Die handelnden Personen und ihr Einfluss im Kasseler Eishockey

Huskies-Zukunft: Wer hat nun das Sagen?

Kassel. Der Aufstieg ist geschafft und gefeiert, die Saison klingt aus. Aber wer sind nun die Personen, die in den nächsten Wochen über die Zukunft der Huskies und des Kasseler Eishockeys entscheiden? Eine Bestandsaufnahme:

Jutta Rüdlin

Jutta Rüdlin wird als vorläufige Insolvenverwalterin der Kasseler Eissporthallen-Betriebsgesellschaft (KEBG) zum 30. April allen Angestellten in der Mannschaft, in Eissporthalle und Verwaltung kündigen müssen, falls nicht noch kurzfristig ein Investor frisches Geld in die KEBG schießt – was nicht zu erwarten ist. Das Aus für die KEBG rückt somit näher, über die Art und Weise der Abwicklung entscheiden dann Gerichte. Wer ab 1. Mai Eishockey in Kassel betreiben will, kann dies auch ohne die KEBG und ohne Frau Rüdlin.

Marc Berghöfer

Marc Berghöfer ist Vorsitzender der Eishockey-Jugend Kassel. Der Amateurverein mit mehr als 500 Mitgliedern und sieben Teams hält alle Spiellizenzen. Er könnte sogar seine „1b“ in der Oberliga melden! Wer Eishockey in Kassel erhalten will, muss über einen Verein mindestens fünf Nachwuchsteams verschiedener Altersklassen im Ligabetrieb stellen, Jugendarbeit fördern und sich daher mit Berghöfer arrangieren.

Aber zu welchem Preis? Die EJK erhielt von der KEBG zuletzt 135 000 Euro Bares und kostenlos 650 Stunden Eiszeit pro Saison. Ein Knackpunkt!

Berghöfer wird nicht müde, Zuversicht zu verbreiten. Gibt aber nicht preis, wer mit wem bereits was besprochen hat, sondern verweist auf den 24. Mai. Dann müssen die Teams gemeldet und die Wirtschaftlichkeit nachgewiesen sein.

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Simon Kimm ist der Mann, ohne den nichts gehen wird – sofern lediglich die ihm und seiner Frau Edith gehörende Eissporthalle als Spielstätte infrage kommt. Kimm hat schon vor Wochen angekündigt, die 1977 eröffnete Halle zu modernisieren - auch für zukünftig professionelles Eishockey. Offen aber ist, wann das geschieht und in welcher Form. Und: Macht es Kimm allein? Wird eine Gesellschaft gegründet mit Partnern aus der Sponsorenriege, der Stadt und den Melsunger Handballern?

Joe Gibbs war zu DEL-Zeiten bereits Manager der Huskies. Seither ist er ein enger Vertrauter Kimms, der ihn als Sportlichen Leiter einplant. Es heißt, der Kanadier mit deutschem Pass habe bereits ein Eishockey-Team für die zweite Liga parat - mit nur fünf, sechs Spielern der Aufstiegstruppe.

Gibbs ist freiberuflich tätig als Spielerbeobachter der Toronto Maple Leafs und im Marketing des KSV Hessen. Der Vertrag beim Fußball-Regionalligisten endet im Sommer.

Bertram Hilgen

Bertram Hilgen ist seit langem in engem Kontakt mit Kimm. Wirklichen Einfluss aber hat der Oberbürgermeister und damit die Stadt Kassel wohl nicht auf den Halleneigentümer. Trotz Erbpachtvertrags. Allein die Betriebsgenehmigung für die Halle können die Aufsichtsbehörden widerrufen, sofern die Sicherheit nicht gewährleistet ist.

Alle Videos zum Aufstieg der Huskies hier

Stefan Traut dagegen wird wohl keine Rolle mehr spielen. Der Geschäftsführer der KEBG und damit der Huskies hat sich in einer launigen Mail bei allen Mitstreitern bedankt und verabschiedet: „Der Erfolg gibt uns recht, das Kämpfen hat sich gelohnt.“ Er hat maßgeblich dazu beigetragen, die Huskies in vier Jahren vom Neubeginn in der Hessenliga in die DEL2 zu führen – hinterlässt nun aber eine mit sechsstelliger Summe verschuldete, insolvente GmbH. Der im Immobilienbereich tätige Unternehmer stellt sich ab 1. Mai neuen Herausforderungen.

Dennis Rossing

Dennis Rossing ist mit seiner Familie als Gesellschafter mit der bevorstehenden Abwicklung der KEBG ebenfalls raus aus dem Kasseler Eishockey. Über seine Ambitionen, sich weiterhin in neuer Funktion zu engagieren, ist nichts bekannt. Archivfotos: Koch, Schachtschneider, Kopp, nh 

Von Gerald Schaumburg

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