Kasseler haben nur ein Problem

Zwischenbilanz: Huskies beeindrucken als Aufsteiger auf Platz vier

Die Huskies hatten oft Grund zum Jubeln in den ersten 16 Spielen: Hier freuen sich John Zeiler, Sven Valentin und Matt Tomassoni (von links) über den 2:1-Siegtreffer gegen Landshut. Foto: Fischer

Kassel. „Wir sind zwar alle ziemlich müde“, erklärte Trainer Rico Rossi nach der Rückkehr aus Ravensburg um 5 Uhr in der Frühe. „Aber wir gehen mit breiter Brust und klarem Kopf in die Pause.“ Tatsächlich sind 26 Punkte aus den ersten 16 Spielen ein gutes Ruhekissen für Rossi und seine Huskies.

Die Kasseler werden wegen des Deutschland-Cups erst am 14. November in Kaufbeuren in die nächste Etappe der zweiten Eishockey-Liga starten. Grund genug für eine Zwischenbilanz, die beim starken Aufsteiger nahezu komplett positiv ausfällt.

Die Torhüter

Der Däne Simon Nielsen hatte einen unglücklichen Start, ist der introvertierteste Typ im Team. Das macht es für ihn nicht leichter. Glücksgriff Mika Järvinen ist als Typ das Gegenteil – und der beste Zerberus der Liga. Aber was passiert jetzt? Kai Kristian ist ein Guter, ohne Frage. Dass er nun mit Nielsen in den Fokus rückt, ist eine neue Herausforderung. Genau das aber hat er schon als Finkenrath-Nachfolger mit Bravour gemeistert.

Die Verteidigung

43 Gegentore nur haben die Huskies kassiert - kein Team ist besser. Weil Sven Valenti mit 39 im x-ten Frühling ist und mit Matt Tomassoni ein Topduo bildet, weil auch alle anderen die beste Mischung aus Robustheit und Laufstärke finden. Und: weil auch die Stürmer diszipliniert nach hinten arbeiten.

Der Angriff

Der Topscorer mit Goldhelm: Mike Collins. Archivfoto: Fischer

In der Offensive haben die Huskies Luft nach oben, nicht nur die Youngster. Dennoch: Die Ausländer Mike Collins und John Zeiler führen die interne Rangliste an, sind individuell stark und gute Teamplayer, auch Carter Proft passt bestens in die Truppe. Adriano Carciola ist für viele die Überraschung - schnell, trickreich, stets gefährlich, zu verspielt manchmal. Grundsätzlich gilt: Alle Neuen überzeugen. Die Kasseler Jungs beweisen, dass sie in Liga zwei zu Recht mitgenommen wurden. Und: Klinge kommt nach seiner Verletzung nun auf Touren.

Das Auftreten

Der Rückkehrer: Adriano Carciola. Archivfoto: Fischer

Der Huskies-Jahrgang 14/15 kommt sympathisch, offen daher, mit viel Charakter. Und er begeistert auf dem Eis mit Wille und (Spiel-) Witz, mit Kampf und Klasse. Unglaublich, wie schnell sich die Jungs als Team gefunden haben – menschlich wie spielerisch. Das passt. Die Fitness „Die jungen Leute ziehen mich mit durch“, sagt Sven Valenti lachend. Aber wie der Oldie noch einmal die Fitness für die zweite Liga gefunden hat, das taugt als Symbol für die Stärke der Huskies. Sie hetzen die Gegner mit irrem Tempo und großer Ausdauer im Forechecking von Fehler zu Fehler. „Wir sind trotz kurzer Vorbereitung eine der fittesten Mannschaften der Liga. Wenn wir weiter von gravierenden Ausfällen verschont bleiben, dann stehen wir das auch körperlich durch“, sagt Klinge und hat keinerlei Sorge, die Kraft könnte schwinden.

Die Specialteams

Das einzige, aber gravierende Manko: In Überzahl haben die Huskies nur 13,89 Prozent Erfolgsquote, in Unterzahl 74,60 %. „Es fehlt die letzte Konsequenz“, sagt Trainer Rossi. Besserung muss her – in den nächsten 16 Spielen.

Von Gerald Schaumburg

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