Unterwegs durchs Herz der Stadt

Marathon: Wir haben die Läufer 42,195 Kilometer begleitet

Startschuss: 558 Marathonläufer und Läuferinnen und die Teilnehmer der Staffeln begeben sich auf die Strecke. Vorn mit der Nummer vier läuft der spätere Vierte Daniel Ybekal Berye aus Kassel. Foto: Fischer

Kassel. Der Kassel Marathon ist eine Breitensportveranstaltung. Die Massen sollen bewegt werden. Das Salz in der Suppe sind aber immer auch einige schnelle Läufer aus Afrika.

Lauf-Touristen, die für ein paar Wochen zum Geldverdienen aus Ländern wie Kenia oder Äthiopien nach Europa kommen. Wir waren bei ihrem Lauf durch das Herz der Stadt im Begleitfahrzeug dabei.

Am Start

Edwin Kosgei, Hosea Tuei und Antony Wairuri dehnen sich. Am Sonntagmorgen ist es kurz vor neun Uhr, und gleich fällt der Startschuss für den zehnten Kasseler Marathon. An ihrer Seite befinden sich Sintayehu Kibebo, Gladys Kiprotich und Prisca Kiprono. Das Starterfeld wartet bereits, als sich die Läufer aus Kenia und Äthiopien direkt hinter der Startlinie aufstellen.

Auf der Strecke 

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Es sind 16,5 Grad. Nach fünf Kilometern steht fest: Das Rennen wird langsam. Eine Sechsergruppe ist noch beisammen, fällt aber nach und nach auseinander, als das Tempo allmählich doch schneller wird, um eine Zeit um die 2:15 Stunden zu erreichen. Der Kasseler Lokalmatador Ybekal Daniel Berye vom PSV Grün-Weiß Kassel hält bis zur Hälfte mit, bevor er zurückfällt. In der Nordstadt fällt auch das übrig gebliebene Trio Kosgei, Tuei und Wairuri auseinander. Die Vorentscheidung ist gefallen.

Im Ziel

Im Auestadion jubelt Edwin Kosgei, der nach 2:15:46 Stunden die Ziellinie überquert. Sein Vorsprung auf den Zweiten, Hosea Tuei, beträgt fast drei Minuten. Bei den Frauen geht es wesentlich spannender zu, und die Entscheidung zwischen Sintayehu Kibebo und Gladys Kiprotich ist knapp. Die Äthiopierin Kibebo siegt schließlich in 2:42:13 Stunden mit sechs Sekunden Vorsprung. Bei der Pressekonferenz

Da hat es der Sieger schon wieder eilig, weil er um 14.17 Uhr den Zug nach Frankfurt bekommen möchte. Am Montag geht es zurück zur Familie nach Kenia – mit 5000 Euro Siegprämie. „Meine Eltern und meine fünf Brüder werden stolz auf mich sein“, sagt der 28-jährige Kosgei, der im nächsten Jahr wiederkommen will. Das gilt auch für die Siegerin bei den Frauen. Kibebo hofft auf eine Rückkehr: „Wenn ich wieder ein Visum für Deutschland bekomme.“

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