Spieler spricht über die Nordhessen bei der EM

„Im Kopf muss man klar sein“: Interview mit Frankfurts Marc Stendera

Das Halbfinale im Blick: Der aus Kassel stammende Mittelfeldspieler Marc Stendera von Eintracht Frankfurt spielt derzeit für die U 19 bei der EM in Ungarn. Foto: dpa
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Das Halbfinale im Blick: Der aus Kassel stammende Mittelfeldspieler Marc Stendera von Eintracht Frankfurt spielt derzeit für die U 19 bei der EM in Ungarn.

Kassel. Es läuft gut für die U19-Nationalmannschaft bei der EM in Ungarn. Sie benötigt nur noch einen Punkt bis zur Qualifikation für das Halbfinale. Wir sprachen vor dem Spiel am Freitagabend gegen die Ukraine (20 Uhr, Eurosport) mit dem aus Kassel stammenden Mittelfeldstrategen Marc Stendera von Bundesligist Eintracht Frankfurt.

Herr Stendera, Sie haben langsam reichlich EM-Erfahrungen, oder? 

Stendera: Ja, meine erste EM war 2012 mit der U 17. Das war schon ein tolles Gefühl. Daher wusste ich, was mich bei dieser EM erwartet. Erfahrung ist immer ein Vorteil.

Allerdings verschossen Sie im Finale gegen die Niederlande den entscheidenden Elfmeter. 

Zur Person 

Marc Stendera (19) ist ein deutscher Fußballspieler. In seiner Jugend spielte der aus Kassel stammende Mittelfeldspieler für den TSV Heiligenrode und OSC Vellmar. Von dort wechselte er auf das Jugendinternat von Eintracht Frankfurt. Sein Vertrag läuft bis 2017. Der Marktwert des Bundesligaprofis (zehn Einsätze) beträgt 800 000 Euro. Stendera ist ledig.

Stendera: Die Tage danach waren nicht einfach. Aber ich denke, dass mich das stärker gemacht hat. Und ich verspreche:Wenn wir ins Finale einziehen und wieder ins Elfmeterschießen müssen, werde ich erneut antreten - und treffen.

Zwei Spieler aus dem damaligen Finale, die Schalker Max Meyer und Leon Goretzka, sind jetzt Nationalspieler. Wer wird der dritte Auswahlspieler? 

Stendera: Das ist schwer zu sagen. Dafür sind viele verschiedene Faktoren ausschlaggebend, nicht nur Talent.

Welche denn? 

Stendera: Im Kopf muss man klar sein. Auch das Quäntchen Glück spielt natürlich eine nicht zu unterschätzende Rolle. Im richtigen Moment muss einfach alles passen.

In Ihrer U 19-Mannschaft spielen gleich drei weitere Nordhessen. Überrascht Sie das? 

Stendera: Überraschen nicht, aber es freut mich natürlich. Ich habe früher schon mit Marvin Friedrich zusammengespielt. Dass sich unsere Wege jetzt bei der U 19 kreuzen, hätte man auch nicht gedacht. Aber umso schöner ist das hier.

Unternehmen Sie Vier auch viel zusammen? 

Stendera: Ja, klar. Wir tauschen uns zum Beispiel über die „guten alte Zeiten“ aus, als wir in Nordhessen gespielt haben.

Es hat aber keiner Ahle Wurscht mitgebracht? 

Stendera: Nein, das nicht.

Wie zufrieden sind Sie bislang mit der EM? 

Stendera: Wir gehen in jedes Spiel als Favorit. Das ist nicht einfach. Gegen die Ukraine wollen wir ins Halbfinale einziehen. Das ist unser Ziel.

Ihr Trainer ist Marcus Sorg. Er ist im Gespräch als Co-Trainer von Joachim Löw. Was zeichnet ihn aus? 

Stendera: Er hat eine klare Spielstruktur und bringt das gut rüber. Im Training ist auch viel Spaß dabei, diese Mischung zwischen Lockerheit und Ernst passt sehr gut.

In Frankfurt treffen Sie auch auf einen neuen Trainer: Thomas Schaaf. Ihm eilt der Ruf voraus, nicht besonders gut mit jungen Spielern zu können. 

Stendera: Den Ruf kenne ich zwar, aber ich kann das überhaupt nicht bestätigen. Er gibt einem das Gefühl, dass man gebraucht wird.

Sie gelten in Frankfurt als Hoffnungsträger. Wie gehen Sie mit dem Druck um? 

Stendera: Druck mache ich mir da gar nicht. Ich lese zwar schon, was geschrieben wird. Aber ich beschäftige mich nicht zu sehr damit.

Armin Veh sagte mal über Sie, Sie hätten eine Strategie. Welche ist das? 

Stendera: Ich versuche immer den Überblick zu behalten und die Bälle dahin zu spielen, wo es dem Gegner wehtut.

Ihr Bruder, Nils Stendera, hat eine Einladung zur U 15-Hessenauswahl bekommen. Hat er mehr Talent als Sie? 

Stendera: Er ist zumindest jetzt schon größer als ich (lacht). Auf jeden Fall hat er Talent, ich freue mich sehr für ihn, dass er auch nach Frankfurt gewechselt ist. Das wird seiner Entwicklung gut tun.

Verfolgen Sie eigentlich noch, was in Nordhessen los ist? 

Stendera: Ja, natürlich. Besonders bei meinem alten Verein Vellmar schaue ich immer sofort, wie sie gespielt haben.

Von Daniel Schneider

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