HNA-Kommentar

Schweinsteiger verlässt das DFB-Team: Warum er immer ein Großer bleiben wird

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Bastian Schweinsteiger hat seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft erklärt.

Bastian Schweinsteiger hat seinen Rücktritt aus der Fußball-Nationalmannschaft erklärt. Mit ihm geht ein ganz Großer, meint unser Kommentator Florian Hagemann.

Vergessen wir mal dieses blöde Handspiel zum Schluss und diesen Schuss in den Nachthimmel von Bordeaux im Herzschlag-Elfmeterschießen gegen Italien. Rufen wir uns stattdessen mal andere Schweinsteiger-Momente in der Fußball-Nationalmannschaft auf: Schweinsteigers Sprint mit ergrauten Haaren vor dem 2:0 gegen die Ukraine bei der jüngsten EM; Schweinsteigers Jubel mit annähernd hundert Platzwunden nach dem Schlusspfiff des WM-Finals 2014; Schweinsteiger als Teil des Duos Schweini & Poldi, das uns das Sommermärchen 2006 noch ein wenig süßer machte, als es ohnehin schon war; Schweinsteigers erstes Länderspiel in einer anderen Zeit, als der deutsche Fußball noch am Boden lag und Schweinsteiger so etwas war wie eine Verheißung.

2004 war das, seitdem hat Schweinsteiger 120 Länderspiele bestritten. Er ist vom Hoffnungsträger zum Star gereift. Mehr noch: Schweinsteiger hat es zum Inbegriff der deutschen Fußball-Entwicklung in den vergangenen zwölf Jahren geschafft: Als er kam, verschwand die Miefigkeit, und die gute Laune zog ein in das Team.

Schweinsteigers große Leistung besteht aber darin, dass ihm irgendwann auch der Übergang gelungen ist vom Schweini zum Führungsspieler, der weiß, dass nur der vollendet ist im Fußball, der die großen Titel gewinnt. Schweinsteiger hat sie gewonnen. Mit dem Weltmeistertitel 2014 hat auch er sich gekrönt.

Dass er anschließend noch zwei eher unbefriedigende Jahre als Kapitän der Nationalmannschaft erlebte, war in erster Linie seiner Verletzungsanfälligkeit geschuldet. Die Diskussionen über einen verspäteten Rücktritt verbieten sich daher. An der Gesamtbeurteilung seiner Karriere ändert das alles ohnehin nichts: Schweinsteiger war ein Großer – und er wird es in der Rückschau immer bleiben.

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