Zeitnah Gespräche mit Spielern und Coaches

Wirbel bei den Huskies: Kaspo hält Trainerfrage für offen

Joe Gibbs

Kassel. Nach dem jüngsten Wirbel um das Eishockeyteam der Kassel Huskies hat sich Montag am späten Abend die Kasseler Sportstätten KG (Kaspo), die zukünftig die Huskies betreiben wird, zu Wort gemeldet und Stellung in der vor allem von den Fans heftig diskutierten Trainerfrage bezogen.

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Aktualisiert um 9:45 Uhr

Allerdings: Wirklich Konkretes steht in der Mitteilung nicht. In dem Papier unterstreicht die Kaspo mit ihrem Bevollmächtigten Joe Gibbs vielmehr nochmal das, was sie Ende der vergangenen Woche erklärt hat: dass es mehrere Kandidaten für den Trainerposten bei den Kassel Huskies gibt – darunter auch Frank Carnevale und Jürgen Rumrich, der im Frühjahr mit den Huskies den Aufstieg in die DEL2 schaffte.

In der Stellungnahme heißt es: „Diese Aussage entspricht nach wie vor den Tatsachen, und wir erachten es als unsere Pflicht, als legitim und im Übrigen auch als völlig normal, zu prüfen und letztendlich auch zu entscheiden, welcher Trainer unserem Anforderungsprofil entspricht und somit aus unserer Sicht der beste Trainer für die Kassel Huskies ist.“ Allerdings bestätigt die Kaspo auch, dass sie bisher noch keinen Kontakt zu Jürgen Rumrich aufgenommen hat.

Genau das hatte Rumrich zuletzt kritisiert und als anstandslos bezeichnet. Die Kaspo sagt nun, es sei aber beabsichtigt gewesen und weiterhin beabsichtigt, zeitnah Gespräche mit den Spielern und natürlich auch den Trainern zu führen. Das sei in manchen Fällen auch geschehen. Dass es mitunter dauert, begründet die Kaspo mit dem Arbeitsrecht beziehungsweise dem Insolvenzrecht, nachdem die Kasseler Eissporthallen Betriebsgesellschaft (KEBG), die zuvor die Huskies betrieben hatte, Insolvenz angemeldet hat.

Die Kaspo ist nicht bereit, sämtliche Arbeitsverhältnisse aus der KEBG unverändert zu übernehmen, sie spricht von mitunter völlig überzogenen Konditionen. Hier herrscht wohl noch erheblicher Klärungsbedarf. Das gilt auch in der Trainerfrage. In der Stellungnahme heißt es: „Natürlich sind wir uns um die Verdienste des Trainergespanns Rumrich/Panek bewusst, es muss aber auch erlaubt sein, auch mit anderen Kandidaten Gespräche zu führen und Alternativen zu erörtern, ohne dass dies einen Sturm der Empörung nach sich zieht.“

Vor allem die Hinweise, dass der ehemalige Bad Nauheimer Coach Carnevale ein ernst zu nehmender Kandidat bei den Huskies ist, hatte zuletzt für viel Unruhe gesorgt. Die Kaspo versicherte in diesem Punkt, dass die Verpflichtung eines Trainers nicht bloß nur noch Formsache sei. Die Wetterauer Zeitung hatte zuletzt genau das gemeldet: dass die Verpflichtung Carnevales bei den Huskies nur noch Formsache sei. In der Eishockeyszene hält sich dies auch hartnäckig als Gerücht. (hag)

Stellungnahme der Kasseler Sportstätten im Wortlaut

"Sehr geehrte Medienvertreter, Sponsoren und Förderer der Kassel Huskies, liebe Fans,

mit großer Verwunderung haben wir am 30.05. 2014 die Schlagzeile dahingehend, dass "Vieles darauf hindeuten würde, dass der Aufstiegscoach in den Planungen der neuen Huskies-Betreiber keine Rolle spielen würde." und die Reaktionen darauf zur Kenntnis genommen.

In einem Telefonat, welches von Seiten einer HNA-Redakteurin am 30.05.2014 mit Joe Gibbs geführt wurde, hat dieser auf Befragen angegeben, dass es mehrere Kandidaten gäbe, die sich bei uns um den Trainerjob bei den Kassel Huskies beworben hätten und dass es somit mehrere potentielle Kandidaten für den Trainerposten bei den Kassel Huskies gäbe, auch Jürgen Rumrich und Frank Carnevale seien darunter. Diese Aussage entspricht nach wie vor den Tatsachen und wir erachten es als unsere Pflicht, als legitim und im Übrigen auch als völlig normal, zu prüfen und letztendlich auch zu entscheiden, welcher Trainer unserem Anforderungsprofil entspricht und somit aus unserer Sicht der beste Trainer für die Kassel Huskies ist.

Richtig ist auch, dass wir bis zum heutigen Tag noch keinen Kontakt zu Jürgen Rumrich aufgenommen haben. Wie wir in unserer Presseerklärung vom 27.05.2014 dargelegt haben, ist und war von unserer Seite beabsichtigt, zeitnah Gespräche mit den Spielern und natürlich auch den Trainern zu führen. Dies ist mitunter auch bereits geschehen. Natürlich sind wir uns um die Verdienste des Trainergespanns Rumrich/Panek bewusst, es muss aber auch erlaubt sein, auch mit anderen Kandidaten Gespräche zu führen und Alternativen zu erörtern, ohne dass dies einen Sturm der Empörung nach sich zieht.

Weiterhin haben wir in unserer Presseerklärung angeführt, dass wir erst dann Informationen an die Medien geben werden, wenn Fakten geschaffen sind. Dies ist in der Trainerfrage derzeit absolut nicht der Fall, allerdings erachten wir es, und das sei an dieser Stelle auch deutlich gesagt, als ausgesprochen befremdlich, dass uns der Anstand abgesprochen wird, obwohl wir vor wenigen Tagen erst angekündigt haben, in Bälde Kontakt aufnehmen zu wollen.

Die Gründe für unser Zuwarten sind im Arbeits/- beziehungsweise Insolvenzrecht zu suchen. Hier gibt es einige Dinge zu beachten, die wir mit zunächst mit unseren Rechtsbeiständen sowie Frau Rüdlin als Insolvenzverwalterin der Kasseler Eissporthalle Betriebsgesellschaft mbH (KEBG) erörtern müssen.

Wie mitunter richtigerweise angeführt, geht es hierbei primär um die Themenfelder der "übertragenen Sanierung" sowie des Betriebsübergangs, welcher im Falle eines Eintritts die Kasseler Sportstätten KG dazu verpflichten würde, sämtliche Arbeitsverhältnisse aus der KEBG unverändert zu übernehmen. Wir sind uns sowohl unserer moralischen als auch unserer sozialen Verpflichtung bewusst, aus diesem Grund stehen wir der Beschäftigung von Mitarbeitern/Mitarbeiterinnen der KEBG - insbesondere denen, die schon seit vielen Jahren bei den Huskies und der Eissporthalle beschäftigt sind- nicht grundsätzlich ablehnend sondern offen gegenüber, nicht jedoch ausnahmslos und ungeprüft zu den bisherigen, aus unserer Sicht mitunter völlig überzogenen Konditionen. Allein der bisherige Personalkörper der KEBG hat nach unseren Erkenntnissen Unsummen verschlungen, die aus unserer Sicht in einer schlagkräftigen Mannschaft sowie in der Zukunft des Kasseler Eishockeys deutlich besser investiert wären.

Solange diese Themenfelder für uns nicht abschließend und verbindlich geklärt sind, sind wir leider in unserem Handeln eingeschränkt, was uns selbst nicht zufrieden stellt, allerdings muss die Vernunft und die wirtschaftliche Machbarkeit hier eindeutig im Vordergrund stehen, ansonsten sind wir schnell wieder an einem Punkt angelangt, den wir mit allen Mitteln vermeiden wollen.

Wir hoffen darauf und sind guter Dinge, in den nächsten Tagen eine Klärung herbeiführen zu können, die dafür sorgt, dass endlich offen und transparent gehandelt werden kann.

Gleichwohl möchten wir aber auch klarstellen, dass wir in Zukunft Personalentscheidungen in einem über das im Profisport notwendige Maße hinaus weder öffentlich diskutieren noch rechtfertigen werden.

Wir respektieren und akzeptieren es, dass die Fans ihre Meinung kundtun, auch werden wir zeitnah, sobald die o.a. Problempunkte geklärt sind, persönlich den Kontakt zu den Fans suchen und uns die Zeit nehmen, unser Handeln zu erklären. Unverständlich ist es uns jedoch, dass wir uns seit der Veröffentlichung des Artikels vom 30.05. fortwährend Anfeindungen und einer extrem negativen Stimmung ausgesetzt sehen.

Zum einen ist die Entscheidung hinsichtlich der Trainerfrage –wie bereits umseitig angeführt- überhaupt nicht entschieden, auch entspricht es nicht den Tatsachen, dass die Verpflichtung eines Trainers „nur noch Formsache“ sei.

Wir würden uns wünschen, dass wir uns einfach wieder auf das Wesentliche konzentrieren und unsere Energie dem Kasseler Eishockey widmen könnten. Je schneller dies der Fall ist, umso schneller können wir unsere Ziele auch erreichen.

Mit freundlichen Grüßen,

i.A.

Joe Gibbs

Bevollmächtigter der Kasseler Sportstätten KG"

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