Kerber glänzt in Nürnberg in der Hauptrolle

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Angelique Kerber hat sich souverän ins Halbfinale gespielt. Foto: Daniel Karmann

Auf dem Weg zu den French Open tankt Angelique Kerber weiter Selbstvertrauen. Nur noch zwei Siege trennen sie in Nürnberg vom zweiten Heimtitel 2015 - wenn der malade Rücken hält. Kein Glück bei ihrer Center-Court-Premiere hat die talentierte Carina Witthöft.

Nürnberg (dpa) - Angelique Kerber spielt ihre Hauptrolle beim Tennis-Heimspiel in Nürnberg weiter mit Bravour - in der reizvollen Nebenrolle kam für Carina Witthöft das Aus vor großem Publikum.

Titelfavoritin Kerber löste ihre dritte Aufgabe bei dem mit 250 000 Dollar dotierten WTA-Turnier gegen die japanische Qualifikantin Misaki Doi trotz Rückenbeschwerden glatt mit 6:2, 6:3. "Ich habe mich gut bewegt. Die Schläge haben gepasst", resümierte die Weltranglistenelfte nach ihrer überzeugenden Vorstellung.

Abends kam dann die erst 20 Jahre alte Witthöft bei ihrem ersten Auftritt auf dem Center Court zu spät in Schwung: 0:6, 4:6 unterlag das große Talent aus Hamburg der ungesetzten Spanierin Lara Arruabarrena und verpasste damit den erhofften erstmaligen Einzug in das Halbfinale eines WTA-Turniers. Immerhin verdiente sich die deutsche Aufsteigerin des Jahres den Schlussapplaus der knapp 2000 Zuschauer. Nach einem deprimierenden Zwischenstand von 0:6, 0:4 kämpfte sie sich beherzt zurück ins Match und gab sich nach einer knappen Stunde Spielzeit erst beim fünften Matchball geschlagen.

Nach dem frühzeitigen Aus ihrer Fed-Cup-Kolleginnen Andrea Petkovic und Sabine Lisicki sowie dem abrupt gestoppten Vormarsch von Witthöft bleibt Kerber dem Nürnberger Versicherungscup als Publikumsmagnet erhalten. "Ich bin froh, dass ich hier erstmals im Halbfinale stehe", sagte Kerber. Nur die Muskulatur im unteren Bereich des Rückens bereitet ihr aktuell einigen Kummer. Trotzdem wolle sie sich durchbeißen, auch wenn "die Gesundheit am Ende vorgeht".

Nächste Gegnerin von Kerber auf dem Weg zum dritten Turniersieg des Jahres nach Stuttgart und Charleston (USA) ist Roberta Vinci. Die an Nummer vier gesetzte Italienerin musste in ihrem Viertelfinale gegen Kurumi Nara aus Japan deutlich länger kämpfen, um in drei Sätzen mit 6:1, 1:6, 6:4 zu gewinnen. "Auf Sand ist Roberta eine unangenehme Gegnerin", erklärte Kerber. Die zweite Endspiel-Teilnehmerin ermitteln Lara Arruabarrena, die vor Witthöft bereits Sabine Lisicki bezwungen hatte, und Karin Knapp aus Italien.

Kerber präsentierte sich nach einem Ruhetag auf dem sehr gut besuchten Center Court konzentriert und zielorientiert. Sie holte sich gegen eine zähe Widersacherin weiteres Selbstvertrauen für die am Sonntag beginnenden French Open: "Ich bin ganz gut im Schlag. Ich habe die Sandplatzsaison bislang gut hinbekommen mit zwei Turniersiegen. Ich werde selbstbewusst nach Paris fahren."

Kerber verfügte in dem Linkshänder-Duell über mehr Varianten in ihrem Spiel als die tapfer kämpfende Doi, die meistens mit ihrer scharfen Vorhand punkten konnte. Kerber dominierte zudem die wichtigen Punkte. Sechs von sieben Breakchancen nutzte sie. Und als sie im ersten Durchgang zum Satzgewinn aufschlug, wehrte sie erst einen Breakball ab und schlug dann einen Vorhand-Winner zum 6:2. Auch Bundestrainerin Barbara Rittner war als Tribünengast sehr zufrieden. "Bravo Angie", rief Rittner einmal begeistert nach einem Punktgewinn.

Kerber hatte im richtigen Moment zudem das Glück auf ihrer Seite, etwa als ihr mit einem Netzroller das vorentscheidende Break zum 4:3 gelang. Kurz darauf konnte sie nach dem ersten Matchball jubeln. "Vor Heimpublikum spielen zu können ist etwas Schönes", schwärmte sie.

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