Regionalliga-Übertragungen auf Sport 1

Kommentator Dahlmann bietet Fans Gespräch an: "Wir lieben dieselbe Sache"

Für Sport 1 am Mikrofon: Jörg Dahlmann.

Während des Spiels zwischen dem KSV Kassel und Waldhof Mannheim vor zwei Wochen gab es Proteste der KSV-Fans gegen Sport 1 - jenen Fernsehsender, der die Partie live übertrug.

Am Dienstag gastiert Sport 1 wieder im Auestadion, wenn die Löwen auf Trier treffen (Anpfiff: 20.15 Uhr). Im Vorfeld sprachen wir mit Kommentator Jörg Dahlmann.

Herr Dahlmann, der harte Kern der Kasseler Fans hat Sport 1 zuletzt nicht gerade freundlich empfangen. Fahren Sie nächsten Dienstag trotzdem wieder bester Stimmung nach Kassel? 

Dahlmann: Klar, weil ich die Regionalliga und die Berichterstattung über sie liebe.

Da stört auch kein Plakat, auf dem „SCHEISS SPORT 1“ steht? 

Dahlmann: Sicherlich waren die Begleitumstände das letzte Mal nicht so schön. Das hat mich persönlich sehr enttäuscht, weil wir mit sehr viel Herzblut an die Sache gehen und versuchen, der bundesweit ansonsten nicht sehr beachteten Regionalliga eine Plattform zu bieten. Das ist nicht selbstverständlich.

Trotzdem: Können Sie den Ärger verstehen? Letztlich geht es ja um den Übertragungstermin - werktags um 20.15 Uhr. 

Dahlmann: Grundsätzlich kann ich die Jungs und Mädels, die da protestieren, verstehen, weil es nicht schön ist, an einem Montag oder Dienstag lange Fahrten auf sich zu nehmen. Aber man muss das in Relation sehen: Was sind die Vorteile? Was die Nachteile? Aus meiner Sicht überwiegen die Vorteile für die Vereine. Und deshalb sollten sich die Fans auch mal sagen: Okay, meinen Verein betrifft das einmal oder zweimal in der Saison, da akzeptieren wir die ungewöhnlichen Termine mal. Davon ab: Für mich gibt es nichts Schöneres als Spiele unter Flutlicht.

Also werden wir Sie noch öfter in Kassel sehen? 

Protest der KSV-Fans: Sie äußerten am Rande des Spiels gegen Waldhof Mannheim ihren Unmut über die Live-Übertragung. Foto: Hedler

Dahlmann: Ja klar, wobei man schon sagen muss: Wenn wir in Kassel nicht mehr willkommen sind, gehen wir halt woanders sind. Kein Verein ist verpflichtet, sich auf die Übertragungen einzulassen. Andererseits schauen wir natürlich auch, wo es gut funktioniert und wo nicht. Und wenn es solch ein Plakat wie das in Kassel gegen uns gibt, überlegen wir uns, ob wir da noch zu Gast sein wollen. Der harte Kern der Fans hätte dann sein Ziel erreicht. Lieber wäre mir es aber, wenn wir in den Dialog treten können. Deshalb schlage ich vor: Ich komme am Dienstag etwas früher und spreche noch mit den KSV-Anhängern. Denn am Ende lieben wir dieselbe Sache: Regionalliga-Fußball.

Das komplette Interview und ein Pro und Kontra zu dem Thema lesen Sie in der gedruckten Ausgabe der HNA am Samstag.

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