Kommentar zu Angelique Kerber: Ein Vorbild wie einst Steffi

HNA-Sportredakteur Gerd Brehm über den Sprung von Angelique Kerber an die Spitze der Tennis-Weltrangliste - die erste deutsche Nummer eins seit Steffi Graf.

Das Land, in dem es in den Achtzigerjahren vorübergehend zum guten Ton gehörte, irgendwie mit einem Tennis-Racket zu hantieren, musste 19 Jahre auf diesen Augenblick warten. Und wenn es stimmt, dass Sportarten aufblühen, die dem potenziellen Nachwuchs mit einem Vorbild dienen können, dann steht Tennis hierzulande vor einer rosigen Zukunft. Angelique Kerber wird zwar nicht an Steffi Grafs unfassbare Erfolgsserie anknüpfen, aber die neue Nummer eins im Damentennis taugt ebenso zum Idol wie ihr großes Vorbild. Während Graf der Platz an der Spitze einfach zufiel, musste Kerber Rückschläge überwinden und richtig ackern, ehe sie belohnt wurde.

Natürlich war Angelique Kerber auch talentiert, aber sie ist vor allem zäh, zielstrebig und professionell. Hinzu kommt, dass ihr eine Eigenschaft fehlt, die - nicht immer zu Unrecht - manchen Konkurrentinnen zugeordnet wird: Zickigkeit.

Sie ist also ein Glücksfall für eine Sportart, die einen Aufschwung gut gebrauchen kann. Auch in unserer Region sind Tennishallen dem Boden gleichgemacht oder zweckentfremdet worden, weil sie bei weitem nicht ausgelastet waren. Und auch über kaum genutzte Freiluftplätze wundert sich längst niemand mehr.

Ob Angelique Kerbers Kletterpartie auf den Tennisgipfel nun den Umschwung einleitet?

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