Mini der Star – Marathonis rar

Marathon-Bilanz: Was bei dem Großereignis positiv und negativ war

Der Startschuss ist gefallen: Die Marathonläufer und Staffeln gehen auf die Strecke. Foto:  Fischer

Kassel. Was bleibt vom Kasseler Marathon-Wochenende 2015? Veranstalter Winfried Aufenanger ist „voll zufrieden. Allerdings bestätigt sich ein Trend der vergangenen Jahre. 

Die Marathonis sind rar gesät. Soll heißen: Auf der klassischen Strecke über 42,195 Kilometer bleibt die Zahl der Starter auf niedrigem Niveau. Dafür boomt der Mini-Marathon. Wir ziehen Bilanz. Was positiv und was negativ ins Auge fiel:

Der Mini-Marathon:  Er ist der Star des Wochenendes: Bei der Premiere waren mehr als 300 Kinder und Jugendliche am Start, bei der neunten Auflage hat sich die Zahl sage und schreibe fast verzwölffacht. Die rasant gewachsene Bedeutung zeigen auch die Zuschauerzahlen: 12 000 Zuschauer jubelten am Samstag den jungen Läufern im Auestadion zu.

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Der Mini-Marathon ist längst Bestandteil im Sportunterricht vieler Schulen, Teil des Wettkampfkalenders lokaler Vereine oder einfach ein fester Termin im Kalender vieler Familien. Das Tolle: Es sind die Starter von morgen, die schon früh lernen, wie motivierend solch ein Wettkampf sein kann und die frühzeitig mit Freude an den Sport herangeführt werden.

Das Auestadion:  Es hat ein bisschen gedauert, aber spätestens bei der Ankunft der schnellsten Marathonläufer war die Haupttribüne des Auestadions gut gefüllt. Der Einlauf ist für alle Athleten etwas Besonderes, egal ob Leistungs- oder Breitensportler. Fast wie bei den Olympischen Spielen, schwärmten viele Läufer nach ihrer Zielankunft. Weil die letzte Runde auf der Tartanbahn auf der Videoleinwand gezeigt wird, bekommen die Zuschauer alles mit – auch das hebt die Stimmung und macht etwas her. Gegenüber anderen Marathons ist Kassels Zieleinlauf einmalig.

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Heimische Athleten: „Wir bewegen die Region“ lautet das Motto des Kasseler Marathons. Umso wichtiger, dass auch heimische Athleten bei den Entscheidungen ganz vorn zu finden sind. Dann machen Daumendrücken und Mitfiebern doch gleich viel mehr Spaß. Simret Restle-Apel hat den Siegeszug hier unbekannter Kenianer gestoppt. Überraschungssieger wie der Kasseler Johannes Wennmacher im Halbmarathon erhöhen den Sympathiefaktor. Die Organisation: Unterwegs gab es in regelmäßigen, kurzen Abständen Verpflegungsstände. Das wurde von vielen Läufern betont. Aufenanger sagt: „Es gab keine Probleme auf der Strecke. Die Veranstaltung ist reibungslos über die Bühne gegangen. Es gab viel Lob.“ Der Klassiker: Klingt absurd, aber Marathon-Starter werden gesucht. Während Wettbewerbe wie Halb- und Mini-Marathon immer beliebter werden, dümpelt die Zahl der Marathonis vor sich hin. In diesem Jahr kamen 442 ins Ziel – beim ersten Kasseler Marathon 2007 überquerten 1155 Läufer den Zielstrich nach 42,195 Kilometern.

Die Stimmung an der Strecke: Leicht rückläufig. Erfahrene Starter bestätigten, dass weniger Zuschauer an der Strecke standen. Es gab Passagen, an denen nichts los war. Insgesamt hätten die Aktionen abgenommen. Marathon-Chef Aufenanger teilt diese Einschätzung zwar nicht. Er sagt aber auch, dass ein Wettbewerb wiederbelebt werden könnte. Bei früheren Veranstaltungen wurde derjenige Stadtteil prämiert, in dem die beste Stimmung herrschte. Sicherlich trägt auch der Reiz des Auestadions dazu bei, dass die Zuschauer nicht mehr so zahlreich am Straßenrand anfeuern.

Erstmals kam leichte Kritik auf. Der Grundtenor: Warum wird die halbe Stadt für ein paar Hundert Marathonis abgesperrt, wenn sowieso kaum etwas los ist an der Strecke?

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