Bewegung für Nordhessen

50 Studienteilnehmer für Kassel-Marathon gesucht

Los geht’s beim Kasseler Marathon: Womöglich sind die Studienteilnehmer in diesem Jahr auch am Start. Foto:  Fischer
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Los geht’s beim Kasseler Marathon: Womöglich sind die Studienteilnehmer in diesem Jahr auch am Start.

Kassel. Welchen Einfluss hat mentales Training auf die Laufleistung? Mit der Studentin Julia Limmeroth will Prof. Dr. Norbert Hagemann solchen Fragen nachgehen. Der Sportpsychologe vom Institut für Sport und Sportwissenschaft der Uni Kassel sucht hierfür 50 Teilnehmer. Liebe Leserinnen und Leser - machen Sie mit!

Die Untersuchung läuft unter dem Motto: Mit der richtigen mentalen Strategie zum erfolgreichen Marathon. „Wenn wir nachweisen können, dass mithilfe unseres Trainingsprogramms die Intensität der Belastung verringert werden kann, wäre das ein super Ergebnis“, sagt Hagemann, der mit dieser Studie Neuland betritt. Darum geht es:

Die Idee 

Die Studie greift den Kern eines Zitats von Bill Rogers auf: „Ein erfolgreicher Marathonläufer muss seine Beherrschtheit ablegen und zulassen, dass dieses irrationale, animalische Bewusstsein die Kontrolle übernimmt.“ Soll heißen: Mithilfe eines sportpsychologischen Trainingsprogramms sollen die Teilnehmer lernen, die Aufmerksamkeit ohne Anstrengung auf die aktuelle, körperbezogene Empfindungen auszurichten.

Diese Art der Aufmerksamkeit könne als Achtsamkeit bezeichnet werden. Der englische Fachbegriff lautet Mindfulness.

„Wenn wir nachweisen können, dass mithilfe unseres Trainingsprogramms die Intensität der Belastung verringert werden kann, wäre das ein super Ergebnis.“

Hagemann sagt: „Wir gehen davon aus, dass die Sportler durch diesen speziellen mentalen Zustand die geringste, mentale Aktivität und damit den geringsten zusätzliche Aufwand in Bezug auf den Sauerstoffverbrauch aufweisen.“ Dadurch würde der Sportler keinem zusätzlichen Stress ausgesetzt, und damit könne die gesamte Energie für das Laufen aufgebracht werden.

Die Teilnehmer 

Gesucht werden 50 Hobbyläufer zwischen 24 und 45 Jahren, die beim Kasseler Marathon starten wollen (18. September). Gewünscht: Lauferfahrung ja, Marathonerfahrung nicht unbedingt. Dabei werden Läufer, die die klassischen 42 Kilometer angehen wollen, bei der Auswahl bevorzugt. Jene Sportler, die sich über die halbe Distanz versuchen wollen, können sich aber ebenfalls für die Studie bewerben. Die Teilnehmer sollten allgemein gesund sein und keine Erkrankung am Herz-Kreislauf-System aufweisen. Und natürlich: Die Probanden sollten laufbegeistert sein.

Der Ablauf 

Für Mitte März ist eine Informationsveranstaltung vorgesehen. Danach folgen sportmedizinische Untersuchungen (Laktattest, maximale Sauerstoffaufnahme usw.). Anhand der Ergebnisse und unter Berücksichtigung der angepeilten Zielzeit beim Marathon erhält jeder Teilnehmer einen individuellen Trainingsplan - und dazu gibt es ein mentales Trainingsprogramm.

Ab Ende März/Anfang April soll die Trainingsphase starten - und die läuft über sechs Wochen. Auf drei bis fünf Einheiten pro Woche sollten sich die Teilnehmer einstellen. Es gibt die Möglichkeit, das Training in einem der Marathonstützpunkte zu absolvieren.

Während der Phase sollte wöchentlich der Stützpunkt in Kassel aufgesucht werden. Nach den sechs Wochen folgt eine Abschlussuntersuchung.

So bewerben Sie sich:

Sie sind laufbegeistert, allgemein gesund, zwischen 24 und 45 Jahren alt, und Sie wollen den Marathon in Kassel am 18. September angehen? Dann passen Sie wunderbar in das Teilnehmerprofil für diese Studie. Machen Sie mit!

Bewerben Sie sich ganz einfach per E-Mail. Folgende Angaben sind erforderlich: Name, Anschrift, Telefonnummer, E-Mail-Adresse, Geschlecht, Alter, Lauferfahrung (wie oft laufen Sie?). Außerdem könnten Sie Ihre Zielzeit für den Marathon angeben.

Und teilen Sie uns mit, ob Sie die klassische Distanz oder den Halbmarathon angehen wollen. Der Bewerbung geben Sie das Stichwort „Studie“ und schicken sie an diese Adresse:

sportredaktion@hna.de

Einsendeschluss ist der Sonntag, 28. Februar.

Die Teilnehmer werden informiert und in der kommenden Woche in dieser Zeitung veröffentlicht.

Die Studienleiter

Prof. Dr. Norbert Hagemann (44) ist Professor für das Fachgebiet „Sportwissenschaft mit dem Schwerpunkt Sportpsychologie“. Er ist in Hamburg-Harburg geboren. Von 1992 bis 1998 studierte er in Kiel Sportwissenschaft, Psychologie und Pädagogik. Bevor er an die Uni Kassel wechselte, war er als Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität in Münster tätig. Hagemann, der selbst Handball gespielt hat, ist verheiratet.

Julia Limmeroth (24) stammt aus einem kleinen Ort zwischen Marburg und Biedenkopf. In Biedenkopf ging sie zur Schule. Seit 2011 studiert sie an der Uni Kassel Sport und Spanisch auf Lehramt. Limmeroth treibt viel Sport, unter anderem spielt sie Handball bei der TSG Wilhelmshöhe in Kassel.

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