Frankreich bereit - Portugals Pepe fit

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Frankreichs Coach Didier Deschamps bereitet sein Team ohne Anti-Ronaldo-Plan vor. Foto: Abedin Taherkenareh

Endspiel! Frankreichs Fußballer stehen bei der EM vor ihrem großen Triumph. Wenn da nicht Cristiano Ronaldo und seine Portugiesen wären. Die Selecção kennt das Gefühl eines Scheiterns im Heim-Finale nur zu gut. Doch trotz des Traumas von 2004 sind Ronaldo & Co. siegesgewiss.

Saint-Denis (dpa) - Ein Gegenmittel für Cristiano Ronaldo kennt Frankreich kurz vor dem EM-Endspiel noch nicht, Portugals Trainer wäre aber auch ohne neues Spektakel seines Superstars glücklich.

Fernando Santos könnte auf der Jagd nach dem ersten Titel für sein Land mit einem hässlichen Sieg bestens leben. "Ich möchte, dass sie genau das nach dem Finale sagen: Dass wir gewonnen haben und dass es nicht verdient war, das wäre wunderbar", sagte der Coach mit Vorfreude auf den den großen EM-Showdown am Sonntag (21.00 Uhr) im Stade de France.

Dann wird neben Frankreichs Eurostar Antoine Griezmann vor allem auch der Kapitän der Selecção im Fokus stehen. "Wenn es einen Anti-Ronaldo-Plan gibt, hat ihn keiner gefunden", räumte Frankreichs Trainer Didier Deschamps am Samstagmittag bei seiner Pressekonferenz ein. Schnelligkeit und Kopfballstärke seien nur schwer zu bekämpfen - beides klare Eigenschaften von Portugals Kapitän, Superstar und Titelhoffnung Cristiano Ronaldo.

Furcht macht sich vor dem EM-Endspiel aber nicht breit im Lager der Équipe Tricolore. "Ronaldo gehört zu Besten der Welt, persönlich macht mir das aber keine Angst", sagte Rechtsverteidiger Bacary Sagna. "Wir sind bereit", meinte Torwart Hugo Lloris. Beide waren zusammen mit ihrem Trainer eigens mit dem Helikopter vom EM-Quartier in Clairefontaine ins Stade de France gebracht worden. Wie vor einer Woche vor dem Viertelfinale gegen Island stimmten sich alle 23 Spieler des französischen Kaders am Nachmittag im Centre National du Football auf die Partie ein.

Auch Portugal steht die Bestbesetzung zur Verfügung - Abwehrchef Pepe meldete sich rechtzeitig bereit für einen Einsatz. "Ich fühle mich großartig", sagte der Innenverteidiger, der im Halbfinale noch wegen Oberschenkelproblemen gefehlt hatte. "Ich bin vollkommen fit und stehe für das Spiel zur Verfügung." Für ihn dürfte Bruno Alves zurück auf die Bank rücken. "Es wird das wichtigste Spiel meiner Karriere, ich repräsentiere mein Land", betonte Pepe. "Wir wollen unsere Namen in den Geschichtsbüchern verewigen. Wir wollen allen Portugiesen Freude bereiten."

Auch Deschamps hob die Bedeutung des Spiels hervor. "Der Tag eines Finales ist etwas Außergewöhnliches", betonte der Coach, der vor 18 Jahren im Stade de France mit Frankreich den WM-Titel und zwei Jahre später im Finale in den Niederlanden den EM-Titel gewonnen hatte. "Es ist eine einzigartige Chance", meinte Deschamps.

Es ist die Gelegenheit für die Équipe Tricolore, gut ein Jahr nach einem desaströsen Auftritt in Albanien (0:1) und etlichen Rückschlägen doch noch den dritten EM-Titel zu holen. Es ist die Gelegenheit, der leidgeplagten und sorgenvollen Grande Nation nach den Terrorattacken 2015 für ein paar Tage uneingeschränkte Freude zu bereiten.

"Nach dem Sieg über Deutschland und dem Finale am Sonntag gegen Portugal befindet sich das Land zwischen dem Wunsch, die jüngsten Tragödien hinter sich zu lassen und der aufrichtigen Freude, 'les Bleus' die Euro gewinnen zu sehen", schrieb die Zeitung "Libération. "Diese Freude teilen zu können, macht die Verbindung zwischen den Spielern und der Öffentlichkeit stärker", meinte Lloris. "Aber noch fehlt der letzte Schritt, um diese Geschichte so schön wie möglich abzuschließen."

Zwischen dem Abpfiff des 2:0-Siegs im Halbfinale gegen Weltmeister Deutschland am Donnerstagabend und dem Anpfiff des Finales an diesem Sonntagabend liegen für die Franzosen gerade einmal 70 Stunden. "Die Euphorie ist der Ruhe und der Ernsthaftigkeit gewichen", betonte Lloris. Denn kaum etwas wäre nun schmerzlicher, als es bis ins Endspiel geschafft zu haben und dann nach 18 Pflichtspielen ohne Niederlage vor heimischer Kulisse doch nicht den Titel zu holen.

Dieses Gefühl des Scheiterns kennt Portugal nur zu gut. "Es gibt Druck als Gastgeber. Wir haben das 2004 erlebt", sagte Trainer Santos mit Blick auf die 0:1-Niederlage im Endspiel der Heim-EM 2004 gegen Griechenland. Frankreich sei als Gastgeber der Favorit, betonte er. "Sie sind ein wunderbares Team, aber wir fokussieren uns auf das, was wir zu tun haben, auf unsere Strategie", sagte Santos. "Aber ich denke, Portugal wird gewinnen."

Dies will Frankreich unbedingt verhindern. Die Hoffnungen aller Fußball-Fans in der Grande Nation ruhen insbesondere auf dem Ronaldo der Équipe Tricolore: Antoine Griezmann. Sechs Tore erzielte der Angreifer von Atlético Madrid bereits im Turnier. Mehr in einer Endrunde gelangen nur Michel Platini 1984 auf dem Weg zum ersten EM-Titel der Franzosen. "Er hat diese Wirksamkeit, die wichtig für die Mannschaft ist", betonte Deschamps. Und der Coach hat das Wissen, wie man Endspiele gewinnt.

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