Teilnehmer können sich an 26 Brems- und Zugläufern orientieren

Die Buzl geben das Tempo beim Eon Kassel Marathon vor

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Neue Shirts, Shorts und Schuhe: Das schwedische Label Salming hat die Brems- und Zugläufer des diesjährigen Eon Kassel Marathons ausgestattet. Zu ihnen gehören (vorne von links) Oliver Seiwert, Peter Surmann und Dirk Stoll, (2. Reihe von links) Jörg Bennecke, Thomas Hensmanns und Torsten Würtz, (3. Reihe von links) Frank Hillebrand, Peter Kodlin, Jens Richter und Norbert Grubschat. Mit ihnen fiebert dem Ereignis Marathon-Manager Winfried Aufenanger entgegen.

Kassel. Sie geben die Geschwindigkeit vor, sie nehmen die anderen Läufer mit, motivieren sie, geben auf sie Acht – die Brems- und Zugläufer (kurz: Buzl) des Eon Kassel Marathons. 24 gehen am 18. September beim Marathon an den Start, zwei beim Halbmarathon.

Zu ihnen zählt Peter Surmann aus Liebenau, ein erfahrener Läufer und seit vielen Jahren als Tempomacher dabei. „Mir macht das großen Spaß“, sagt der 54-Jährige. 

Er hat seine Zeit für die 42,195 Kilometer lange Marathonstrecke auf 4 Stunden und 15 Minuten (4:15) festgelegt. In dieser Zeit legt er sie in stets gleichem Tempo zurück. Für alle jene Sportler, die das auch anpeilen, wird er damit zum Leitwolf. Optischer Orientierungspunkt ist traditionell ein Luftballon mit der Zeit – angefangen bei 3:15 bis hin zu fünf Stunden. „Für viele Läufer führt der Weg zu ihrer persönlichen Zielzeit über uns“, sagt Surmann. 

Eine verantwortungsvolle Aufgabe, bei der es um Motivation, Fürsorge und Coaching geht: „Man muss die Uhr immer im Blick haben, ebenso die Läufer. Wir achten darauf, dass sie nicht zu schnell oder langsam laufen und dass sie an die Verpflegungsstationen gehen, um zu essen und zu trinken, machen ihnen Mut“, erläutert Surmann. 

„Immer das gleiche Tempo zu laufen, das ist eine Kunst“, sagt Peter Kodlin aus Jesberg. Der 50-Jährige ist zum fünften Mal als „Buzl“ dabei. Seine Zeit: 3:45. „Für mich ist dieses Event ein stressfreies Auslaufen der Saison“, sagt er über seine Motivation. Nur wenige Tage zuvor kehrt er vom „Trans Alpine Run“ zurück: „Hier lege ich in acht Etappen 300 Kilometer und 16 000 Höhenmeter zurück. Die Strecke führt von Garmisch nach Brixen.“ Jens Richter aus Ahnatal schätzt die „tolle Stimmung, die familiäre Atmosphäre“ beim Kassel Marathon. Für den 50-Jährigen ist die Rolle als Brems- und Zugläufer eine Premiere, eine besondere Rolle noch dazu: Er gibt freiwillig mit der Startnummer 999 das Schlusslicht, wird also die langsamste Zeit laufen, um mit den letzten Läufern ins Ziel zu kommen. 

„Ich möchte jene unterstützen, die nicht gerne die Letzten sein wollen“, sagt er. Zudem sei es für ihn eine prima Vorbereitung für den Marathon in Frankfurt und Berlin. Auch das gedrosselte Tempo sei kein Problem: „Meine persönliche Marathonzeit liegt bei fünf Stunden. Ich möchte das Laufen genießen.“ 

Marathon-Manager Winfried Aufenanger ist stolz auf seine Truppe: „Ein Großteil von ihnen macht das in Kassel schon seit Jahren. Sie kommen aus den Vereinen in der Region oder aus den Vorbereitungs-Stützpunkten des Eon Kassel Marathons.“ 

Wie in jedem Jahr wurden die Brems- und Zugläufer des Eon Kassel Marathons kurz vor dem Startschuss komplett ausgestattet mit Shirts, Shorts und Laufschuhen. Erstmals ist in diesem Jahr das schwedische Label Salming der Ausstatter, das 1991 von der Eishockey-Legende Börje Salming gegründet wurde.

Von Helga Kothe

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