KSV Hessen: Alle Mann gegen Saarbrücken

Wer liegt denn da ganz unten? Die KSV-Spieler feiern den späten Siegtreffer von Marco Dawid gegen Wormatia Worms am vergangenen Wochenende. Foto:  Hedler

Kassel. Mit dem 1:3 am Mittwochabend beim FC-Astoria Walldorf endete zwar eine Serie von sechs Spielen ohne Niederlage für den Fußball-Regionalligisten KSV Hessen Kassel.

Das ändert aber nichts daran, dass die Löwen am morgigen Samstag zu Hause gegen den 1. FC Saarbücken (Anpfiff: 14 Uhr) eine Hinrunde beenden, in der das Team von Trainer Tobias Cramer die Erwartungen übertroffen hat. Aktuell 25 Punkte aus 17 Spielen, Platz sechs - mit einem Sieg gegen die Spitzenmannschaft aus dem Saarland könnte der KSV die erste Halbserie krönen.

Die Hoffnung ist groß, dass die Zuschauer das bisher Erreichte honorieren und mehr Leute als zuletzt den Weg ins Auestadion finden. Beim 1:0 am vergangenen Samstag gegen Worms kamen gerade einmal 1500. Der Schnitt bei den Heimspielen der Löwen liegt derzeit bei 1658 - das ist nicht gerade viel. Dabei lohnt es sich, mal wieder vorbeizuschauen bei den Löwen. Fünf Gründe.

1. Späte Siegtreffer nicht ausgeschlossen: Drei der acht bisherigen Heimspiele entschied der KSV durch ein Tor in den letzten zehn Minuten: Tobias Damm traf gegen Watzenborn in der 85. Minute zum 2:1, Sebastian Schmeer gelang in der 90. Minute das 1:0 gegen Kickers Offenbach, Marco Dawid war gegen Worms in der 82. Minute zur Stelle - 1:0. Hinzu kommt der Treffer zum 1:1 gegen Spitzenreiter Elversberg durch Sebastian Schmeer. Er fiel? In der Nachspielzeit. Spannung ist also in der Regel garantiert.

2. Leidenschaft bis zum Schluss: Die späten Tore deuten den Charakter dieser Löwen schon an: Sie kämpfen leidenschaftlich bis zum Schluss, geben nicht auf. Wie sehr sie zusammenhalten, zeigt der Jubel nach dem 1:0 gegen Worms. Da warf sich einer über den anderen - ganz unten: Marco Dawid, der womöglich für einen kurzen Moment bereute, dieses Tor geschossen zu haben. Die Szene beweist, dass sich hier Spieler zerreißen. Die Zuschauer bekommen ehrlichen Fußball geboten.

3. Identifikation mit der Region: Der Faktor Leidenschaft geht einher mit dem Faktor Identifikation. Hier stehen wieder mehr Spieler aus der Region auf dem Feld: junge, talentierte. Und die, die ihren dritten Frühling erleben, kommen auch von nebenan. Die Schwälmer Sebastian Schmeer (29) und Kapitän Tobias Damm, der am Wochenende 33 wurde, führen ein Team an, das zu wissen scheint, um was es geht: den Widrigkeiten zu trotzen und Punkt um Punkt zu sammeln. Finanzielle Probleme des Vereins, Verletzungssorgen? Puh, dann gewinnen wir eben trotzdem. Die Einstellung ist verdammt erfrischend.

4. Die Spielanlage: Es ist aber nicht so, dass sich diese Löwen ihre Punkte nur erkämpfen, spielerisch unterlegen sind. Trainer Cramer hat eine Spielidee entwickelt, die genau auf den Kader zugeschnitten ist. Früh attackieren, Bälle zurückgewinnen, über außen Dampf machen. Das passt - und funktioniert.

5. Weil es kein Zufall mehr ist: Zusammengefasst zeigt das alles eines: Die guten Resultate des KSV sind kein Zufall - sie sind das Ergebnis einer intakten Mannschaft. Und deswegen spricht nichts dagegen, dass es auch morgen so weitergeht.

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