Kommentar zu Doping in Russland: Viele Fragen statt Festtag

Geahnt haben es viele, nun scheint es sicher: In Russland hat die Staatsgewalt auch im Sport nichts dem Zufall überlassen, sondern mit dem Doping-Fahnder Rodschenkow als Doping-Strategen auf kürzestem, direktem Weg die Medaillenjagd forciert. Staatlich gelenkter Betrug auf breiter Front!

Das bewiesen zu haben, ist ein großer Erfolg der Wada-Fahnder. Doch was ist er tatsächlich wert, dieser Erfolg? Ist er wirklich ein Schritt zu sauberem Sport? Hoffentlich!

Aber: So viele Fragen wirft die aktuelle Entwicklung auf. Die vordringlichste: Wie soll mit den russischen Sportlern verfahren werden in Rio? Nicht jeder Olympiaaspirant hat gedopt, in vielen Sportarten macht die chemische Keule nicht einmal Sinn. Sollten also auch die sauberen Russen verbannt werden? Nein!

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Aber auch andere Fragen werden nur schwer zu beantworten sein. Die nach den Dopingpraktiken in anderen Staaten. Können wir Deutschen, die Franzosen, Briten und insbesondere die so gern als Saubermänner auftretenden Amerikaner sicher sein, dass diese Athleten wirklich allesamt sauber sind? Immerhin: Wir dürfen uns gewiss sein, dass das Doping nicht staatlich gesteuert und kein Sportler gezwungen wird. Auch mit Blick auf Menschenrechte ein ganz eklatanter Unterschied.

Aber was ist zum Beispiel in China los? Wir ahnen, dass auch dort flächendeckend gedopt wird, ebenfalls vom Staat gelenkt. Aber wissen wir es genau? Nein!

Ein Festtag für den Sport ist die Veröffentlichung des Wa-da-Reports vor diesen Hintergründen nicht.

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