Kommentar zum Titel von Rosberg: Höflicher Beifall

Robin Lipke über den neuen Weltmeister Nico Rosberg

Kassel. Nico Rosberg ist Weltmeister in der Formel 1. Lesen Sie dazu einen Kommentar von Robin Lipke.

Kaum zu glauben: Als Nico Rosberg sein erstes Rennen in der Formel 1 bestritt, hatte Michael Schumacher kurz zuvor seinen siebten und letzten Weltmeistertitel gewonnen. So lange mischt der neue Titelträger schon mit in der Königsklasse. Von daher ist Rosbergs Triumph vor allem als ein Resultat von Geduld und Durchhaltevermögen zu sehen.

Er hat dem Druck standgehalten, einen erfolgreichen Vater zu haben, er hat nicht die Lust verloren wegen schlechter Autos, und er hat sich nicht einschüchtern lassen von einem rigorosen und scheinbar unschlagbaren Teamrivalen. Vor diesem Hintergrund gebührt Rosberg großer Respekt. Es gibt wohl niemanden, der ihm diesen Titel nicht gönnt.

Und doch ist es anders als bei seinen beiden deutschen Vorgängern. Sowohl Schumacher als auch Sebastian Vettel lösten bei ihren ersten Titeln Euphorie aus. Rissen uns mit. Fesselten uns vor den Fernseher. Sie waren mit 25 beziehungsweise 23 Jahren junge Wilde. Das ist Rosberg mit 31 nicht mehr. Womöglich ist das der Grund, warum wir höflich Beifall spenden anstatt in Rosbergfieber auszubrechen.

Womöglich liegt es aber auch daran, dass er in einer Zeit Weltmeister wird, in der die Formel 1 langweilig ist wie noch nie. Rosbergs Leistung schmälert diese Tatsache freilich nicht.

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