinsatz dagegenzuhalten“, sagte Bartman.

Frankfurt spielte wie im Rausch - und hatte am Ende doch den großen Kater. Weil die Huskies im ersten und im letzten Drittel die bessere und vor allem effektivere Mannschaft waren. Manuel Klinge (2) und Christoph Koziol sorgte mit ihren Treffern nicht nur für den Sieg, sondern auch dafür, dass den Tabellenvierten Kassel vom -fünften Frankfurt nun sechs Punkte trennen.

„Es ist noch nichts gewonnen“, erklärt Bartman zwar, doch nach dem Auswärtssieg sind die Huskies im Kampf um die vier Plätze für die Playoff-Ausscheidung einen wichtigen Schritt vorangekommen. Weil sich die Wege der hessischen Rivalen dann wohl trennen werden, musste Rüdiger Storch den Gästen schließlich doch noch einen Spruch mit auf den Heimweg geben: „Ich bin sicher, wir sehen uns nächste Saison wieder.“

Sollte heißen: Ihr steigt eh nicht auf. Die hessischen Rivalen werden solche Seitenhiebe gelassen nehmen. Derzeit sieht alles so aus, als würden Kassel und Bad Nauheim zumindest um den Aufstieg spielen. Und die Löwen aus Frankfurt?

Von Frank Ziemke

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