Überzogene Strafe

Frank Ziemkehält die Aberkennung eines Tores für zu hart

In meinem Lieblingsfilm „Absolute Giganten“ gibt es eine herrliche Fußballszene. Ricco, gespielt von Florian Lukas, hat sich durchgedribbelt, lässt den Torhüter aussteigen, kniet sich in den Matsch, drückt den Ball mit dem Kopf über die Linie – und gockelt danach durch den Strafraum, dass Cristiano Ronaldo dagegen aussieht wie ein alternder Hahn.

Klar. Ist nur ein Film. Ein Spaßmatch im Matsch. Aber mal ehrlich: Wer von uns hat als Junge nicht solche Kaspereien im Kopf gehabt. Das Motto war in erster Linie: Ein bisschen Spaß muss sein.

Im vorliegenden Fall war es Ernst. Es ging um Punkte in der Meisterschaft. Es ging um den Sieg. Und wohl auch um Demütigung des Kontrahenten. Ernste Worte des Schiedsrichters, eine Gelbe Karte – das wäre die passende, erzieherisch wirkende Reaktion. Aber ein regulär erzieltes Tor aberkennen? Das ist eine maßlos überzogene Strafe. Da können wir Tore demnächst auch aberkennen, wenn der Jubel zu provokant ausfällt.

Wie ich mich fühlen würde bei solch einem Gegentor? Nicht gut natürlich. Weil wir so schlecht verteidigt haben, dass der Angreifer Zeit und Platz hat für sein Mätzchentor. Ich würde mich ärgern über unsere Leistung. Seinen Spaß würde ich ihm trotzdem lassen. frz@hna.de

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