Super Atmosphäre, verrückte Starter und Relikte als Blickfang

Top 5 des Marathons: Superhelden und Frühaufsteher

Als Superman unterwegs: Bastian Gerke. Foto:  Fischer
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Als Superman unterwegs: Bastian Gerke.

Kassel. Der Marathon in Kassel hat mehr zu bieten als Zeiten und Platzierungen. Er hält Kurioses, Außergewöhnliches und viele kleine Randgeschichten parat – zusammengefasst in unseren Top 5:

1. Besonderheit des Auestadions:  Halbmarathon, Marathon, Staffel, Power Walking und, und, und – gefragt nach der Besonderheit des Kasseler Großereignisses, gaben sämtliche Starter diese Antwort: das Auestadion. Zum vierten Mal hatten die Sportler das Vergnügen, bei ihrem Zieleinlauf die Stimmung auf der Haupttribüne zu genießen. Völlig wurscht, ob sie als Dritter oder Dreißigster den Zielstrich passierten. Das Kasseler Publikum bewies einmal mehr seine Marathon-Tauglichkeit. Absolut top. Hätte es von Zeit zu Zeit nicht so aus den Lautsprechern gedröhnt, wäre der Jubel der Zuschauer noch deutlicher zu hören gewesen. Sei’s drum.

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Weil immer wieder die Sonne zwischen den Wolken hervorguckte, nutzten die Läufer eine weitere Annehmlichkeit des Auestadions: Sie lümmelten sich auf dem Rasen. Bananen, Kekse, alkoholfreie Weizenbiere – die Szenerie hatte was von einem riesengroßen Sonntagspicknick. „Es ist einfach schön, hier zu sitzen und die Atmosphäre zu genießen“, sagten die Göttinger Angelika Herrmann und Jasper Krebs und schlürften genüsslich an ihren elektrolythaltigen Getränken.

Tausende Fotos, unter anderem vom Zieleinlauf, finden Sie hier.

2. Vorteil des frühen Aufstehens:  Wie heißt es so schön: Der frühe Vogel fängt den Wurm. Dachte sich auch Gerda Metz. Schon um kurz nach 8 Uhr hatte es sich die Kasselerin am Sonntag auf der Haupttribüne des Auestadions gemütlich gemacht. Und sie hatte die Qual der Wahl: Wo nur hinsetzen? Schließlich war außer ihr kaum jemand da. Sie entschied sich für einen Platz auf den oberen Rängen. „Im vergangenen Jahr saßen wir ganz unten. Da haben wir nichts mehr gesehen, weil beim Zieleinlauf alle aufgestanden sind“, erklärte die 72-Jährige. Ehemann Horst kam ein paar Minuten später hinzu. Er hatte die Sonnenbrille vergessen. Sohn Klaus und Schwiegertochter Sylvia starteten im Halbmarathon. Langeweile kam nicht auf: „Ich höre der Musik zu, genieße die Sonne, fiebere mit“, sagte sie.

3. Vielfalt des Starterfeldes:  Was wäre der Kasseler Marathon ohne seine lustig kostümierten Läufer? Sie geben dem Starterfeld den bunten Anstrich. Bastian Gerke aus Nieste zum Beispiel machte den Klassiker – er verkleidete sich als Superman. „Irgendwie motiviert mich das T-Shirt. Es ist witzig und einfach nur cool“, erklärte der 34-Jährige. Auch Michael Kohler ist herkömmliche Sportbekleidung zu öde. Der 45-Jährige aus Fritzlar startet seit fünf Jahren in Kassel – im Anzug. Die Idee sei mal in einer Bierlaune entstanden. „Für mich steht hier der Spaß im Vordergrund. In dem Outfit bekomme ich auf der Straße mehr Anfeuerungen“, sagte er nach absolviertem Halbmarathon.

Ungefährdeter Sieg: Christoph Bentz, David Lappöhn, Tobias Kisling und Oliver Degenhardt bilden die schnellste Staffel.

4. Erfolg des Energieversorgers:  Weit vor der Konkurrenz überquerten Christoph Bentz, David Lappöhn, Tobias Kisling und Oliver Degenhardt die Ziellinie. Souverän gewannen die Triathleten vom KSV Baunatal und TSV Heiligenrode den Staffelwettbewerb. Schlussläufer Bentz hätte sich „noch deutlich mehr abschießen können“, wie er später sagte. Auf den Trikots der Läufer prangt das Logo von EAM – also jenem Energieversorger, der EON Mitte in Nordhessen beerbt hatte. Irgendwie witzig.

5. Relikt auf dem Rücken: Wer denkt, der gute alte Turnbeutel habe ausgedient, der werfe vor und nach dem Marathon mal einen Blick auf die Rücken der Läufer.

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Was tragen sie dort? Genau, besagtes Relikt, das die Älteren nur noch aus der Schulzeit kennen. Die Turnbeutel gibt’s beim Abholen der Startunterlagen. Darin Pflaster und Broschüren. Drauf steht die Startnummer. Nicht ohne Grund. In der Eissporthalle lagern Tausende der Beutel während des Rennens mit Dingen, die die Läufer nicht mit auf die Strecke nehmen. Gute Idee.

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